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Erste Ökostrom-Infoveranstaltung der Verbraucherzentrale vor interessiertem Publikum

Im Vordergrund der Infoveranstaltung standen Tipps zum Energiesparen. Denn Energie, die nicht verbraucht wird, ist die ökologischste. Der Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale, Norbert Jeziorski, erläuterte die wichtigsten Punkte bei der energetischen Sanierung von Gebäuden im Bestand.
1. Die Wärmedämmung des Dachs ist von besonderer Bedeutung, weil ca. 30% der Transmissionswärme durch das Dach entweicht. In vielen Fällen ist es ratsam, nicht die Dachschrägen, sondern die oberste Geschoßdecke zu dämmen.
2. Eine weitere kostengünstige und effektive Maßnahme ist die Dämmung der Kellerdecke von unten. Grundsätzlich sollte eine nachträgliche Wärmedämmschicht auf der kalten Seite angebracht werden.
Welche Materialien im Einzelfall für diese Maßnahme infrage kommen, können Interessenten in einem persönlichen Beratungsgespräch mit dem Energieberater der Verbraucherzentrale klären.
3. Die Dämmung der Fassade von außen ist zweifellos eine der kostenträchtigsten Sanierungsmaßnahmen. Auf eine Dämmung des Fassadenbereichs von innen sollte nach Möglichkeit verzichtet werden, da hierbei sehr oft Kältebrücken entstehen, die zu Schimmelbildung führen.
4. Beim Einbau neuer Fenster zwecks energetischer Sanierung müssen begleitende Maßnahmen berücksichtigt werden. Als Einzelmaßnahme führt der teure Fenstertausch oft zu unbefriedigenden Ergebnissen.
5. Der Austausch der Heizung macht sich in etlichen Fällen sehr positiv bemerkbar. So konnten mehrere Teilnehmer der Veranstaltung ihrerseits berichten, dass sie nach dem Einbau eines Brennwert-Kessels ca. ein Drittel der Energie sparten. Dies ist gemäß den Erläuterungen des Energieberaters Norbert Jeziorski unter anderem darauf zurück zu führen, dass die alten Heizkessel in der Regel überdimensioniert sind und daher sehr hohe Verluste produzieren.
6. Ab einer Haushaltsgröße von 3 – 4 Personen ist die Solar –unterstützte Warmwasserbereitung in Erwägung zu ziehen.

Auch zum Stromsparen wurden wichtige Hinweise gegeben. Mehrere Teilnehmer der Veranstaltung berichteten aus eigener Erfahrung wie sie den Betrieb des elektrischen Wäschetrockners reduziert und welche positiven Erfahrungen sie mit Energiesparlampen gemacht haben.

Das Thema Ökostrom kam nicht zu kurz. Gertrud Truar von der Verbraucherzentrale erläuterte, welche Ökostromangebote zur Wahl stehen und dass es aus der Sicht der Verbraucherzentrale wichtig ist, nicht allein auf das Stichwort „Öko“ zu achten, sondern auf die zusätzliche Kennzeichnung „ok-power-Siegel“ und „Grüner Strom-Label“. Nur bei dieser Qualitätskennzeichnung kann der Verbraucher sicher sein, dass der gewählte Ökostrom auch einen nachhaltigen Ausbau mit immer neuen Ökokraftwerken (z.B. Solar-, Wind-, Wasserkraftwerke) bewirkt. In diesem Zusammenhang ging die Fachfrau auch auf das Anliegen der Bürgerinitiative „Kein Strom aus Palmöl“ ein und erläuterte, dass die beiden Qualitätskennzeichen „ok-power-Siegel“ und „Grüner-Strom-Label“ Palmöl als Brennstoff in einem Biomassekraftwerk ausschließen. Es ist nur Biomasse aus der Region und aus nachhaltiger Erzeugung zulässig.
Im Anschluss an die Ausführungen der Fachleute hatten die Veranstaltungsteilnehmer Gelegenheit, sich in einem individuellen Gespräch ausführlich beraten zu lassen. Sie erhielten auch Hinweise auf das regelmäßige Energieberatungsangebot in St. Ingbert und weiteren 11 Städten und Gemeinden im Saarland.

Fragen zum Thema Ökostrom beantwortet Gertrud Truar in der Verbraucherberatungsstelle Saarbrücken, Tel.: 0681 50089-0 (telefonische Erreichbarkeit montags bis freitags 8.30 – 12.00 Uhr).

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017