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Ausstellung: La vie – en passant

Willy Ronis, 1910 in Paris geboren, zählt zu den großen Meistern der französischen Fotografie des 20. Jahrhunderts. Er ist der letzte Vertreter seiner Generation, der photographes humanistes, jener berühmten Gruppierung von Dokumentarphotographen, zu der auch Henri Cartier Bresson und Robert Doisneau gehören. Das Museum Sankt Ingbert zeigt eine Ausstellung mit seinen Werken. Eröffnung ist am 19. Februar.

Ronis war der erste französische Fotograf, der für das Life Magazin arbeitete. Darüber hinaus entstanden zahlreiche Publikationen in Regards, l’Illustration und andere. Edward Steichen stellte ihn 1953 in der Ausstellung Five French Photographers im Museum of Modern Art in New York aus und nahm ihn auch in die legendäre Ausstellung The Family of Man 1955 auf, die von New York aus um die Welt ging.

Neben Ronis fotojournalistischer Tätigkeit entstanden schon bald freie Arbeiten im Sinne einer „Photographie humaniste“. Neben Doisneau, Boubat und Izis ist er der bekannteste Vertreter dieser Richtung, die in einfühlsamen Bildern menschliche Beziehungen und Alltagsszenen festhielt.

Seine bevorzugten Themen fand er an Orten, mit denen ihn eine persönliche Faszination verbindet – die Stadt Paris und die Provence, wo er lange lebte. Vor allem die Stadt wird für ihn zu einer Bühne menschlichen Lebens in all seinen Facetten, deren momentane Zufälligkeiten er spontan erfasst. Er fotografiert in den Straßen, an den Kais, in den Arbeitervierteln von Paris mit wachem und stets tolerantem Blick. Als guter Fotojournalist besitzt er ein feines Gespür für Situationen, in denen nebensächliche Details wesentlich zur Bildaussage beitragen, Doch leben Ronis’ Aufnahmen nicht allein vom Reiz und der Atmosphäre bestimmter Augenblicke. Seine Ausbildung in der Musik und die lebenslange Beschäftigung damit finden Widerhall im sicheren Gespür für Komposition und Form auch in der Fotografie.

Ronis erhielt zahlreiche Ehrungen und Preise, unter anderem. die Goldmedaille der Biennale in Venedig, 1957, den Grand prix des Arts et Lettres, 1979, den Prix Nadar, 1981 und die Ernennung zum Commandeur de l’Ordre National du Mérite, 2001. Seine Fotografien waren in Frankreich in zahlreichen Präsentationen zu sehen, sowie in anderen europäischen Ländern und Japan. Es ist daher umso erstaunlicher, dass ihm in Deutschland bisher noch keine größere Retrospektive gewidmet wurde. Die Ausstellung, die an fünf verschiedenen Orten in Deutschland zu sehen war, versteht sich daher als längst überfällige Würdigung des großen französischen Fotografen in Deutschland.

Sie präsentiert mit 150 Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein fotografisches Lebenswerk, das sich über fünf Jahrzehnte entwickelte. Begleitend zur Ausstellung wird ein Katalogbuch (Prestel-Verlag München), die erste umfassende Publikation in deutscher Sprache, angeboten.

Exposition organisée par le Jeu de paume, avec le concours de la délégation aux Arts plastiques et de la direction de l’Architecture et du Patrimoine, Ministère de la Culture et de la Communication -France

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des französischen Generalkonsuls an der Saar, seiner Exzellenz Jean-Georges Mandon.

Öffentliche Führungen finden an folgenden Sonntagen jeweils um 15 Uhr statt:
Sonntag, 26 Februar, 5. und 19. März. , 9. und 23. April sowie nach Vereinbarung.
Öffnungszeiten:
Di – So, Feiertage 10 – 18 Uhr

Info: Museum Sankt Ingbert, Am Markt 7, 66386 St. Ingbert, Tel. 06894/13 358 , Fax: 06894/13 350, email: museum@st-ingbert.de, www. st-ingbert. De.

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