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Kinowerkstatt – Programm v. 23. -26. Nov. 2007

„Der Fall Jägerstätter“ (Österr. 1970/71, DVD) (Fr. 23. Nov. 19 Uhr + Sa. 24. Nov. 19 Uhr)

„Welcome to Vienna“ (Österr. 1985, DVD) (Fr. 23. Nov. 21.45 Uhr, Sa. 24. Nov. 21 Uhr)

„Der grosse Ausverkauf“(Deutschland 2006, 35 mm) (So. 25. Nov. 20 Uhr + Mo. 26. Nov. 20 Uhr)

Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Freitag, den 23. November, sowie am Samstag, den 24. November, jeweils um 19 Uhr den Film „Der Fall Jägerstätter“ (Österreich/Deutschland 1970/71) von Axel Corti anläßlich der Seligsprechung Franz Jägerstätters.

„Der Fall Jägerstätter“ ist die authentische Geschichte eines einfachen Mannes, der es aus Gewissensgründen ablehnte, einer Wehrmacht zu dienen, die einen verwerflichen Krieg führte.

Im Jahre 1943 wurde der aus St. Radegund in Oberösterreich stammende Bauer und dreifache Vater Franz Jägerstätter durch das Oberste Reichskriegsgericht zum Tode verurteilt und am 9. August desselben Jahres in einem Wehrmachtsgefängnis in Berlin enthauptet.

Franz Jägerstätter besaß in St. Radegund eine kleine Landwirtschaft und versah in der dortigen Kirche die Dienste des Mesners. Er machte aus seiner Ablehnung des nationalsozialistischen Regimes ebenso wenig ein Hehl wie aus seiner starken Religiosität.

Jägerstätter verweigerte den Wehrdienst mit der Begründung, dass er als Christ einem ungerechten Regime nicht dienen und an einem verbrecherischen Kriege nicht teilnehmen dürfe. Den Rat seiner Freunde, die Verantwortung für die Angelegenheiten des Staates der Obrigkeit zu überlassen, lehnte er ab. Er war der Ansicht, dass ihm kein Mensch – kein Führer und kein Bischof – die Verantwortung für sein Tun abnehmen können. Mit dieser Entscheidung stand er allein: Gegen seine Familie (er war Vater von drei Kindern), gegen sein Dorf, gegen seine Kirche. Er folgte seinem Gewissen und nahm den Tod auf sich. Seit 1997 wird die Seligsprechung Franz Jägerstätters betrieben, schließlich wurde er Anfang dieses Monats (Nov. 2007) selig gesprochen.
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Am Freitag, um 21.45 Uhr sowie am Samstag, um 21 Uhr läuft ein zweiter Film von Axel Corti „Welcome to Vienna“ (Österreich 1985)

„Welcome in Vienna“ ist der dritte Teil der Trilogie ‚Wohin und zurück‘, nach einem größtenteils autobiografischen Drehbuch des aus Wien gebürtigen Schriftstellers, Journalisten und Filmemachers Georg Stefan Troller, der 1938 vor den Nazis durch Europa floh und in die USA emigrierte. Er kehrte 1949 nach Europa zurück und begann, für den Rundfunk zu arbeiten. Welcome in Vienna beginnt im Winter 1944, der Hauptprotagonist Freddy (Gabriel Barylli) kämpft als amerikanischer Soldat in den letzten Kriegstagen im Elsass. Die Rückkehr nach Wien nach Kriegsende wird überschattet von der Distanz, mit dem man dem jüdischen Remigranten begegnet, von Korruption, Neid und Schwarzmarktgeschäften, vom kühlen Taktieren der amerikanischen Armeeführung, die ehemaligen Nazi-Generälen Straffreiheit verspricht, um so an militärisches Wissen über die Rote Armee zu kommen. „Axel Corti ist durch seine präzise und dichte Regie eine Offenbarung, ein Cineast, der sich die Klarheit zum Leitbild gemacht hat.“ schrieb Alain Philippon in den Cahiers du Cinéma.
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Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Sonntag, den 25. November und am Montag, den 26. November, jeweils um 20 Uhr den Film „Der grosse Ausverkauf“(Deutschland 2006) – Regie: Florian Opitz – Darsteller: (Mitwirkende) Bongani Lubisi, Simon Weller, Minda Lorando, Delfin Seriano Jr., Oscar Olivera, Rosa de Turpo, Joseph E. Stiglitz – FSK: ab 6 – Fassung: O.m.d.U. (94 min.)

Den Ausverkauf der menschlichen Gesellschaft durch die grassierende Globalisierung klagt diese packende Dokumentarfilm mit schockierender Deutlichkeit an.

Vier Menschen aus verschiedenen Erdteilen leiden unter der Privatisierung ihrer Grundversorgung: Ein südafrikanischer Aktivist protestiert gegen einen Stromkonzern, er ist mit seinem Team von „Guerilla-Elektrikern“ auf den Straßen des südafrikanischen Townships Soweto unterwegs, um die Häuser derer wieder ans Stromnetz anzuschließen, die zu arm sind, ihre Stromrechnungen zu bezahlen. Seit der Privatisierung der ehemals staatlichen Stromversorgung sind diese um ein Vielfaches gestiegen.

Ein britischer Lokführer beklagt den lebensgefährlich maroden Zustand des kaum noch gewarteten Schienennetzes. Er erzählt vom Zustand der Eisenbahn in Großbritannien, seitdem die staatliche British Rail unter Premierministerin Thatcher privatisiert wurde. Zahllose neue private Eisenbahnfirmen, die „in einer Regelmäßigkeit kommen und gehen, die aus dem Fahrplan längst verschwunden ist“ und ein marodes Schienennetz, das bereits zu tödlichen Unfällen geführt hat, sind die Folgen.

Eine arme Philippinin kann sich das Dialysegerät für ihren kranken Sohn nicht mehr leisten. Sie lebt in einem philippinischen Slum. Zweimal in der Woche muss sie Geld für die Dialyse ihres Sohnes auftreiben, da das Gesundheitssystem auf den Philippinen zu einem großen Teil privatisiert wurde und armen Menschen auch bei schweren Erkrankungen keine medizinische Versorgung gewährt wird, wenn sie nicht dafür bezahlen können.

Die Bürger Cochabambas, der drittgrößten Stadt Boliviens erhalten kein kostenfreies Leitungswasser mehr. Sie kämpfen wütend gegen einen US-Konzern, der die Wasserversorgung der Stadt unter seine Kontrolle gebracht hat und die Trinkwasserpreise auf ein Viertel des durchschnittlichen monatlichen Gehalts der Einwohner hochgetrieben hat.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017