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Zentrum für Biodokumentation übernimmt zentrale Koordination der bundesweiten Florenkartierung

Die Floristische Kartierung Deutschlands hat eine lange Tradition und wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) organisatorisch und fachlich begleitet. Genau wie die Erstellung der bundesweiten Roten Listen steht auch die Floristische Kartierung im „Pflichtenheft“ des BfN.

In einer bundesweiten Tagung, die vom 30. bis 31. März 2006 im Zentrum für Biodokumentation stattfindet, haben sich die Koordinatoren der Landes- und Regionalprojekte der floristischen Kartierung Deutschlands in einem Netzwerk für Phytodiversität in Deutschland (NetPhyD) neu konstituiert. Das Netzwerk hat sich am Donnerstagmorgen im ZfB als Verein konstituiert. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Prof. Dr. Peter Poschlod (Uni Regensburg), 2. Vorsitzender Prof. Dr. Erwin Bergmeier (Uni Göttingen), Geschäftsführer Dr. Andreas Bettinger (ZfB) und Schatzmeister

Dr. Steffen Caspari (ZfB). Sitz des neuen Vereines ist Bonn. Die NetPhyD wird künftig zur Bearbeitung von bundesweiten Schwerpunktthemen Sektionen gründen. Eine Sektion innerhalb des Vereins wird die Floristische Kartierung Deutschlands sein. Das ZfB übernimmt nun die zentrale Koordination der bundesweiten Florenkartierung als Daueraufgabe und stellt hierfür in Übereinstimmung mit dem Ministerium für Umwelt und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) die erforderlichen Personalkapazitäten zur Verfügung. In Erfüllung der Aufgaben wird das ZfB künftig vom Bund geförderte Forschungsvorhaben übernehmen und durchführen. Bis kürzlich haben sich die beiden Universitäten Bochum (Prof. Haeupler) und Regensburg (Prof. Schönfelder) diese Aufgabe geteilt. Hier ist allerdings mittlerweile ein Generationswechsel erfolgt. Das übergeordnete bundesweite Netzwerk NetPhyD wird folgende Aufgaben übernehmen: -die organisatorische Zusammenfassung und Koordination der für die Flora und Ve getation Deutschlands zuständigen fachwissenschaftlichen Zentren in einem kooperierenden Kompetenzverbund für die Phytodiversität Deutschlands, – die Einbeziehung, Förderung und Koordination der ehrenamtlichen Aktivitäten und Potentiale zur bundesweiten Erhebung, Kartierung und Bestandsbeobachtung der Flora, Vegetation und genetischen Vielfalt, – die Bereitstellung und Vermittlung wissenschaftlicher Grundlagen-Informationen über die Flora und Vegetation Deutschlands für Wissenschaft und Öffentlichkeit, – die Erstellung länderübergreifender Fachexpertisen zur Flora und Vegetation im Hinblick auf die Anwendung im Umwelt- und Naturschutz sowie bei der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen, in Forschung, Erziehung, Lehre und Politikberatung,

– die gegenseitige Unterstützung bei der Einwerbung finanzieller Mittel für die Koordination und Unterstützung der ehrenamtlichen Leistungen, den Auf- und Ausbau eines Informationssystems über Pflanzen und Vegetation Deutschlands sowie für die Durchführung sonstiger, satzungsgemäßer Vorhaben, die in Arbeitsplänen detailliert festzulegen sind.

Das Netzwerk führt selbst keine konkreten Naturschutz- und -management-Projekte vor Ort durch. Es unterstützt diese jedoch unmittelbar und mittelbar durch Bereitstellung von Information, informationsmethodischer Infrastruktur sowie durch wissenschaftliche Analyse, Bewertung und Beratung bzw. Begutachtung und Expertise. Es kooperiert aktiv im Rahmen der nationalen und internationalen Netzwerke zur Erforschung und zum Schutz von Flora, Vegetation und genetischer Vielfalt.

Umweltminister Stefan Mörsdorf: „Der Verein ist kompetenter Ansprechpartner für Fachfragen über die Flora und Vegetation Deutschlands auf Bundes- und Länderebene und schafft die organisatorischen Voraussetzungen für die Einbeziehung und laufende Koordination der fachlichen Potenziale Deutschlands. Er unterstützt die Maßnahmen zur Umsetzung der Globalen Strategie sowie der Europäischen Strategie zum Schutz der Pflanzen auf nationaler Ebene, pflegt internationale Fachkontakte und übernimmt die Rolle des fachlich kompetenten Ansprechpartners im internationalen Raum.“ Die Aufgaben der neu eingerichteten zentralen Koordinationsstelle entsprechen im wesentlichen jenen der alten Zentralstelle für die Floristische Kartierung Deutschlands – natürlich angepasst an neue internationale Standards, an die neuen Verhältnisse bei der Geländebeobachtung in den Bundesländern, an die aktuellen Bedürfnisse der ehrenamtlichen Geländebeobachter, an die aktuellen Möglichkeiten der IT- bzw. Kommunik
ationstechnik sowie an die Dauer-Rolle und das Zusammenspiel von ZfB und BfN als zentrale Einrichtungen mit Dauerfunktion. Die Aufgaben, die sehr viele Einzelheiten beinhalten, lassen sich grob folgenden Komplexen zuordnen: – Organisatorisch-koordinierende Tätigkeiten zur bundesweiten Wiederbelebung und Initiierung der regionalen Erhebungsprojekte in Kooperation mit Landesämtern und regionalen Koordinatoren der Geländeerhebung, – Organisatorisch-koordinierende Tätigkeiten zur Sicherung des Datenflusses, – Tätigkeiten zur Motivation der ehrenamtlichen Mitarbeiter, – Organisatorisch-koordiniernde Tätigkeiten zur wissenschaftlichen Kontrolle und Prüfung der Daten in taxonomischer, geobotanischer und dokumentationstechnischer Hinsicht unter Einbeziehung der taxonomischen Fachwelt, – Organisatorisch-koordinierende Tätigkeiten zur inhaltlichen und formalen Harmonisierung der Daten im Hinblick auf länderübergreifenden und internationalen Vergleich, -Zuarbeit zu den internationalen
Erhebungs- und Auswertungsprojekten, – Fortentwicklung der Erhebungs- und Darstellungsmethoden, – Serviceleistungen von Relevanz für Erhebungen, Auswertungen und Darstellungen auf länderübergreifender Ebene. Wenngleich die zentrale Koordination der Aufgaben eigenständig beim ZfB liegen wird, ist die enge Kooperation zwischen ZfB und BfN unabdingbar. So wie das BfN mit seiner Rolle in die ehemalige Zentralstelle der Florenkartierung eingebunden war, wird es auch in Zukunft mit der Zentralen Koordinationsstelle am ZfB – bei aller Selbständigkeit der Institutionen – eine eng verflochtene Funktionseinheit bilden, durch die Datenstrom und Ergebnisdarstellung auf nationaler Ebene gewährleistet werden.

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