Nachrichten

Sonntag, 22. Oktober 2017 · leichter Regen - Schauer  leichter Regen - Schauer bei 10 ℃ · In Zeiten des abnehmenden LichtsPilzwanderung in HasselNachkirmes auf dem Marktplatz

Facebook Twitter Google+ Instagram RSS Feed

Wärmepumpen – Werbung häufig irreführend

Einige Anbieter von Wärmepumpen bewerben ihre Produkte mit übertriebenen oder irreführenden Aussagen zu deren Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Verbraucher, die das für bare Münze nehmen, erleben bisweilen unangenehme Überraschungen bei der ersten Stromrechnung. Die Verbraucherzentrale des Saarlandes bietet jetzt eine umfangreiche Checkliste an, die Hauseigentümern helfen soll, typische Fehler und überzogene Erwartungen bei Planung und Installation einer Wärmepumpe zu vermeiden. Die Checkliste gibt Antworten zu den wichtigsten technischen Fragen und Handlungsempfehlungen zu Anschaffung und Betrieb einer Wärmepumpe.

„Nie mehr Heizkosten“ oder „Heizkosten auf ein Viertel reduziert“. Solche und ähnliche unseriöse Aussagen findet man, wenn die Aussagen der Anbieter unter die Lupe nimmt. Einige Hersteller, Energieversorger und Fachfirmen preisen Wärmepumpen als Wunderwaffe gegen steigende Energiepreise an. Dabei wird gerne verschwiegen, dass der Einsatz einer Wärmepumpe nur unter ganz bestimmten Bedingungen ökonomisch sinnvoll ist und lohnende Energie- und Kosteneinsparungen bewirkt. Aussagen, wie „Vorlauftemperatur bis 75° Celsius möglich“, verschleiern die damit einhergehende Effizienzeinbuße. Denn nur bei niedrigen Heizungsvorlauftemperaturen arbeiten Wärmepumpen effizient. Die hier empfohlenen Temperaturen liegen in Verbindung mit Fußbodenheizungen bei 35° Celsius, bei modernen Heizkörpern bei 50° Celsius.
Ein weiterer Kritikpunkt: Die Wärmeerzeugung durch Luft-Wasser-Wärmepumpen bei Außentemperaturen um die -20° Celsius wird häufig als unproblematisch dargestellt. Dabei verschweigt die Werbung gerne, dass bei derart niedrigen Außentemperaturen für die Wärmeerzeugung eine meist elektrische Zusatzheizung zugeschaltet werden muss. Das kann die Stromrechnung erheblich in die Höhe treiben.

Anhand der neuen Wärmepumpen- Checkliste der Verbraucherzentralen können nun Hauseigentümer bei den Angeboten der Fachbetriebe die Spreu vom Weizen trennen. Zahlreiche Detailinformationen erlauben eine Prüfung, ob eine Wärmepumpe wirklich zum Gebäude passt, denn unter Umständen ist ein anderes Heizungssystem besser geeignet.
Die Checkliste steht ab sofort zum Download auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de bereit und ist demnächst in allen 15 Energie-Beratungsstellen im Saarland erhältlich.
Als Architekten, Ingenieure und Physiker verfügen die Energieberater der Verbraucherzentrale über ein fundiertes Fachwissen und können so für jeden Ratsuchenden eine individuelle Energiesparlösung anbieten. Durch die Förderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie erfolgt die Beratung frei von jeglichen kommerziellen Interessen.
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale steht allen privaten Verbrauchern gegen eine Kostenbeteiligung von nur 5 Euro zur Verfügung. Bei Bedarf kommt der Energieberater gegen eine Kostenbeteiligung von 45 Euro auch ins Haus.

In St. Ingbert finden jeden Montag Energieberatungen durch die Verbraucherzentrale statt im Infozenter der Stadtwerke, Kaiserstraße 71. Anmeldung unter 06894 / 955 2550.

Kommentare

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Kommentar schreiben

Zu diesem Artikel können keine Kommentare mehr abgegeben werden.

St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017