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Finanzkontrolle Schwarzarbeit – Halbjahres-Bilanz: 5,9 Mio. Euro Schaden

Ein dunkles Kapitel für die Baubranche: Die Schattenwirtschaft vernichtet Arbeitsplätze – auch im Saarpfalz-Kreis. Insbesondere die heimische Baubranche leide darunter, so der Bezirksverband Saar-Trier der Industriegewerkschaft BAU. „Dumpinglohn-Firmen machen den Markt mit Kampfpreisen kaputt. Sie betreiben organisierte Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung im großen Stil. Ihre Arbeiter speisen sie meist mit Hungerlöhnen ab“, sagt Heiner Weber. Nach Angaben des Vorsitzenden vom IG BAU-Bezirksverband Saar-Trier hat das Hauptzollamt Saarbrücken im ersten Halbjahr wegen solcher Delikte bereits 2.133 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ein Großteil davon betreffe den „Tatort Baustelle“.
Wegen krimineller Machenschaften verhängte die für den Saarpfalz-Kreis zuständige Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) vom Hauptzollamt Saarbrücken in der ersten Jahreshälfte Bußgelder in Höhe von rund 892.500 Euro. Heiner Weber: „Die Zahlen machen deutlich, dass der Sumpf längst noch nicht trockengelegt ist. Die üblen Machenschaften von Dumpinglohn-Betrieben kosten reguläre Jobs in der heimischen Baubranche. Zudem fließt enorm viel Geld an der Steuer vorbei. Von den Sozialabgaben, die unterschlagen werden, ganz zu schweigen.“
Die FKS in Saarbrücken hat nach Angaben der Bau-Gewerkschaft bei ihren Kontrollen für das erste Halbjahr eine Schadenssumme von rund 5,9 Millionen Euro ermittelt. Mehr als 3,8 Millionen Euro davon sind nicht gezahlte Abgaben an die Sozialversicherungen. „Das trifft uns alle – über Ausfälle in der Rentenkasse und über fehlende Beiträge für die Arbeitslosenversicherung, die Krankenkassen und die Pflegeversicherung“, sagt der IG BAU-Bezirksverbandsvorsitzende Weber.
Der Kampf gegen Illegalität und Kriminalität in der Wirtschaft müsse daher intensiv weitergeführt werden. Niedriglohn-Firmen und Betriebe, die Sozialabgaben nicht abführten oder Steuern hinterzögen, dürften bei privaten und öffentlichen Bauvorhaben in der Region keine Chance mehr haben, fordert Weber. Die IG BAU Saar-Trier sprach sich dafür aus, die Zoll-Kontrollen sogar noch zu verstärken. „Dazu braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit allerdings mehr Fahnder“, so Weber. Deren Einsatz rechne sich jedoch. Schließlich sei die FKS das wirkungsvollste Instrument, um die Schattenwirtschaft zurückzudrängen. Mehr Personal benötige der Zoll auch, weil er ständig neue Aufgaben bekomme. „Allein die Kontrolle des Mindestlohnes, den es in immer mehr Branchen gibt, erfordert mehr Manpower“, sagt der Gewerkschafter.

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St. Ingberter Anzeiger ·
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