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Kinowerkstatt-Programm vom 22. – 25. Mai

Die Kinowerkstatt St, Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Freitag, den 22. Mai um 19 Uhr, sowie am Sonntag, den 24. Mai um 20 Uhr „Kebab Connection“ (Deutschland 2004) von Anno Saul nach dem Drehbuch von Fatih Akin mit Denis Moschitto, Nora Tschirner, Güven Kiraç, Hasan Ali Mete, Adnan Maral, Adam Bousdoukos, Cem Akin, Nursel Köse, Tatjana Velimirov, Sibel Kekilli (Prädikat: wertvoll – FSK: ab 12, 96 min.) Ibo (Denis Moschitto) kreativ-chaotischer Hamburger Türke und großer Bewunderer von Bruce Lee träumt davon, den ersten coolen deutschen Kung-Fu Film zu drehen – so wie der junge Fatih Akin, der das Drehbuch schrieb. Mit einem Werbespot für den Dönerladen seines Onkels wird er dann auch prompt zum neuen Meisterregisseur seines Viertels. Alles scheint perfekt bis plötzlich seine Freundin Titzi (Nora Tschirner) auftaucht und verkündet, dass sie ein Kind erwartet. Gar nicht begeistert davon ist sein Vater Mehmet, weil die Mutter seines Enkels keine Türkin ist und bei Titzi fliegt Ibo dann auch noch raus. Ibo bleiben so nur noch seine Werbespots, die Kumpel und das Aushecken eines Plans um wieder seine Titzi, seinen Vater, seine ganze Familie zurück zu bekommen.
Kebab Connection war einer der heißesten Favoriten des Max Ophüls Festivals 2005 und gewann mehrere Publikumspreise. Sehenswert.

„Ferien auf Saltkrokan – Glückliche Heimkehr“
Im Familienkino der Kinowerkstatt St. Ingbert läuft am Sonntag, den 24. Mai, um 16 Uhr, ein weiteres Abenteuer aus der Reihe „Ferien auf Saltkrokan“: „Glückliche Heimkehr“. Weil Malin im Krankenhaus liegt, sollen Skrollan und Pelle die Ferien diesmal bei Tante Greta auf einer Nachbarinsel verbringen. Gemeinsam mit Stina, Tjorven und Bootsmann machen sich die beiden auf den Weg. Doch so ein Pech: Tante Greta hat sich in Bein gebrochen und ist nicht zu Hause. Da die nächste Fähre erst in 8 Tagen kommt, beschließen die Kinder, sich mit Tante Gretas Boot auf den Heimweg zu machen. Eigentlich eine prima Idee, aber der Tank des kleinen Schiffs hat nicht mehr genug Benzin und so stranden die fünf Freunde auf einer einsamen Insel. Freigegeben ab 6 Jahren, 95 Minuten lang.

Die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, zeigt am Montag, den 25. Mai, um 20 Uhr den Film „Menschliches Versagen“ (D, 2008). In seinem Film „Menschliches Versagen“ zeigt Michael Verhoeven anhand von Akten, die jetzt erst freigegben wurden, Unglaubliches: Die so genannte „Arisierung“ im faschistischen Deutschland zählt unbestritten zu den größten Raubzügen des 20. Jahrhunderts. Trotzdem wird das Thema konsequent totgeschwiegen. Denn es war nicht die Gestapo, die in jüdische Häuser und Wohnungen einbrach, um den gesamten Besitz zu beschlagnahmen, sondern deutsche Finanzbeamte. Größere Wertgegenstände gingen an die Behörden, der Rest wurde in „Versteigerungen aus nichtarischem Besitz“ an die Nachbarn verteilt. „Das war ein Volksfest, das waren ja Schnäppchen.“ Nein, hier geht es nicht um einen 1.-Mai-Flohmarkt, hier spricht ein Holocaust-Überlebender über die Verteilung des Eigentums deportierter Juden. Denunziationen, ob wegen einer frei werdenden Wohnung oder eines ersehnten Chefarzt-Postens, waren keine Ausnahmen in Nazi-Deutschland. Das Vermögen der verfolgten und ermordeten Juden versorgte viele, ganz gewöhnliche Deutsche, doch noch heute spricht kaum jemand darüber.

Wie kann es sein, dass ein so eklatantes Unrecht durch immer neue Gesetze rechtsförmig gemacht wurde? Warum haben sich die damit befassten Behörden so intensiv, oft übereifrig am Holocaust beteiligt? Warum haben die meisten nicht-jüdischen Deutschen so wenig dagegen unternommen? Wie war es möglich, sie alle zu Komplizen zu machen? Warum hat es quer durch ein riesiges Reichsgebiet so wenig Mut zum Aufbegehren und so wenig Kraft zum Widerstand gegeben?

Michael Verhoevens Film wirft die beunruhigende und bis heute beschämende Frage auf, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und in den besetzten Ländern geworden ist. Schwerpunkte dieser Spurensuche sind Köln und München.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017