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Kinowerkstatt – Programm

„Was am Ende zählt“ (Fr. 30. Mai, 19 und 21.45 Uhr, So. 1. Juni, Mo. 2. Juni je 20 Uhr) „Thank you for smoking“ (Sa. 31. Mai, 19 und 21 Uhr)
Familienkino: „Mikrokosmos“ (Sa. 31. Mai, 16 Uhr)

Die Kinowerkstatt St. Ingbert zeigt am Freitag, den 30. Mai, um 19 und 21.45 Uhr, sowie am Sonntag und Montag, jeweils um 20 Uhr „Was am Ende zählt“ von Julia von Heinz mit Marie Luise Schramm, Paula Kalenberg u. a.: Eine Freundschaft, ein Baby, ein Versicherungsbetrug: Zwei Frauen finden in diesem Debütfilm eine ungewöhnliche Lösung für ihr Problem.

Wie oft stolpert man schon beim Filmegucken über Geschichten, die so wirklich noch nie erzählt worden sind? Ganz, ganz selten, oder? Die Geschichte von „Was am Ende zählt“ ist aber so eine. Zwei junge Frauen begegnen sich in Berlin: die Streunerin Lucie (Marie Luise Schramm) und die bürgerliche Carla (Paula Kalenberg), die hier durch eine Verkettung von Umständen ohne Geld gestrandet ist. Weil Carla über ihren Vater krankenversichert ist, zu dem sie aber den Kontakt abgebrochen hat, traut sie sich nicht zum Arzt, nachdem sie ungewollt schwanger geworden ist. Da heckt die pragmatische Lucie für sie einen Plan aus: Carla wird mit Lucies Versicherungskarte zum Arzt gehen und das Baby unter Lucies Namen zur Welt bringen. Und Lucie wird das Baby danach behalten, als ihres ausgeben und ihm die schöne Kindheit schenken, die sie selber nie gehabt hat. Carla wird wieder frei sein. Fortan sieht man, wie Carla ihren Bauch straff einwickelt, damit ihr keiner die Schwangerschaft ansieht, und Lucie sich gleichzeitig Kissen unters T-Shirt stopft. Und natürlich wird das alles nicht so glatt gehen, wie die beiden sich das ausgemalt haben. Erstaunlich unsentimental, manchmal fast rau erzählt Regisseurin Julia von Heinz in ihrem Debütfilm diese Geschichte. Und berührt einen doch sehr mit dem Schicksal dieser beiden so unterschiedlichen Frauen, die so verschiedene Dinge vom Leben zu erwarten scheinen. Ein kleiner, wunderbarer Ausnahmefilm über Freundschaft und die Suche nach Geborgenheit. Denn das ist es wahrscheinlich, was am Ende zählt.
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Die Kinowerkstatt zeigt am Samstag, den 31. Mai, um 19 und 21 Uhr, passend zum Weltnichtrauchertag, die herrliche Satire „Thank you for smoking“ (USA, 2006)von Jason Reitman in Zusammenarbeit mit den Frischluftfreunden, die es sich zum Ziel gesetzt haben, junge Menschen dazu zu bringen, nicht mit dem Rauchen zu beginnen – eben Frischluftfreunde zu bleiben. Wer bringt am Tage mehr Menschen um: die Tabakindustrie oder die Waffenhersteller. Es ist eindeutig: Durch Tabak werden in den USA täglich 1200 Menschen, also 3 vollbesetze Jumbo-Jets getötet. Und Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist stolz darauf, denn er ist Leiter der Presseabteilung von Big Tobacco, einem großen Zigarettenkonzern im Lande. Er meistert bisher die Aufgabe, den Gegnern der Tabakindustrie Paroli zu bieten, verdreht ungeniert die Tatsachen und stellt seinen Arbeitgeber eloquent immer ins beste Licht. Ein gut bezahlter Job, schließlich gilt es noch eine Hypothek abzuzahlen. Doch durch Gesetze soll die Branche um ihre Gewinne gebracht werden. Zusammen mit Kollegen von ähnlich bedrohten Branchen bildet man den Club T.A.G. = „Team, tödlich, aber gut“, wo man sich regelmäßig „Bei Bert´s“ trifft, über ihre Probleme spricht und in geselliger Runde über deren Feinde herzieht. Dazu gehört Polly Bailey (Maria Bello), Lobbyistin der Alkohol-Industrie sowie Bobby Jay Bliss (David Koechner), der die Waffenlobby vertritt.
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Im Familienkino, am Samstag, den 31. Mai, um 16 Uhr ist der Film „Mikrokosmos“ (Frankreich 1995, 77 Min.) von Claude Nuridsaniy, Marie Perennou zu sehen. Der Film ist auch für die ganz Kleinen sehenswert. Welch grandiose Idee hatten die Biologen Claude Nuridsany und Marie Perennou! Eines strahlenden Sommertages klemmten sie ihre Kamera unter den Arm und wanderten zu einer schönen, bunten Wiese. Vier Jahre lang schauten sie dort den Pflanzen und Tieren zu. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mikrokosmos ist ein exzellenter Film!
„Das Volk der Gräser“, so der Untertitel, spielt dabei die Hauptrolle. In Großaufnahme und in schillernden Farben bestaunt der Zuschauer einen Marienkäfer, der über ein Blatt huscht und dabei den Morgentau trinkt. Kurz darauf sieht der Betrachter die Welt durch die Augeneiner Libelle, die durch die Luft schwirrt.

Mikrokosmos schafft das Leben der gewöhnlichen Wiese von nebenan auf die Leinwand und schlägt trotzdem die meisten millionenschweren Hollywood-Produktionen in Spannung, Unterhaltung und Information um Längen. Und dabei zeigt der Film doch nur Wirkliches.
Ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Technik Cannes 1996.

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