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Montag, 21. August 2017 · wolkig  wolkig bei 19 ℃ · Philosophie im Kino: The Girl KingDorffest mit KirmesÜ30-Party im Eventhaus St. Ingbert

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Kinowerkstatt – Programm v. 30. Nov. – 2. Dez.

„Der Fall Jägerstätter“ (Österreich/Deutschland 1970/71) von Axel Corti (Fr. 30. Nov. 19 Uhr) „Welcome to Vienna“ (Österreich 1985) (Fr. 30. Nov. 21 Uhr)

„Blaubarts 8. Frau“ (USA 1938) (Sa. 1. Dezember, um 21 Uhr)

„Der grosse Ausverkauf“(Deutschland 2006, 35 mm) So. 2. Dezember, um 20 Uhr

Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Freitag, den 30. November, um 19 Uhr wegen des Interesses noch einmal den beeindruckenden Film „Der Fall Jägerstätter“ (Österreich/Deutschland 1970/71) von Axel Corti.
Der „einfache Bauer“ Franz Jägerstätter aus St. Radegund in Oberösterreich wird am 9. August 1943 in Brandenburg durch das Fallbeil hingerichtet, weil er sich bis zuletzt und konsequent weigert, den Militärdienst in der deutschen Wehrmacht zu leisten, auch nicht als Sanitäter, obwohl ihm dieser „Ausweg“, wie er von mehreren ihm wohl gesinnten NS-Bürokraten angeboten wurde, vermutlich das Leben gerettet hätte. Sein tiefer katholischer Glaube und seine sich seit dem Anschluss Österreichs an Deutschland immer mehr verfestigende Überzeugung, das Hitler-Regime führe das eigene und andere Völker geradewegs ins Verderben, lassen einen Kompromiss nicht zu, auch nicht, als seine Frau und der Pfarrer ihn in der Todeszelle besuchen kommen und nochmals versuchen, ihn umzustimmen.
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Am Freitag, den 30. November, Um 21 Uhr läuft (noch einmal) ein zweiter sehr sehenswerter Film von Axel Corti „Welcome to Vienna“ (Österreich 1985)

Mit Welcome in Vienna holt das österreichische Kino die Trümmerfilme und den Neorealismus nach, unter den Bedingungen eines Starsystems, das sich zwischen Fernsehen und Theater entwickelt hat. Während Der dritte Mann immer noch das kanonische Werk zum besetzten Wien ist (mit Amerikanern und Engländern im Zentrum und österreichischen Stars in den Nebenrollen), sind hier die Amerikaner selbst halbe Österreicher. Die undurchsichtigen Loyalitäten in der neuen Zeit verkörpert besonders gut der Opportunist Treschinsky (Karlheinz Hackl), der auf eine verquere Weise immerhin aufrichtig ist. Das Wissen der Opfer bewahrt der Theatermaler Stodola (Kurt Sowinetz), der Mauthausen überlebt hat. Ein Krieg ist gewonnen, nun formieren sich die Machtblöcke, und jeder einzelne Mensch in Wien muss sich quer über die Grenzen der Besatzungszonen positionieren – moralisch, politisch, ideologisch.

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Ernst Lubitsch in der Kinowerkstatt
Die Kinowerkstatt zeigt am Samstag, den 1. Dezember, um 21 Uhr den Film „Blaubarts achte Frau“ (USA 1938) von Ernst Lubitsch mit Claudette Colbert, Gary Cooper, Edward Everett Horton, David Niven. Die Kinowerkstatt erinnert damit an einen Regisseur, dessen Name für einige der besten Komödien der Filmgeschichte steht. Ernst Lubitsch starb genau vor 60 Jahren, am 30. November 1947. Lubitsch war der Meister der Komödie und war ein Wegbereiter der sogenannten „Screwball-Comedy“, in denen eher schwachen Männern von gewitzten und selbständigen Frauen der Kopf verdreht wurde. Der „Lubitsch-Touch“ gilt noch heute als Synonym für freche, erotische Komödien. Lubitsch-Filme zeichnen sich durch einen frivolen Umgang mit Sex und den Geschlechterbeziehungen aus, ohne vulgär oder gar pornographisch zu wirken. Diese Art des Dialogs wurde als „Lubitsch-Touch“ weltberühmt. Bestes Beispiel ist der Film „Serenade zu dritt“ (1933), in dem sich zwei Männer und eine Frau in einer platonischen Dreierbeziehung versuchen, aber an ihren Bedürfnissen scheitern. Eine Hochzeit an der Riviera steht am Beginn der meisterhaft satirischen Komödie „Blaubarts achte Frau“. Freilich keine Liebesheirat: Die verarmte Adelige Nicole de Loiselle (Claudette Colbert) ehelicht den siebenfach geschiedenen Millionär Michael Brandon (Gary Cooper) nur auf Druck ihres Vaters. Um sich zu rächen, will sie möglichst schnell wieder geschieden werden. Meisterregisseur Ernst Lubitsch lässt es in seiner satirischen Komödie über Liebesdinge in der High Society nicht an Esprit und skurrilem Witz fehlen. Für die beste komödiantische Leistung im deutschen Film wird seit 1957 jährlich vom Club der Berliner Filmjournalisten verliehen. Die Idee, den nach Ernst Lubitsch benannten Preis zu stiften, stammt von Billy Wilder.
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Der große Ausverkauf
Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Sonntag, den 2. Dezember, um 20 Uhr noch einmal den Film „Der grosse Ausverkauf“ (Deutschland 2006) – Regie: Florian Opitz – Darsteller: (Mitwirkende) Bongani Lubisi, Simon Weller, Minda Lorando, Delfin Seriano Jr., Oscar Olivera, Rosa de Turpo, Joseph E. Stiglitz – FSK: ab 6 – Fassung: O.m.d.U. (94 min.)

Den Ausverkauf der menschlichen Gesellschaft durch die grassierende Globalisierung klagt diese packende Dokumentarfilm mit schockierender Deutlichkeit an.

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