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Mammographie-Screening erreicht Homburg

Mammographiescreening bedeutet Mammographie als Reihenuntersuchung der gesunden Frauen und dient der Früherkennung von Brustkrebs, dem mit Abstand häufigsten Krebs der Frau. Früherkennung bedeutet früherer Behandlungsbeginn bei Auffindung noch sehr kleiner Tumoren und damit häufiger Erhalt der zu operierenden Brust und bessere Überlebenschancen.

Die Einladung folgt den Melderegistern der Gemeinden und geht nach Straßenzügen vor. Wer bereits wegen Erkrankungen oder besonderer Risiken ohnehin bei seinem Radiologen oder Frauenarzt mit Mammographien in Betreuung ist, braucht verständlicherweise nicht am Screening teilzunehmen. Alle anderen Frauen sollten im eigenen Interesse die Möglichkeit zur frühen Entdeckung eines noch nicht bemerkten Brustkrebses in Anspruch nehmen.

Die Organisation des Screening folgt dem europäischen Modell wie es bereits seit Jahren in Holland und skandinavischen Ländern mit Erfolg angewandt wird und dort zu einer deutlichen Senkung der Brustkrebssterblichkeit geführt hat. Für jeweils eine Million Einwohner wird eine zentrale Stelle mit den programmverantwortlichen Ärzten eingerichtet, im Saarland ist das Saarlouis mit Außenstellen in Saarbrücken, St. Ingbert, Merzig und St. Wendel. Für die Erstellung der Mammographien des Saarpfalzkreises und des Kreises Neunkirchen ist St. Ingbert verantwortlich, bislang wurden St. Ingbert selbst sowie Sulzbach und Quierschied mit großer Beteiligung der eingeladenen Frauen versorgt. Wenn in der Doppelbefundung der Röntgenbilder durch besonders dafür geschulte Ärzte sich kein Hinweis auf eine Erkrankung ergibt, erhält die Frau innerhalb einer Woche die Benachrichtigung darüber und wird in zwei Jahren zur nächsten Runde eingeladen.
Etwa 7 Prozent der Frauen haben unklare Befunde und erhalten eine Einladung zur weiteren Klärung durch die programmverantwortlichen Ärzte in Saarlouis. Sollte sich aus dieser Abklärung ein behandlungsbedürftiger Befund ergeben, dann entscheidet die Patientin mit ihrem Arzt des Vertrauens über die Wahl der behandelnden Klinik, also die Universitätsklinik oder eines der anderen Zentren. Vielen Frauen erscheint es nicht verständlich, warum trotz funktionierendem Brustzentrum in Homburg und großer radiologischer Praxis ebenda die Abklärung in Saarlouis und die Röntgenaufnahme zuvor in St. Ingbert erfolgen muss. Dies hat mit der Trennung von Klinik (zuständig für Kranke, sogenannte curative Versorgung) und ambulantem Gesundheitswesen mit der Aufgabe der Vorsorge (präventive Untersuchung) zu tun. Deshalb ist auch keine der fünf Mammographiestellen in einer Klinik untergebracht, sondern streng davon getrennt in reinen Präventionszentren. Dem normalen Menschenverstand mag das bürokratisch und nicht nachvollziehbar erscheinen, es ist aber die Gesetzeslage anhand des europäischen Vorbildes bewusst so entschieden worden, denn Zielgruppe sind gesunde Personen, Ziel der Untersuchung ist diejenigen darunter herauszufinden, die aber doch ohne es zu wissen bereits an Brustkrebs erkrankt sind.

In St. Ingbert ist die Mammographiestelle im Gebäude des Präventionszentrum neben dem Kreiskrankenhaus im Gesundheitspark 2 (früher Elversberger Str. 90) untergebracht, Parkplätze sind ausreichend vorhanden. Die Einladung erfolgt durch eine zentrale Stelle in Saarbrücken, auch Selbsteinladungen sind möglich, entweder über diese Stelle (06 81-5 01 61 00) oder direkt mit St. Ingbert (0 68 94-9 98 40 56), eine hilfreiche Adresse im Internet ist www.ein-teil-von-mir.de.

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