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Saarland ist gegen aktive Sterbehilfe, denn Lockerung des Strafgesetzes würde Missbrauch Tür und Tor öffnen.

„Wer mit verachtenden Worten Menschen beleidigt und Kosteneinsparungen als Argument für die Legalisierung der Sterbehilfe ins Feld zieht, macht deutlich, wes Geistes Kind er ist und vor allem, wie er gedenkt mit den Sorgen und Nöten kranken und notleidender Menschen umzugehen“, so die Kritik von Gesundheitsminister Josef Hecken zu den Äusserungen des Dignitas-Geschäftsführers Ludwig Minelli. „Herr Minelli hat sich nicht nur im Ton vergriffen. Seine Äußerungen machen deutlich, dass es ihm nicht um Hilfe, sondern ausschließlich um die Durchsetzung seiner wirtschaftlichen Interessen geht. Eine Entscheidung über das Leben darf aber nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen eines geschäftstüchtigen Vereins werden“.

Auch was die rechtlichen Ausführungen betrifft, zeige Herr Minelli wenig Kompetenz. „Menschen dürfen sich auch in den schwierigsten Stunden ihres Lebens nicht genötigt fühlen, „sozialverträglich abzuleben. Vielmehr gilt es, die würdevolle Sterbebegleitung und eine Palliativversorgung im häuslichen und stationären Bereich zu fördern, um Menschen ein würdevolles und schmerzfreies Sterben mit sozialer und seelsorgerischer Begleitung zu ermöglichen. Das Saarland lehnt daher eine Zulassung der aktiven Sterbehilfe – auch unter engen Voraussetzungen – konsequent und kategorisch ab. Wenn Minelli Forderungen nach einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe stellt, ist auf dem Irrweg und geht an den wirklichen Anliegen sterbender und unheilbar kranker Menschen vorbei“, so Gesundheits- und Sozialminister Josef Hecken.

„Aktive Sterbehilfe kann keine Lösung sein. „Wir brauchen im Bereich der Palliativ- und Schmerztherapie konkrete Angebote und Hilfen. Wichtig und hilfreich ist nur eine würdevolle Sterbebegleitung und keine geschäftsmäßige Sterbehilfeorganisation. Die Angst der Menschen vor einem qualvollen Tod müssen wir ernst nehmen und ihnen in ambulanten und stationären Hospizen sowie durch eine wirkungsvolle Palliativmedizin ein würdevolles und schmerzfreies Sterben ermöglichen“

Zwar sei es zu respektieren, wenn Patienten wünschen, dass dem später eintretenden Sterbeprozess seinen Lauf gelassen wird. Abgelehnte medizinische Maßnahmen müssen dann unterbleiben. Jedoch dürfe man eine aktive Sterbehilfe nicht zulassen. Jedes menschliche Leben sei ein einzigartiges Gut und Teil der göttlichen Schöpfung, welches es zu bewahren gelte. „Wir müssen es allen Menschen ermöglichen, ohne unnötige Leiden in Würde – und wo immer möglich und gewünscht – zu Hause bis zum Tod betreut zu werden“, so Hecken, der die Kassen und Ärzte auffordert, festzulegen, welchen Qualitätsstandards Palliativversorgung künftig genügen muß. „Wer die Grenze zur aktiven Sterbehilfe überschreitet, vergesse die düsteren Erfahrungen damit in der deutschen Geschichte“. Auch hinterfragte Minister Hecken die Freiwilligkeit der Betroffenen beim Entschluss, sich das Leben zu nehmen, denn sterbende Menschen fühlten sich oftmals gegenüber Angehörigen und Pflegekräften durch eine lange Behandlung ps ychisch unter Druck gesetzt.

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