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„Prinzessinnenbad“ in der Kinowerkstatt

Die fünfzehnjährigen Freundinnen Mina, Klara und Tanutscha aus Berlin-Kreuzberg kennen sich seit ihrer Kindheit und verbringen im Sommer viel Zeit im populären Freibad des Bezirks, dem „Prinzenbad“. Sie streifen durch die Gegend, diskutieren mit ihren Müttern am Küchentisch oder reden untereinander sehr direkt über Jungs und Schule, Fehler aus der Vergangenheit und Pläne für die Zukunft. Dabei werden sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die wachsenden Unterschiede zwischen den dreien deutlich.
Das auf der diesjährigen Berlinale ausgezeichnete Dokumentarfilm-Debüt von Bettina Blümner über drei 15-jährige Mädchen aus Kreuzberg ist ein ebenso leichtfüßiges wie nachdenkliches Portrait deutscher Teenager. Es beleuchtet diverse heitere und schmerzliche Aspekte des Jungseins und Älterwerdens, erzählt aufschlussreich von Liebe, Freundschaft und Familie. Blümners Portrait präsentiert die Gefilmten sowohl mit ihrer Reife und ihren Stärken als auch mit ihren Schwächen und Widersprüchen, stellt sie aber nie bloß; oder nimmt eine überlegene Position ein. Sie lässt die Mädchen posen und cool sein und nach außen die Abgebrühten spielen, fächert aber gleichzeitig mit Fingerspitzengefühl die Verletzungen und Enttäuschungen auf, die manchmal darunter liegen. Dabei hält sie immer einen respektvollen Abstand ein und scheint ihnen nichts zu entlocken, was sie nicht von sich aus preisgeben wollen. Das, was die drei offenbaren, ist aber schon erstaunlich viel und hoch spannend.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017