Nachrichten

Mittwoch, 23. August 2017 · sonnig  sonnig bei 17 ℃ · Die Bremer StadtmusikantenDoppelkreisel in der Spieser LandstraßeSchachclub feierte sein Sommerfest

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

OB Jung soll Zirkus mit Wildtieren in St. Ingbert verbieten

wie die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. mitteilt, wurde Oberbürgermeister Georg Jung in einem Brief kürzlich gebeten, zukünftig kein Zirkusgastspiel mit Wildtieren in St. Ingbert zuzulassen. Damit soll dem 2003 vom Bundesrat mit überwältigender Mehrheit beschlossene Verbot von Wildtieren im Zirkus (insbesondere Affen, Elefanten und Bären) Rechnung getragen und der Tierschutz auf kommunaler Ebene gestärkt werden. Städte wie Chemnitz oder Heidelberg hätten bereits Verbote ausgesprochen und die Wildtierhaltung stark begrenzt. Kein St. Ingberter Behördenvertreter solle einem Zirkus mit Wildtieren eine PR-Plattform ermöglichen, keine Freikarten mehr entgegengenommen und stattdessen gemeinsame Pressetermine strikt ablehnen. Außer St. Ingbert wurden weitere Städte anderer Bundesländer angeschrieben. Bislang wartet PETA Deutschland auf eine Antwort aus dem Rathaus.

„Damit tragen Sie dem Artikel 20a des Grundgesetzes, wonach der Staat eine besondere Verantwortung Tieren gegenüber übernommen hat, Rechnung und helfen konkret, den Umgang mit Tieren in ethisch verträgliche, tierschutzgerechte Bahnen zu lenken, noch bevor Herr Minister Seehofer den Auftrag des Bundesrates umsetzt und einen entsprechenden Verordnungsentwurf auf den Weg bringt“, schreibt Carola Schmitt, Zirkusexpertin bei PETA Deutschland e.V.

Das Verbot von Wildtieren im Zirkus geht auf die Initiative des Landes Hessen zurück. In Zirkussen sollen demnach nur noch solche Tiere mitgeführt werden, die dort auch artgerecht gehalten werden können. Länder wie Österreich, Dänemark, Schweden und Finnland haben schon vor Jahren Verbote erlassen, da entsprechende Tierarten besondere Ansprüche z.B. hinsichtlich der Ausbruchsicherheit, Größe und Ausstattung von Gehegen, der Zusammensetzung sozialer Gruppen, des Transportes oder auch an klimatische Gegebenheiten haben, denen ein Wanderzirkus nicht gerecht werden kann. Im Zirkus werden die Tiere ihrer natürlichen Bedürfnisse beraubt, was zu Schmerzen und Leiden führt. Die Grenze des Vertretbaren ist durch erhöhte Sterblichkeit und schwere Verhaltensstörungen von Wildtieren im Zirkus längst erreicht, ja sogar in vielen auch gerichtskundigen Fällen überschritten. Schon dadurch, dass die Tiere einen Großteil ihres Lebens in Transportwagen verbringen, sind ihre Möglichkeiten, sich artgemäß zu bewegen, stark eingeschränkt. Angeborene Verhaltensweisen wie graben, klettern, schwimmen, sprinten u.v.m. werden permanent unterbunden. Die Notwendigkeit zur fortwährenden Mobilität, aber auch Sicherheitsgründe zwingen zu Kompromissen, die zu Lasten der Tiere gehen. Insbesondere bei Affen, Elefanten und Bären wurden des Landes Hessen zufolge eklatante Haltungsmängel festgestellt, die nachweislich zu einer erhöhten Sterblichkeit, Gesundheitsschäden oder schweren Verhaltensstörungen führen.

PETA Deutschland e.V. ist zusammen mit seinen Schwesterorganisationen mit über 1,8 Millionen Unterstützern die weltweit größte Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017