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12. Französische Filmtage in der Kinowerkstatt St. Ingbert vom 8. – 11. Februar 2008

Die Filmtage mit Sonntagsmatinée und Frühstück sind zu einer festen Größe im Kulturleben der Stadt geworden, heiß erwartet von Freunden des französischen Nachbarlandes und Kinofans. An insgesamt vier Tagen werden Filme französischen Ursprungs, in der Regel in der französischen Originalfassung (natürlich mit hilfreichen Untertiteln) präsentiert.

Wie jedes Jahr stehen die Filmtage unter einem Motto, diesmal geht es nicht um Liebe und Abenteuer, ‚dramatische Komödien’ runden die bisherige Serie ab.

„Mag es zunächst noch so dramatisch und hinterhältig aussehen, zum Schluss gibt es doch etwas zu lachen.“ – dies ist die Überzeugung, die hinter der Programmauswahl steht und was die „dramatische Komödie“ ausmacht. Das Programm wurde von Herrn Klein und Herrn Schmitt zusammen mit Wolfgang Kraus von der Kinowerkstatt in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Bureau du Cinéma in Berlin, dem Institut d’Etudes françaises in Saarbrücken und dem Generalkonsulat der französischen Republik im Saarland zusammengestellt.

Eröffnungsfilm der diesjährigen Filmtage ist Jacques ‚Tati’s Playtime’, am Freitag, den 8. Februar, um 19 Uhr, nach einer kurzen Begrüßung, zu sehen. Der Film nimmt die Konsumgesellschaft und die sterile moderne Architektur auf die Schippe, aber er beschreibt vor allem auf geniale Weise die schrecklichen Veränderungen, die ein Leben mit sich bringt, das von einer abstrakten Logik bestimmt wird: Eine Gruppe von amerikanischen Touristen hat genau 24 Stunden zur Verfügung, um Paris zu besichtigen. Sie spazieren durch ein ultramodernes steriles Paris bis sie auf einen gewissen Hulot treffen, der natürlich auf lebendige Art das sterile Leben durcheinander bringt: Echtes Leben kommt wieder auf, die Staus verwandeln sich in eine Art Auto- Karusell, die Nacht wird märchenhaft poetisch…. Im Anschluss an den Film lädt Monsieur Mandon, le Consul Général en Sarre, alle Zuschauer zu einem Vin d‘honneur ein.

Weiter geht es dann am Samstag, den 9. Februar, ab 19 Uhr mit der Komödie ‚Les anges gardiens (Die Schutzengel) von Jean-Marie Poiré mit Gérard Depardieu, Christian Clavier, Eva Grimaldi, Yves Rénier, 1995, Farbe, 110 Minuten.
Am Anfang sind die Rollen gut verteilt: Ein skrupelloser Geschäftemacher, Carco, der widerwillig den Auftrag übernimmt, das Kind eines Freundes aus Hong-Kong zurück zu bringen, der aber vor allem an die 40 Millionen $ denkt, die er schmuggeln soll und ein mitfühlender, ehrlicher Priester, Pater Tarain. Aber das Eingreifen des guten Engels von Carco und des bösen Engels von Tarain bringen die Verhaltensweisen und den Lauf der Ereignisse durcheinander… Im Anschluss, Samstag, 9. Februar, um 21 Uhr, läuft „Bye- Bye“ eine „Comédie dramatique“ von Karim Dridi mit Sami Bouajila, Nozha Khouarda, Philippe Ambrosini, Moussa Maaskri, 1995, Farbe, 105 Minuten. Ein junger „beur“ (Bezeichnung für Araber, die in Frankreich leben oder sogar geboren sind), Ismaël, der in Begleitung seines Bruders Maloud auf der Heimreise nach Nordafrika ist, unterbricht seine Reise in Marseille und wohnt dort bei seinem Onkel. Um die Überfahrt mit dem Schiff zu bezahlen, arbeitet er auf einer Baustelle. So ist Maloud sich selbst überlassen. Gute kleine „beurs“, die Schwierigkeiten haben mit bösen rassistischen Weißen und schwarzen Dealern…., der Film hätte in dieses schwarz-weiß-Schema fallen können, wenn da nicht auch gute Weiße (Ludo, ein Arbeitskamerad) und ein wenig empfehlenswerter Araber (der Cousin Rhida) und vor allem die menschliche Wärme wäre, die all diese Menschen eines armen Stadtviertels von Marseille so liebenswert macht. Ein sehenswerter Film.

Am Sonntag, den 10. Februar, um 11 Uhr zur traditionellen Matinée-Vorstellung ist
LA FILLE DE D’ARTAGNAN (D’ARTAGNANS TOCHTER),
eine Komödie von Bertrand Tavernier mit Sophie Marceau, Philippe Noiret,Jean-Luc Bideau, Raoul Billerey (1994, Farbe, 130 Minuten) in deutscher Fassung, und damit auch für die jüngeren Zuschauer leicht zugänglich, zu sehen. D’Artagnans Tochter versucht das Komplott gegen den jungen König Ludwig XIV. zu verhindern, das ein Sklavenhändler geplant hat. Leider wird sie gefangen und als Sklavin verkauft. Aber Papa kommt ihr mit seinen Freunden, den Musketieren zu Hilfe und es gelingt ihnen, sie – nach vielen heftigen Kämpfen – zu befreien. Im Anschluss an den Film sind alle eingeladen zu Käse, Brot und Wein.

Ums Essen geht es auch in der ersten Komödie am Abend, Sonntag, den 10. Februar, ab 18 Uhr in „LE DÎNER DE CONS“ (Dinner für Spinner), in der französischen Fassung mit deutschen Untertiteln zu sehen. In der Komödie von Francis Veber mit Jacques Villeret, Thierry Lheremite, Francis Huster (1998, Farbe, 80 Minuten) geht es darum, dass sich jeden Mittwoch Pierre und seine Freunde zu einem „dîner de cons“ treffen: Jeder muss einen Menschen mitbringen, der besonders schwerfällig, begriffsstutzig oder langweilig ist. Der Gewinner des Abends ist derjenige, der den blödesten (le plus con) mitgebracht hat…

Am Sonntagabend um 19.45 Uhr folgt dann ein Leckerbissen und selten zu sehender Film von Luis Bunuel „Die Milchstrasse“ (La voie lactée), in der franz. Fassung mit englischen Untertiteln, am Montag, den 11. Februar, in der deutschen Fassung zu sehen.
Die Milchstraße wurde als himmlisches Äquivalent des irdischen Jakobsweges angesehen, daher der Name des Films. In der „Comédie dramatique“ von Luis Buňuel, mit Paul Frankeur (Pierre) Laurent Terzieff (Jean), Edith Scob(Marie), Bernard Verley (Jésus), Alain Cuny , … Michel Piccoli (1969, Farbe, 101 Minuten) wollen zwei Clochards zum spanischen Wallfahrtsort Santiago de Compostela ziehen. Sie hoffen auf reichliche Almosen. Unterwegs begegnen sie seltsamen Personen aus verschiedenen Jahrhunderten: Satan, Priscillien mit seiner Sekte im IV. Jahrhundert, Jésus auf der Hochzeit von Kanaa, einem Jesuiten und einem Jansenisten, die sich streiten. Die bekanntesten Häresien werden auf diese Weise vorgeführt. Die Kinowerkstatt ist mit einem Film, der die Reise auf dem Jakobsweg zum Inhalt hat, hochaktuell. Denn als Bunuel den Film 1969 drehte, war die moderne Art der Selbstfindung noch nicht in, mal ‚weg zu sein’, um sich auf dem Weg nach Santiago de Compostella wiederzufinden.

Eintritt: je Film 4.- Euro/2,50 Euro für Schüler und Studenten/Frühstück 5,. Euro.

Übersicht:
Fr. 8. Febr. 19 Uhr: Eröffnung „Playtime“ (Frankreich 1967) von Jacques Tati. Sa. 9. Febr. 19 Uhr: „Les Anges Gardiens“ (Die Schutzengel, Frankreich 1995) v. Jean-Marie
Poiré
Sa. 9. Febr. 21 Uhr: „Bye – Bye“ (Frankreich 1995) von Karim Dridi So. 10. Febr. 11 Uhr: „D’Artagnans Tochter“ (Frankreich 1994) von Bertrand Tavernier
So. 10. Febr. 18 Uhr: „Diner de Cons“ (Frankreich 1998) von Francis Veber So. 10. Febr. 19.45 Uhr: „La Voie Lactée » (Die Milchstrasse, Frankreich 1969) Luis Bunuel Mo. 11. Febr. 20.00 Uhr: „Die Milchstrasse“ ( Frankreich 1969, dt. Fassung) Luis Bunuel

Eintritt: je Film 4.- Euro/2,50 Euro für Schüler und Studenten/Frühstück 5,- Euro.

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