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César – Gewinner läuft weiter.

Immobilienmakler Tom (Romain Duris) fristet seinen Lebensunterhalt unter anderem damit, Leerstand von Asylbewerbern zu räumen, wobei ihm und seinen Kollegen jedes Mittel recht ist. Unliebsamen Bewohnern werden mit einem Sack voller Ratten, nächtlichen Überraschungsbesuchen oder einem Abbruchkommando Beine gemacht.

In dieser urbanen Halbwelt säumen Bosheiten, Betrügereien und Blut den Weg des 28-jährigen Tom. Nebenbei treibt er für seinen Vater, einen abgehalfterten Immobilienhai, die Schulden ein, und alles sieht so aus, als trete er dessen Erbe an. Doch eine zufällige Begegnung mit dem ehemaligen Konzertagenten seiner verstorbenen Mutter beschert ihm die Chance eines Ausbruchs aus seiner halbkriminellen Existenz. Die Einladung zum Klaviervorspiel wird zur entscheidenden Wegmarke. Ausgerechnet in Miao-Lin, einer chinesischen Musikerin, die kaum ein Wort Französisch versteht, geschweige denn spricht, findet er eine Klavierlehrerin, seine Meisterin und endlich einen Menschen, an dem er seine Reinheit beweisen kann. Tom, ein hochimpulsiver, unbeherrschter, aggressiver Mann, der sich für gewöhnlich an keine Regel hält, muß sich disziplinieren, muß sich Tempo und Rhythmus der Toccata in E-Moll von Johann Sebastian Bach mit eiserner Disziplin erarbeiten, scheitert daran und doch wieder nicht.

Daß die Geschichte vom skrupellosen Schläger zum geläuterten Pianisten nicht baden geht, verdankt sie allem voran der darstellerischen Leistung von Romain Duris, Programmkino-Gängern aus L’Auberge Espagnole bekannt. Sein wuchtiges Spiel ist von einer extensiven, kompromißlosen und fast brutalen körperlichen Präsenz, sie füllt den Antihelden vollkommen aus. Und doch schafft es Duris, daß man mit Tom, der ein wahrer Kotzbrocken ist, fühlt; daß man inständig hofft, es möge ihm gelingen, sich von dem halbseidenen Milieu und seinem schwachen und damit übermächtigen Vater zu befreient.

Ebenso kompromißlos und unmittelbar verhält sich der subjektive Kamerablick, der zu keiner Zeit die Perspektive der Hauptfigur verläßt. Nervös und fahrig hetzt die Handkamera von Stéphane Fontaine in engen Bildausschnitten durch vorgefundene Räume, immer wie auf dem Sprung. Nichts wird beschönigt, nichts gnädig ausgeleuchtet oder weggeblendet. „Der wilde Schlag meines Herzens“ ist ein kleiner, dreckiger Film.“ (Judith Bömer und Birgit Joest in
„schnitt“)

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St. Ingberter Anzeiger ·
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