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St. Ingberter Graffiti-Sprayer ermittelt

Nachdem erst im November diesen Jahres 2 Männer auf frischer Tat beim Sprühen erwischt worden waren, gelang der St. Ingberter Polizei nun ein richtig großer Schlag gegen die St. Ingberter Graffiti-Szene.

Den Startschuß für nunmehr fast ein Jahr andauernde konzentrierte Ermittlungen gab die äußerst öffentlichkeitswirksame Verschandelung des Wahrzeichens von St. Ingbert über das Wochenende vom 7.-9. Januar 2007. Damals wurde der sogenannte „Stiefel“, eine urzeitliche Felsformation in Form eines Stiefels auf dem Stiefeler Berg, einem Waldgebiet um St. Ingbert, in voller Größe mit verschiedenen TAGs besprüht.

Danach war seitens der Polizei auch eine Zunahme von Graffitis im Stadtgebiet zu verzeichnen.

Nach Abschluß der daraufhin einsetzenden zentralen Ermittlungen, die die Polizei im einzelnen nicht preisgeben möchte, werden jetzt 3 jungen Männern aus St. Ingbert insgesamt 111 Straftaten vorgeworfen.

Einer der Beschuldigten ist 16 Jahre alt, die beiden anderen jeweils 19 Jahre.

Dem jüngeren wird die Beteiligung an 75 Straftaten, einem 19 jährigen an 43 und dem anderen an 4 Straftaten vorgeworfen.

Der angerichtete Sachschaden beträgt insgesamt rund 65000 (fünfundsechzigtausend) Euro.

So schlug allein das Stiefel-Graffiti mit 10000 (zehntausend) Euro zu Buche.

Weitere größere Sachschäden in einer Größenordnung zwischen 1500 – 3000 Euro entstanden bei zahlreichen Malereien am Tunnel in der Wollbachstraße, 2 geparkten LKW, einem Schaustellerwagen und einem Festzelt.

Betroffen waren weiterhin die Tischtennishalle in der Gustav-Claus-Anlage und zahlreiche Stromverteilerkästen im gesamten Stadtgebiet.

Alleine an Hausfassaden richteten die Beschuldigten einen Schaden von etwa 18000 (achtzehntausend)Euro an.

Aus Sicht der Polizei ist auch die Aufklärung von Graffitis bemerkenswert, die eine beachtliche Größe aufwiesen und damit ebenfalls sehr öffentlichkeitswirksam waren.

So werden den 3 Beschuldigten ein 20 m x 2 m großes Graffiti am Hela-Profizentrum, sowie ein 5,7 m x 2 m großer Schriftzug am Firmengebäude eines St. Ingberter Autohändlers zur Last gelegt.

Die 111 Ermittlungsakten werden nunmehr der Staatsanwaltschaft Saarbrücken vorgelegt.

Die Beschuldigten erwartet neben einer Anklage und einem Gerichtsverfahren auch hohe zivilrechtliche Schadenersatzforderungen der Geschädigten.

Ein Entfernen der Graffitis ist oft mit hohen Kosten verbunden, die Verjährung von Ansprüchen kann auch bei momentan zahlungsunfähigen Verursachern bis zu 30 Jahre betragen.

Die Polizei verbindet mit dieser Mitteilung auch erneut die Information an potentielle Nachahmer, daß Graffitis und Schmierereien Straftaten nach § 303 Abs. 2 StGB darstellen, wonach sich strafbar macht,“ wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.“

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017