Nachrichten

Sonntag, 22. Oktober 2017 · leichter Regen  leichter Regen bei 7 ℃ · In Zeiten des abnehmenden LichtsPilzwanderung in HasselNachkirmes auf dem Marktplatz

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Saarland fördert Behinderteneinrichtung mit über 1 Mio. Euro.

Anlässlich der Einweihung eines Wohnhauses für behinderte Menschen der Lebenshilfe Obere Saar freute sich Sozialminister Josef Hecken darüber, dass die Lebenshilfe 34 weitere dringend benötigte Wohnhausplätze für behinderte Menschen anbieten kann, die in Werkstätten oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind. Die Lebenshilfe Obere Saar verfügt damit über insgesamt 225 stationäre Wohnplätze. In der neuen Einrichtung wurden 32 Vollzeitplätze und zwei Kurzzeitplätze geschaffen.

Minister Hecken betonte, oberstes Ziel der Behindertenpolitik der Landesregierung sei es, die behinderten Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, Ausgrenzungen zu vermeiden und ihnen soviel Normalität wie nur möglich zu ermöglichen. Darum habe sich das Land mit über einer Million Euro an den Kosten für das Projekt in Püttlingen beteiligt. Nicht mehr Fürsorge und Versorgung stünden im Mittelpunkt der Anstrengungen, sondern die Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft. Die Landesregierung habe deshalb in ihrem 3. Bericht „Menschen mit Behinderungen im Saarland“ behindertenpolitische Leitlinien formuliert, die auf alle Bereiche der Behindertenpolitik Anwendung finden sollen. Hierzu gehörten im Wesentlichen das Prinzip der Chancengleichheit, der Normalisierung und Integration, die Selbstbestimmung und Mitbestimmung, der Grundsatz „ambulant vor stationär“, die wohnortnahe Versorgung, die Individualisierung der Hilfen so wie die Subsidiarität. Diese behindertenpolitischen Leitlinien werden im Wesentlichen auch im 4. Landesbehindertenplan, der Anfang des Jahres 2007 erscheinen wird, Anwendung finden, kündigte der Minister an.

Einige dieser Leitlinien wurden bereits mit dem Neubau der Wohnanlage umgesetzt. „Die konzeptionelle Ausgestaltung der Wohnanlage trägt dem Grundsatz „so viel Normalität wie möglich“ Rechnung“. Ich begrüße daher die Anordnung von kleinen Gruppen, die zur Förderung und zum Selbstständigkeitstraining jeweils über eine eigene Küche sowie zusätzlich zu den vorgesehenen Sanitärräumen über ein Pflegebad verfügen. In der näheren Umgebung befinden sich Einkaufsmöglichkeiten, eine Kirche und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Im freizeitpädagogischen Bereich können die Bewohner zwischen verschiedenen Angeboten wählen, angefangen von kulturellen, sportlichen und anderen Veranstaltungen.

„Die Integration von Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft kann nur gelingen, wenn vielschichtige Wohn- und Lebensbedingungen zur Verfügung gestellt werden, die auf die jeweiligen Bedürfnisse von behinderten Menschen eingehen und diesen ein weitestgehend selbstständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dazu gehört auch die Pflege von Kontakten zu nicht behinderten Bürgerinnen und Bürger sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ohne Ausgrenzung. Damit dies gelingt, müssen Vorurteile abgebaut, und Verständigung und Verständnis zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen geweckt und gefördert werden“.

Im Bereich des Wohnens werde – so der Sozialminister – die Zahl behinderter Menschen stetig ansteigen, zumal viele Eltern altersbedingt ihre behinderten Kinder nicht mehr pflegen und versorgen könnten. Hierfür stehen im Saarland mehr als 1900 stationäre Wohnheimplätze für erwachsene behinderte Menschen und rund 200 Wohnheimplätze für behinderte Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Nach Meinung des Ministers sei auch das Bemühen der Lebenshilfe Obere Saar anzuerkennen, verstärkt ambulante Hilfen zum Wohnen anzubieten. Hierfür bestehe derzeit ein Bedarf für bis zu 500 behinderte Menschen, die bislang noch in ihrer Familie oder in Wohnheimen leben.

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017