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Donnerstag, 19. Oktober 2017 · wolkig  wolkig bei 13 ℃ · Bunter Nachmittag für SeniorInnen in der OberwürzbachhalleSaarländische Künstler sind bei Künstlermarkt vertretenVon Kelten und Römern – Zeitreise in die regionale Vergangenheit

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Handballcamp der Jugend

Ein Baustein im neuen Konzept der Jugendarbeit der SGH St. Ingbert
stellte das fünftägige Handballcamp der anderen Art unter dem Motto „Die
Kinder stark machen“ dar. Die Idee wurde geboren, als sich
Jugendorganisatorin Annemarie Grotjahn und Mirko Schwarz überlegten,
welche zusätzlichen Fördermöglichkeiten man den Kids und Jugendlichen
bieten könnte. Mit eingeplant waren zwei Highlights, je eine
Trainingseinheit für jede Altersgruppe mit Weltmeister Christian
Schwarzer, das war die große und gelungene Überraschung für die Kids,
und der Besuch eines Bundesligaspiels der Rhein-Neckar-Löwen in der
SAP-Arena in Mannheim als Abschluss. Ziel sollte sein, so Schwarz, neben
der Förderung der sportlichen Fähigkeiten das Gemeinschaftsgefühl zu
stärken, das Vereinleben zu fördern, die Kommunikation zwischen den
einzelnen Spielern und Mannschaften wie auch Trainern zu intensivieren.“

So standen bei der E- und D-Jugend nicht nur Spiel und Sport im
Vordergrund, sondern auch das turnerische Element, da die Beweglichkeit
und Geschicklichkeit, z.B. Fallen und Springen, geschult werden müssen
und nicht allein handballtechnische Fähigkeiten im Vordergrund stehen
sollten. Verantwortlich für das Turnen zeichnete Übungsleiterin Dagmar
Dressler. Neu ist auch der Element der Selbstverteidigung im Programm.
Die Vorteile anderer Sportarten, so Mirko Schwarz, sollen für den
Handballsport genutzt werden, so will man durch die Selbstverteidigung
(Karatelehrer Frank Hochreiter) das Zweikampfverhalten schulen, das der
Körperstabilität dient. Wie sich jugendliche Sportler richtig ernähren
sollten, erfuhren die Heranwachsenden von Ernährungsberaterin Judith
Giese. Projekte für die A-, B- und C-Jugendlichen waren darüber hinaus
physiotherapeutischen Übungen zur Kräftigung und Stabilisation (Michael
Franz), Verletzungsprävention (Dr. Oliver Schneider) sowie
Suchtprävention (Gustav Haab vom LKA). Schließlich galt es für das
Highlight T-Shirts zu bemalen und Transparente zu erstellen wie „Die
SGH-Jugend grüßt die Rhein-Neckar-Löwen.“ Mit Eifer und Engagement waren
alle dabei, nach dem ersten Tag verspürten die meisten einen
ordentlichen Muskelkater auf Grund der ungewohnten Übungen.

Abteilungsleiter Klaus Weiland erläutert: „Wir versuchen, mit diesem
Camp neue Wege der Kinder- und Jugendarbeit zu gehen, andere
Schwerpunkte zu setzen, nicht nur sportlich, sondern auch im sozialen
Bereich. Ein Element dazu ist das gemeinsame Mittagessen sowie der
Besuch der SAP-Arena. Im sportlichen Bereich wurde alles geübt, was
sonst im Training zeitbedingt zu kurz kommt: Koordination,
Konzentration, Geschicklichkeit und Beweglichkeit. Kinder sollten auch
andere Trainer und Trainingsmethoden und viele Facetten des
Handballspiels kennen lernen. Zweck der Veranstaltung in den Ferien ist
nicht nur das Gewinnen von Kindern für den Handballsport, sondern, dass
sie auch „bei der Stange“ bleiben. Fast geschlossen nahmen alle
Mannschaftsmitglieder (über 70 Kinder) an diesem Camp teil. Am Samstag
stand eine Nachbereitung der Veranstaltung sowie „Manöverkritik“ nach
den Kriterien Inhalt, Ablauf und Gestaltung durch die teilnehmenden
Heranwachsenden auf dem Programm, verbunden mit der Frage, was kann noch
verbessert, was alternativ angeboten werden. Die Jugendlichen sollten
das Camp nicht unreflektiert als Konsumenten schlucken, sondern sich
selbst Gedanken über die zukünftige Gestaltung machen, selbst Ideen mit
einbringen, so Annemarie Grotjahn. Positiv fanden die Jugendlichen die
Vielfalt des Angebots.

Dann kam die Mega-Überraschung: Die Trainingseinheiten mit Weltmeister
Christian Schwarzer, der Handball als „Laufen, Werfen und Fangen in
vielen Variationen“ versteht, umfasste bei den Kleineren Kreuzen mit
Abwehr, Passen, Gegenstoß mit Einbau des Wettbewerbselements, was bei
den Teilnehmern sehr gut ankam, und die Lautstärke in der Halle
bestätigte. Die Größeren übten das Zusammenspiel Rückraum/Kreis.
Schwarzer selbst erklärte sich zur Teilnahme am Handballcamp der SGH St.
Ingbert gerne bereit, weil ihm die Arbeit mit Kindern sehr viel Spaß
bereitet, schließlich spielt und trainiert sein Sohn Kian in der
D-Jugend der SGH St. Ingbert mit.

In Kronau betreut Schwarzer ein eigenes Handballcamp, wo Anfänger und
Fortgeschrittene willkommen sind. Mit dem Handball anfangen könne man in
jedem Alter, wichtig sei es, dass die Kids motiviert, dass sie voll und
mit Freude dabei sind. „Ich selbst habe mit zehn Jahren angefangen.“ Für
besonders begabte Heranwachsende empfiehlt er Handball-Internate oder
Sportgymnasien wie es im Saarland das Rotenbühl-Gymnasium gibt. Das
ganzheitliche Konzept des SGH-Camps hält er für sehr gut, weil gerade
bei den Kleinen zuerst einmal durch Turnen die Motorik geschult werden
müsse, schließlich sei es nicht ganz einfach, mit dem Ball vorwärts,
rückwärts, seitwärts zu laufen und dann auch noch den Ball zu prellen.
„Auch der Leistungsgedanke gehört dazu, beispielsweise durch Wettbewerb
zweier Teams alles herauszukitzeln. Dabei entsteht Gruppendynamik,
plötzlich haben alle Kindern eines Teams ein gemeinsames Ziel.“
Begeistert waren die Kids allemal, sie haben viel mehr gelernt als im
Training, so Michael Wagner und Lukas Strobel (E-Jugend); Erik Pohland,
Yannik Pressmann und Yannik Klöckner (D-Jugend) gaben zu: „Man hat
gemerkt, dass alle zugehört und keinen Unfug gemacht haben, während der
Weltmeister etwas erklärt hat.“ Die Veranstaltung kann schon jetzt, so
Mirko Schwarz, als voller Erfolg gewertet werden. „Wir wollten nichts
kopieren, wollen unseren eigenen Weg finden. Die Beteiligung der Ideen
der Jugendlichen ist künftig mit eingeplant.“ Für Jens Dressler und
Julian Backes (C-Jugend) waren das Training mit Weltmeister Christian
Schwarzer, der Besuch des Erstbundesligaspiels in der SAP-Arena sowie
das gemeinsame Foto dort mit den beiden Weltmeistern Christian Schwarzer
und Keeper Henning Fritz “ megacool“.

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