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Barockes Erbe neu beleben

Es ist soweit: Nach einer längeren, arbeitsintensiven Vorbereitungszeit kann nun am 13. April 2008 die BarockStraße SaarPfalz offiziell eröffnet werden. Aus diesem Anlass wird in der Barockstadt Blieskastel an diesem Tag ein großes Fest gefeiert. Startschuss am Sonntag, 13. April ist 11 Uhr an der Orangerie. Und dann wird den ganzen Tag die BarockStraße gefeiert.
Die BarockStraße SaarPfalz ist die erste kulturhistorische Themenroute im Saarland.
Partner auf saarländischer Seite sind der Regionalverband Saarbrücken, die Landkreise Neunkirchen und Saarpfalz sowie auf rheinland-pfälzischer Seite die Stadt Zweibrücken.
Ziel der Barockstraße ist die touristische Inwertsetzung der barocken Bausubstanzen, die insbesondere in den ehemaligen Residenzen zwischen Saar und Blies hervortreten. Saarbrücken und Ottweiler, die Residenzstädte der Fürsten von Nassau-Saarbrücken, sind geprägt durch die Bauten des Hofarchitekten Friedrich Joachim Stengel, dem in Saarbrücken eine Promenade – vorbei an seinen Bauwerken – gewidmet ist.
Blieskastel als Sitz der Grafen von der Leyen, erhielt unter Gräfin Marianne von der Leyen sein barockes Gepräge, das bis heute in seiner einmaligen Komplexität das Stadtbild bestimmt. Das pfälzische Zweibrücken verfügt mit der Herzogvorstadt und der Parkanlage Tschifflik über herausragende Elemente barocker Architektur und Landschaftsgestaltung.
Diese vier Residenzstädte der drei Herrschaftshäuser bilden die Kristallisationspunkte auf einer Perlenkette, die sich als BarockStraße SaarPfalz von Ottweiler nach Saarbrücken auf rund 200 Kilometer Autostraßen durch die heutigen Landkreise Neunkirchen und Saarpfalz, die Stadt Zweibrücken, den Landkreis Südwestpfalz und schließlich den Stadtverband Saarbrücken schlängelt.
Neben diesen vier Residenzstädten füllen zahlreiche barocke Stationen den Zwischenraum. Dabei sind es nicht nur die spektakulären Bauten, wie sie in der Saarbrücker Ludwigskirche, dem Saarbrücker Schloss, dem Witwenpalais Ottweiler, der Schlosskirche Blieskastel oder der Herzogvorstadt in Zweibrücken vorzufinden sind, sondern die unscheinbaren, eher versteckten Zeugnisse dieser Epoche, die auf ihre Entdeckung durch die Besucher warten.
So stehen die Ölmühle in Berschweiler und das Püttlinger Uhrenmuseum stellvertretend für das technische Niveau der Barockepoche. Mühlentechnik als Antrieb für die Massenherstellung verschiedener Produkte auf der einen Seite und feinste filigrane Mechanik barocker Zeitmesser auf der anderen.
Neben prachtvollen repräsentativen Bauwerken stehen Zweckbauten der ersten großindustriellen Fertigung an der Route und warten darauf von den Reisenden entdeckt zu werden. Die Ausschilderung der Hauptroute von Ottweiler nach Saarbrücken und der Köllertal-Warndt-Schleife ist umgesetzt; die Finanzierung dieser Arbeiten hat das saarländische Wirtschaftsministerium mit 70 Prozent (= 80.000,00 Euro) gefördert. Mit der Beschilderung ist der erste Schritt getan. Weitere Schritte werden folgen, um die BarockStraße SaarPfalz zu einer Route der Fantasie und des Genießens weiterzuentwickeln.
So bilden diverse Barockbauten den stilvollen Rahmen für Musik, Kunst und Kulinarik. Auf den Festen, in der Gastlichkeit und im „Savoir Vivre“ lebt das barocke Lebensgefühl weiter. Die Ländereien und Wälder, die früheren Jagdreviere der Herrschaft, mit Jagdsitzen und kleinen Lustschlössern sind heute beliebte Ausflugsziele im Grünen. Die Fertigung von Porzellan in Zweibrücken und Ottweiler – heute zu den teuersten Sammlerobjekten weltweit zählend – war Basis für die spätere industrielle Massenfertigung. Mit der Förderung der Steinkohle begann hier die Zeit der Industriefürsten. Das Schlagen der Eisenhämmer kündigte unüberhörbar den Siegeszug des herannahenden Industriezeitalters an.
Das Programm zur Eröffnung ist vielfältig und wird sicherlich viele Interessierte am 13. April nach Blieskastel locken. Um 11 Uhr zieht der „Hof“ ein: Die Gräfin Marianne von der Leyen und Reichsgräfin Catharina von Ottweiler werden zusammen mit Baumeister Friedrich Stengel und einer Kammerzofe die offizielle Eröffnung einleiten. Nach den Grußworten, die von barocker Musik untermalt werden, wird dann das Band durchschnitten und die BarockStraße SaarPfalz offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Um 13 Uhr wird das Buch „Barocke Gartenlust“ des Verlags Schnell & Steiner in der Orangerie vorgestellt. Dieses Buch lädt zu einer Fahrt entlang der BarockStraße ein, die auch eine Reihe schöner und vergessener Gärten miteinander verbindet. Von 13.30 Uhr bis in den Abend hinein folgen musikalische und tänzerische Darbietungen mit der Musikschule Zweibrücken, der Stanislaus-Gruppe, Christian von Blohn, Fleurs du Baroque und einem Bänkelsänger.
Um 14 und um 15 Uhr werden Stadtführungen durch Blieskastel angeboten. Zudem bietet das Café Chili einen Rundgang durch Blieskastel an, der mit einer „Coffee-Stunde“ in der Orangerie endet.
Was wäre ein solches Fest – und auch die BarockStraße SaarPfalz – ohne ein tolles kulinarisches Angebot. Im Barockgarten hinter der Orangerie wird eine kleine Zeltstadt entstehen, in der sich Firmen präsentieren, die die Idee der BarockStraße schon aufgenommen haben und somit zu Werbeträgern der Region geworden sind. Es sind die Bäckerei Schäfer aus Ottweiler, das Gasthaus „Zur Linde“ in Mainzweiler, die Firma Juchem aus Eppelborn, die Abteibrauerei aus Mettlach, die Brauerei Bruch aus Saarbrücken, die Bäckerei Kuhn aus Blieskastel, die Kaffeerösterei aus Blieskastel, der Annahof in Niederwürzbach, Feinkost Flatter aus Homburg und das Café Chili aus Homburg.
Da der Parkraum an der Orangerie nur begrenzt vorhanden ist, sollten die Besucher auf dem Parkplatz am ehemaligen Bahnhof parken – und können dann – stilecht – mit der Kutsche vom Paradeplatz zur Orangerie fahren. Den ganzen Tag über wird der Kutschbetrieb laufen. Und für die kleinen Gäste ist zusätzlich ein Kinderprogramm im Garten der Orangerie aufgebaut, so dass dieser Tag ein Tag für die ganze Familie werden kann.

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