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Liebestränke und Hexensalben in Kunst, Literatur und Oper

Professor Dr. Hans Maurer von der Abteilung Experimentielle & Klinische Toxikologie der Uniklinik Homburg entführt die Teilnehmenden auf eine spannende, amüsante und reich bebilderte Kulturreise durch die Jahrhunderte.
Atropin und Scopolamin sind die Hauptwirkstoffe vieler Nachtschattengewächse wie Tollkirsche, Engelstrompete, Stechapfel, Bilsenkraut oder Alraune. Seit Menschengedenken sind deren todbringende, heilbringende oder berauschende Wirkungen bekannt, und sie sind in zahlreichen Werken der Kunst, Literatur und Oper verarbeitet worden. Bereits Homer beschreibt in seiner Odyssee die typische optisch-halluzinoge Wirkung, durch die sich Odysseus‘ Gefährten in Schweine verwandelt („bezirzt“) fühlten, nachdem sie Circes Begrüßungstrunk genossen hatten. Ähnliches erleben wir in Vivaldis Oper „Orlando Furioso“, in der die Herrin der Zauberinsel alle männlichen Besucher mit Liebestränken bezirzt. Im Mittelalter wurden Extrakte der genannten Pflanzen bis zum Erlass des Reinheitsgebotes dem Bier zugesetzt (Bilsenkraut gab der Stadt Pilsen und diese dem Pils den Namen), aber auch Hexensalben und Liebestränken. Die optisch-halluziogene Vorstellung, fliegen zu können, hat nicht nur Hexen auf Besen, sondern auch Dr. Faustus mit
Mephistopheles zum Blocksberg fliegen lassen und die Vorstellung vom „pudelnärrisch Tier“ sowie der „Helenen in jedem Weibe“ geprägt. Wagners „Tristan und Isolde“ verschmelzen nach dem Genuss des Liebestrankes in der „herabsinkenden Nacht der Liebe“. Dass solche Wirkungen aber auch bloß eingebildet sein können, ist ebenso vergnüglich wie skurril dargestellt in Donizettis „L’Elisir d’Amore“.
Zu der Veranstaltung laden die Katholische Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) und die Buchhandlung Friedrich ein. Um einen Kostenbeitrag von zwei Euro wird gebeten. Infos: KEB, Telefon (06894)9630516.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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