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Ein Kick mit Folgen: Drogen am Steuer als Herausforderung

Im Jahr 2007 wurden in Deutschland 18 Prozent aller Medizinisch-Psychologischen Untersuchungen (MPU) wegen Betäubungsmitteln am Steuer durchgeführt. Drogen am Steuer – dieses Problem nimmt auch im Raum Saarbrücken gerade bei jugendlichen Autofahrern überproportional zu. „Junge Leute, die ihren Körper bei Extremsportarten stählen, finden Bier oftmals uncool. Sie holen sich den vermeintlichen Kick mit Partydrogen wie Ecstasy“, sagt Axel Uhle, Gebietsleiter bei TÜV SÜD Pluspunkt. Die Hersteller von Alcopops hätten unter anderem wohl Zielgruppen im Visier, die Bier als zu langweilig abtun. „Um Aussagen über die Auswirkungen von Alcopops auf Alkohol am Steuer zu machen, ist es aber noch zu früh“, so Uhle.
Ein Bündel von Ursachen
Seit Anfang der 1990-er Jahre stellen die Experten von TÜV SÜD fest, dass der Anteil derjenigen zunimmt, die wegen Drogen zur MPU kommen. Die Ursache liegt nicht allein am steigenden Drogenkonsum. Generell ist die Mobilität gestiegen: Heute verfügen mehr junge Menschen über ein Auto als vor 20 Jahren. Es wird wesentlich mehr gefahren – eben auch unter Drogeneinfluss. Die Polizei schaut bei ihren Kontrollen nicht mehr ausschließlich auf Alkohol. Wenn der Alkomat nicht anschlägt, könnte der auffällige Fahrer auch Drogen konsumiert haben. Neu entwickelte Speichel-Schnelltests und Urinproben liefern schnell eindeutige Aussagen.

Keine Grenzwerte: „Wer was drin hat, ist dran“
Wer unter Drogeneinfluss fährt, muss in jedem Fall mit Konsequenzen rechnen. Denn anders als bei Alkohol gibt es bei Drogen keine Grenzwerte. Weder bei Haschisch noch bei Partydrogen lässt sich sagen, wann der Konsument wieder fahrtüchtig ist. Zu viele Faktoren beeinflussen Wirkungsgrad und Wirkungszeitraum. Bei Alkohol hingegen sind die Grenzen genau erforscht. Noch ein Unterschied zum Alkohol: Um wegen Drogen in Sachen Führerschein Ärger zu bekommen, muss man nicht erst unter Drogeneinfluss am Steuer ertappt werden. Axel Uhle von TÜV SÜD Pluspunkt erläutert: „Bei der MPU wird jeweils der Einzelfall geprüft. Wer bekifft aus dem Verkehr gezogen wird, demonstriert nicht nur eine bedenkliche Sorglosigkeit, sondern hat meist auch einen intensiveren Konsum. Und dies ist schon ein triftiger Grund, um grundsätzlich an der Fahreignung zu zweifeln.“ Auch regelmäßiger Haschisch-Konsum dürfe nicht verharmlost werden. Nicht nur in der akuten Rauschphase, auch in der mehrstündigen Abklingphase nach dem Konsum von Cannabisprodukten bestehe nämlich ein erhöhtes Unfallrisiko.
Weitere Informationen rund um den Führerschein gibt es bei der TÜV SÜD Pluspunkt GmbH unter www.tuev-sued.de/pluspunkt.

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