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Das St. Ingberter Museum ist weiter auf Reisen: Albert Weisgerber Bilder in Berlin

Das St. Ingberter Museum ist weiter auf Reisen. Jetzt hat es die Bundeshauptstadt Berlin erreicht. In der Zeit von Donnerstag, 26. März bis Sonntag, 3. Mai sind die Bilder in der Saarländischen Galerie des Europäischen Kunstforums in Berlin zu sehen.

Die Ausstellung wird im Beisein der saarländischen Kultusministerin, Annegret Kramp-Karrenbauer und des St. Ingberter Bürgermeisters, Rainer Hoffmann eröffnet. Ebenfalls bei der Eröffnung dabei sind die Kulturstaatsministerin a.D., Prof. Christina Weiss und der Leiter der Alten Nationalgalerie der staatlichen Museen Berlins, Bernhard Maaz.

Albert Weisgerber (1878-1915) gehörte zu den großen Begabungen der deutschen Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wie August Macke und Franz Marc zählte er zu jener aufstrebenden Malergeneration, die den Weg in die Moderne wies.
Weisgerber Künstlerleben fand früh ein Ende. 1915 fiel der hochbegabte Wahl-Münchner mit nur 37 Jahren bei Fromelles in Flandern. Er schuf ein facettenreiches Oeuvre von hoher künstlerischer Qualität, das wesentliche Positionen der Moderne vom späten

Impressionismus bis zu einem Expressionismus eigener Prägung durchlief.
In München, wo er studierte und bis zu seinem frühen Tod lebte, errang der Maler schon früh einen herausragenden Namen. Bekannt wurde er vor dem Ersten Weltkrieg vor allem als erster Präsident der „Neuen Münchner Secession“, einer fortschrittlichen

Künstlervereinigung, die namhafte Vertreter der zeitgenössischen Avantgarde versammelte.
Auch Paris als Kristallisationspunkt der Moderne prägte sein Werk nachhaltig und gab ihm wesentliche Impulse. Weisgerber löste sich bald aus der Tradition der Münchner

Malerschule. Im legendären Pariser Café du Dôme, dessen Künstlerkreis er von 1905-1907 mit Unterbrechungen fast zwei Jahre hinweg angehörte, traf er sich mit Hans Purrmann, Rudolf Levy, Jules Pascin und lernte Henri Matisse kennen.

Beeinflusst wurde der Stil Weisgerbers von den deutschen Impressionisten, unter anderem von der Malerei Manets, von Toulouse-Lautrec, von Cézanne, Hodler und Matisse. Die Auseinandersetzung mit der französischen Kunst, insbesondere der nachhaltige Einfluss Cézannes, die Entdeckung der Kunst Hans von Marées und El Grecos, nicht zuletzt auch die Verehrung der großen Meister des Quattro- und Cinquecento waren wichtige Impulse für seinen eigenen künstlerischen Ansatz.

Die Begegnung mit der italienischen Renaissancekunst hinterließ in Weisgerbers Oeuvre
ihre Spuren: Existentielle Themen von Leid und Tod, von Kampf und Überwindung rückten verstärkt in den Blickpunkt seiner Aufmerksamkeit. Figuren der biblischen Legende und des Alten Testaments wie die des Sebastians, des Propheten Jeremias oder des Absalom gestaltet er als mahnende Vorboten der Moderne.

Weisgerber, dessen Werk und Person epochale Spannungen und Brüche durchlebten, suchte eine eigenständige Position zwischen den Avantgarden. In der Vielfalt ihrer Wandlungsformen zwischen impressionistischer Sinnlichkeit und expressivem Pathos spiegelt Albert Weisgerbers künstlerische Biografie beispielhaft den künstlerischen Aufbruch einer ganzen Generation zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Biografie
1878 geboren in St. Ingbert/Saar
1894-1897 Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in München
1897-1901 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München
1898 Eintritt in die Malklasse des Jugendstil-Künstlers Franz von Stuck
1901 Studienaufenthalt zum Freilichtmalen in Regen/ Bayerischer Wald
(gemeinsam mit Gino de Finetti)
1902 Militärdienst beim 2. Infanterieregiment in München
Reise nach Venedig
1903 Ständiger Mitarbeiter der „Jugend“
1904 Heimatbesuche in St. Ingbert
1905 Besuch der Impressionisten-Ausstellung in Berlin
1906 Erster Parisaufenthalt im Auftrag der „Jugend“
Bekanntschaft mit dem Künstlerkreis des Café du Dôme und Matisse
Besuch der Hodler-Ausstellung in München
1907 Zweiter Paris-Aufenthalt
Zeichenlehrer an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenvereins in
der Nachfolge von Angelo Jank
1908 Besuch der Marées-Ausstellung in München
1909 Erste große Italienreise
1910 Studienaufenthalte in Böhmen und am Gardasee
1911 Zweite große Italienreise
1912 Studienreise in die Lüneburger Heide
Beteiligung an der Sonderbundausstellung in Köln
1913 Gründungsmitglied und erster Präsident der Künstlervereinigung
„Neue Münchner Secession“. Mitglied des Deutschen Werkbundes
1914 Erste Ausstellung der „Neuen Münchner Secession“
1915 gefallen bei Fromelles (Ypern)
Pressekontakt: Andrea Weber: 0160-96281473
info@saarlaendische-galerie.eu
Abbildung (Einladung): Die Schlafende, 1907, Öl/Leinwand, 79 x 71 cm
Albert-Weisgerber-Museum, St. Ingbert

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017