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Einladung zur Begegnung mit dem Schriftsteller und Dichter Reinhold Schneider

In den vierziger und fünfziger Jahren vielgelesen, ist er heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Aus Anlaß seines 50. Todestages widmen ihm die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz und das St. Ingberter Literaturforum mit der Stadtbücherei zwei Veranstaltungen.

Reinhold Schneiders Leben und Werk beleuchtet Prof. Dr. Gerhard Sauder am Mittwoch, dem 18. Juni 2008 um 19.00 Uhr in der Stadtbücheri St. Ingbert (Kaiserstraße 71). Als Leitmotiv dabei kann der Satz “Als Kreuz ererbter Widerspruch“ gelten. In den zwanziger Jahren bereist Schneider fast alle europäischen Lander und sammelt Eindrücke für seine Abhandlungen über europäische Monarchien, die er in einer tragischen Geschichtsperspektive sah. Im Geist Nietzsches kritisierte er die Verbindung von Christentum und institutioneller Macht. In den dreißiger Jahren bis in die Nachkriegszeit bekannte er sich zur Kirche als dem Felsen inmitten des Nationalsozialismus. Mit religiöser Lyrik, historisierenden Erzählungen und zahlreichen Traktaten, die in die Hand von Soldaten, in Lazarette, Krankenhäuser und Gefangenen- und Konzentrationslager geschmuggelt wurden, wurde er für viele während des Krieges zum prophetischen Mahner und Tröster. Nach Kriegsende gehörte er zu den rigorosen Kritikern des ‚Kalten Krieges‘ und zu den Anwälten des Weltfriedens. Dies brachte ihn in Gegensatz zur katholischen Moraltheologie. In seiner letzten Schaffensphase brachen seine frühen Zweifel am Sinn christlicher Existenz wieder auf. Autobiographische Schriften wie „Verhüllter Tag“ und „Winter in Wien“, aber auch einzelne Erzählungen und der Roman „Las Casas vor Karl V.“ gehören zum Kanon der deutschen Literatur. Zu der Veranstaltung laden das St. Ingberter Literaturforum (ILF), die Stadtbücherei und die Katholische Erwachsenenbildung Saapfalz ein. Der Eintritt ist frei.

„Die Gnade des Unglücks” – mit diesem Wort Reinhold Schneiders ist das Programm der Konzertlesung am Donnerstag, dem 26. Juni um 19.30 Uhr in der Kirche St. Franziskus in St. Ingbert (Kapuzinerstraße/Ecke Karl-August-Woll-Straße) überschrieben. Im Mittelpunkt des Abends stehen ausgewählte Texte aus Schneiders Roman “Las Casas vor Karl V.”, aus seinen autobiographischen Schriften und den Erzählungen “Taganrog” und “Der Abgrund”. Kaum bekannt und einer Endeckung wert ist Schneiders umfangreiches lyrisches Werk; einige seiner Gedichte sind ebenfalls zu hören.
Der renommierte Münchener Musiker Christian Brembeck läßt mit einem eigens dazu konzipierten Orgelkonzert eine musikalische Ergänzung und Vertiefung der Themen erklingen. Christian Brembeck gehört zur internationalen Spitzenriege der Organisten, Pianisten und Cembalisten. In seinen dramaturgisch durchdachten Programmen bringt der Künstler neben den Werken der “Großen” der Orgelliteratur auch entlegene Werke und unbekannte Kostbarkeiten zu Gehör. Seine “intensive Konzentration, seine Gestaltungskraft und seine profunde Technik” zeigen sich in sowohl seiner intensiven Interpretation alter und neuer Musik als auch in seiner außergewöhnlichen Improvisationskunst. Ein besonderes Anliegen Brembecks sind seine Spezialprogramme zu Malerei und Literatur. Wie kaum ein anderer versteht er es, die Themen und Assoziationen von Bildern und Texten musikalisch aufzugreifen, zu kommentieren und zu vertiefen. In St. Ingbert war der Künstler bereits mehrmals zu Gast; seine Musik wurde von Publikum und Presse begeistert aufgenommen.
Der Eintritt zur Konzertlesung beträgt 8,- (Schüler, Studenten: 6,-) Euro. Info/Reservierung: Katholische Erwachsenenbildung, Tel.: 06894/9630516, E-Mail: KEBSaarpfalz@aol.com

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