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Saarland fördert Selbsthilfe im Land mit 140.900 Euro.

„In den letzten 20 Jahren hat sich die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen im Saarland (KISS) zu einer saarlandweit akzeptierten, kompetenten und somit wichtigsten Institution in der Selbsthilfe entwickelt“, hob der saarländische Gesundheitsminister Hecken anlässlich der Einweihung der neuen Räumlichkeiten hervor.

Für Minister Hecken stellen die Selbsthilfegruppen neben den professionellen Einrichtungen und Hilfeangeboten eine weitere Säule des Sozial- und Gesundheitswesens dar. „Sie bilden einen elementaren Baustein unserer gesellschaftlichen Lebensbedingungen. Darüber hinaus“, so Hecken, „hat sich aber auch die Selbsthilfe in sich verändert, denn sie ist vielfältiger und professioneller geworden.

Obwohl Deutschland zu den reichsten Ländern der Welt gehöre, gewinne Arbeitslosigkeit, Krankheit, Behinderung und Lebenskrisen immer mehr an Bedeutung. Die daraus resultierende und weiter steigende Kostenexplosion im Gesundheitswesen, sei zukünftig nicht mehr zu finanzieren. „Eigenverantwortung und Eigenbeteiligung werden künftig in jedem Gesundheitssystem ein integraler Bestandteil sein. Gesellschaftlicher Benachteiligung entgegenzuwirken sowie soziale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, kann nicht nur allein Aufgabe der Sozial- und Gesundheitspolitik sein“.

Minister Josef Hecken: „Hier setzt die Arbeit der Selbsthilfe ein. Wie groß der Bedarf und die Nachfrage nach Selbsthilfe sowie die ständig sich neu bildenden Selbsthilfegruppen sind, zeige schon die in den vergangenen zwei Jahrzehnten vollzogen räumlichen Erweiterungen der KISS, denn die jetzt hinzugekommenen Räumlichkeiten haben zu einer Verdoppelung der Fläche und zu einem barrierefreien Zugang zu Gruppenräume geführt. Hierdurch entstehe auch wieder die Möglichkeit in verschiedenen Bereichen die Zahl der Selbsthilfegruppen zu vergrößern, dies gelte insbesondere für die diversen Erscheinungsbilder an Essstörungen. „Chronische Krankheiten, aber auch Diabetes, Adipositas und andere Zivilisationskrankheiten nehmen zu. Unser heutiges Leben ist gekennzeichnet durch Hektik, Stress, ungesunde und falsche Ernährung sowie durch Bewegungsmangel. Es ist in diesem Zusammenhang erschreckend zu wissen, dass bereits 11% der Kinder im Einschulungsalter übergewichtig oder fettsüchtig sind u nd dass die Zahl weiter ansteigt.“

Wie der Gesundheitsminister weiter ausführte, erhöhe sich nicht nur die Zahl der Fettleibigen, sondern auch die Zahl der magersüchtigen Menschen nehme zu und die Arbeit der Selbsthilfe mit essgestörten Menschen in anderen Ländern habe gezeigt, wie erfolgreich die Arbeit sein kann. Dennoch dürfe es nicht passieren, dass die professionelle Medizin und das Gesundheitswesen durch die Selbsthilfe ersetzt werde. Selbsthilfe müsse weiterhin ihrer besonderen Rolle gerecht werden, ein stabiles soziales Netz zu bieten, Anerkennung und Hilfeleistungen für die Beteiligten zu ermöglichen und das Selbstbewusstsein jedes einzelnen zu stärken.

Hecken unterstrich bei der Übergabe des Zuwendungsbescheides in Höhe von 140.900 Euro die Verantwortung der saarländischen Landesregierung: „Politik darf sich in der Arbeit der Selbsthilfe nicht aus der Verantwortung stehlen, sondern sie ist gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen und diese auch materiell und ideell zu unterstützen.“

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