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Kinowerkstatt – Programm v. 16. – 19. November

Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am kommenden Wochenende, Freitag, den 16. November, um 19 Uhr, sowie am Sonntag, den 18. November um 20 Uhr den Film „Strajk – Die Heldin von Danzig“ (D/Pl 2006) von Volker Schlöndorff mit Katharina Thalbach, Andrzej Chyra, Dominique Horwitz, Andrzej Grabowski, Krzysztof Kiersznowski, Dariusz Kowalski. (104 Min)
Die „Ballade nach historischen Ereignissen“ erzählt die Geschichte von Anna Walentynowicz (Filmname: Agnieszka Koslowska), Kranführerin auf der Danziger Lenin-Werft, die führend an der Gründung der ersten freien polnischen Gewerkschaft Solidarnosc beteiligt war.

Danziger Lenin-Werft: Die Schweißerin Agnieszka ist „Heldin der Arbeit“ und Außenseiterin unter den Kollegen. Das Blatt wendet sich, nachdem Agnieszka sich zur Kranführerin hochgearbeitet hat und die Arbeitsbedingungen auf der Werft für alle spürbar schlechter werden. Die einstige Heldin der Arbeit wird zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für die Werftarbeiter und schließlich zur Symbolfigur des Arbeitskampfes. Als Agnieszka wegen des Aufrufs zum Streik entlassen wird, entsteht eine Solidaritätsbewegung, die zur Gründung der Gewerkschaft Solidarnosc unter Lech Walesa führt.
Als im Sommer 1980 Arbeiterforderungen nach Lohnerhöhung, Zulagen und Wiedereinstellung der Kranführerin und des Elektrikers Lech Walesa erfüllt waren, war es Walentynowicz, die mit der Parole „Wir streiken solidarisch weiter“ den Arbeitern in den anderen Betrieben an der Ostseeküste beistehen wollte. Dann folgten wie in einer Kettenreaktion weitere Streiks. Bald war das ganze Land im Aufstand. Politische Forderungen folgten. Und am Ende musste die Kommunistische Partei ihnen zustimmen. Ein weiteres Blutbad wie 1970, als sie die streikenden Arbeiter der Ostseeküste zusammenschießen ließ, wollte sie nicht anrichten.

Es war der Beginn der mit zehn Millionen Mitgliedern größten Freiheitsbewegung im damaligen Ostblock. 1989 übernahm die Solidarnosc die Regierung in Polen. 1990 fiel die Mauer in Deutschland. Das kommunistische System brach in sich zusammen. Berühmt wurde später allerdings nicht Anna Walentynowicz, sondern Lech Walesa. Er erhielt den Friedensnobelpreis und wurde 1990 Staatspräsident Polens.
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Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, Zeigt am Freitag, den 16. November, um 21.45 Uhr , am Sonntag, den 18. Nov. um 18 Uhr, sowie am Montag, um 20 Uhr, den Film „Yes I am“ (Deutschland 2004) von Sven Halfar (107 Minuten, empfohlen ab 12 Jahre).

Regisseur Sven Halfar porträtiert in seinem Dokumentarfilm drei afro-deutsche Musiker/innen, die an dem anti-rassistischen Bandprojekt Brothers Keepers beteiligt sind: den Kölner Reggae-Sänger Adé Odukaya, den Frankfurter Hip Hopper D-Flame und die in der ehemaligen DDR geborene Soul-Interpretin Mamadee. Alle drei wuchsen weitgehend ohne ihre afrikanischen Väter bei ihren allein erziehenden deutschen Müttern auf. Auch deswegen spielt die Auseinandersetzung mit den afrikanischen Wurzeln eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Die alltäglichen Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland sowie ihr tief empfundenes Gefühl der Ausgrenzung und Heimatlosigkeit verarbeiten sie in ihrer Musik. Seit dem Jahr 2000 engagieren sich Adé, Mamadee und D-Flame im Projekt Brothers Keepers, das nach der Ermordung des Mosambikaners Alberto Adriano durch Neonazis in Dessau im Jahr 2000 von rund zwanzig afro-deutschen Musiker/innen ins Leben gerufen wurde. Durch die Verknüpfung der Geschichte von Brother’s Keepers und den faszinierenden Auftritten des Bandprojekts ist mit „Yes I am“ ein sehr sehenswerter Film entstanden.

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