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Saarland startet Modellprojekt „Rauchfreie Schwangerschaft- Rauchfreie Kleinkindzeit“

„Rauchen während der Schwangerschaft und insbesondere Rauchen in Anwesenheit von Kleinkindern birgt gesundheitliche Risiken, die vermieden werden sollten“ so der saarländische Gesundheitsminister Josef Hecken anlässlich der ersten Schulungstermine im Rahmen des saarländischen Pilotprojektes „Rauchfreie Schwangerschaft“. Geschult werden im ersten Schritt Vertreterinnen und Vertreter aller nichtärztlichen und ärztlichen Berufsgruppen, die in einem direkten Kontakt zu Schwangeren und ihren Kindern stehen. Tabakrauch ist mit Abstand einer der wesentlichsten gesundheitsschädigenden Stoffe.

„Jährlich sterben circa 110.000 – 140.000 Menschen in Deutschland an tabakbezogenen Erkrankungen sowie circa 3.300 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Insbesondere das Rauchen während der Schwangerschaft ist nicht nur für die werdende Mutter schädlich, sondern auch für das Ungeborene, das in ganz extremem Ausmaß den Schadstoffen ausgeliefert ist“, sagte Hecken. Dass ein solches Rauchverhalten u.a. neben Schwangerschaftskomplikationen zu Früh- und Fehlgeburten sowie zu lebenslänglichen Gesundheitsschädigungen bei Kindern führen könne, sei unverantwortlich. „So ist erwiesen, dass Kinder von Raucherinnen bei der Geburt kleiner sind, ein niedrigeres Geburtsgewicht haben, sowie verstärkt Fehlbildungen aufweisen“, erläuterte der saarländische Gesundheitsminister.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum geht davon aus, dass jährlich 170.000 Neugeborene bereits im Mutterleib den Schadstoffen des Nikotins ausgesetzt sind. Die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren leben in einem Haushalt, in dem mindestens eine Person raucht. Wie Minister Hecken ausführte, ist das Saarland als Modellregion ausgewählt worden. Im Okto-ber 2005 startete das zweijährige Modellprojekt „Rauchfreie Schwangerschaft –Rauchfreie Kleinkindzeit“, das vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Greifs-wald durchgeführt wird und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ( BZgA), dem Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V./Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (VdAK/AEV) im Saarland sowie vom Gesundheitsministerium finanziert wird.

„Fest stehe“, so der Minister, „ dass Neugeborene und Kleinkinder, die Tabakrauch ausgesetzt sind, häufiger unter akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, Asthma, Allergien und Mittelohrentzündungen leiden, als Kinder nicht rauchender Eltern und ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Kindtod aufweisen. Um diese und ähnliche Erkrankungen sowie Todesfälle zu vermeiden, ist es notwendig, dass durch entsprechende flankierende Maßnahmen werdende Mütter und Väter motiviert werden, das Rauchen aufzugeben“.

Hecken: „Von dem Forschungskonzept und Projekt der Universität Greifswald, das von einer Schulung und Erhöhung der Beratungskompetenz für das Pflegepersonal, Hebammen, Gynäkologen sowie Pädiater zum Rauchstopp während und nach einer Schwangerschaft ausgeht, verspreche ich mir eine stärkere Nachhaltigkeit, denn hier werden die Fachleute , die tagtäglich mit werdenden Eltern arbeiten ,geschult, motiviert und in die Lage versetzt mit ihrer Klientel das Thema „Rauchfreie Schwangerschaft und Kleinkindzeit“ anzugehen.“

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