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Musik und Spaß im Wald

Unter der fachkundigen Anleitung von Arnulf F. Staap gingen die Kinder der Grundschule Bexbach zu Werk und bauten im Handumdrehen eine kleine Hütte im Wald. Foto: Saarpfalz-Kreis

Aufgrund der positiven Erfahrung im vergangenen Jahr hat sich das Jugendamt des Saarpfalz-Kreises dazu entschlossen, auch in diesem Schuljahr den Grund- und Förderschulen im Landkreis einen Waldprojekttag anzubieten. Mit MALTIZ – Naturerfahrung und Waldpädagogik e.V. stand ein kompetenter Partner für die Durchführung der Projekttage zur Verfügung.
Bereits im Frühjahr 2008 wurden von MALTIZ unterschiedliche Programme entwickelt, die die Schulen nach Terminvereinbarung abrufen konnten: Im „Wald der Sinne“ ging es darum, den Wald mit allen Sinnen zu erkunden, zum Höhepunkt konnten die Schülerinnen und Schüler einen Barfuß-Spaziergang durch den herbstlichen Wald unternehmen. Am meisten nachgefragt war jedoch das Programm „Waldwerkstatt – Waldkonzert“. Mit Sägen, Feilen, Äxten und anderen Waldwerkzeugen ausgestattet machten sich die jungen Musikanten auf die Suche nach geeigneten Hölzern, aus denen rasch Klang- und Ratschhölzer, Waldxylophone und auch sogar eine Waldtrommel hergestellt wurden. Nach einer zünftigen Wald-Picknick-Pause wurde sodann von den beteiligten Klassen ein eindrucksvolles Waldkonzert einstudiert.

Den Auftakt zu den Waldprojekttagen machte die Staatliche Förderschule für Körperbehinderte im Gelände der Universitätsklinik Homburg. Hier war zunächst die größte Herausforderung, ein geeignetes rollstuhlgerechtes Waldgelände zu finden. Doch der Waldpädagoge und Diplom-Forstwirt Arnulf F. Staap von MALTIZ wurde im unmittelbaren Umfeld der Schule fündig, und alle Kinder, Lehrern und Betreuern werden den Tag noch nachhaltig in Erinnerung halten. „Gerade für diese Kinder, die aufgrund ihrer Behinderung von vielen alltäglichen Dingen ausgeschlossen sind, ist es wichtig, dass auch sie Zugang zu Natur- und Walderlebnissen haben.“ erläutert Staap. „Ich habe selten so engagierte Kinder im Rahmen der Waldwerkstatt und beim Einstudieren des Waldkonzertes erlebt wie hier, auch wenn es für die Mitarbeiter der Schule eine besondere Herausforderung darstellte, die Rollstühle durch das stellenweise unwegsame Gelände zu bugsieren.“ ergänzt seine Kollegin, die Waldpädagogin Andrea Hollenbach.
Neben den Förderschulen (Schule für Körperbehinderte, der Albert-Schweitzer-Schule in St. Ingbert und der Siebenpfeiffer-Schule in Erbach) haben sich auch eine Reihe von Grundschulen an dem Waldprojekt beteiligt: so die Schillerschule in Frankenholz, die Luitpoldschule in Erbach, die Grundschule Bexbach, die Albert-Weisgerber- und die Rischbachschule in St. Ingbert. Auch die Grundschule in Blieskastel-Lautzkirchen verbrachte einen spannenden Tag im heimatlichen Wald.
Wie kommt ein derartiges Projekt bei den Schülern an? „Das ist viel besser als Schule,“ war oft von den Kindern zu hören, „und gelernt haben wir heute auch etwas!“ Auch die beteiligten Lehrer haben sich positiv geäußert. Der exotische Rahmen außerhalb des Schulgeländes schafft neue Beziehungen zwischen Schüler und Lehrer, und manch eine Lehrerin hat festgestellt, dass in ihren Schützlingen Fähigkeiten schlummern, die im schulischen Alltag kaum zur Geltung kommen.
Angetan von dem Projekt war nach der Fülle der positiven Erfahrungen auch Nina Reinhard vom Jugendamt des Saarpfalz-Kreises, die das Waldprojekt im vergangenen und in diesem Jahr auf die Wege gebracht und organisiert hat. Finanziert wurde das vorbildliche Projekt zu 50 Prozent vom Saarpfalz-Kreis und die andere Hälfte trugen die Schulen aus ihrem eigenen Etat.

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