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Schimmelvorbeugung durch richtiges Lüften

Gerade in der kalten Jahreszeit häufen sich beim Gesundheitsamt des
Saarpfalz-Kreises die Anfragen zur Schimmelbildung in Wohnungen. Hohe
Schimmelpilz-Konzentrationen sind in der Tat nicht nur ein hygienisches
Problem, sondern können auch allergische und reizende Reaktionen beim
Menschen auslösen.

Neben baulichen Mängeln sind die Ursachen der Schimmelbildung häufig
durch die Bewohner selbst verursacht. Durch unsachgemäßes Lüften in
Verbindung mit Tätigkeiten, bei denen viel Feuchtigkeit entsteht, (z.B.
Duschen, Kochen, Wäschetrocknen) kann der empfohlenen Wert von 60%
Luftfeuchtigkeit leicht überschritten werden. Mit Hilfe eines
Hygrometers (diese sollten im Wohnraum, nicht in Küche und Bad
aufgehängt werden) kann man die Feuchtigkeit in seiner Wohnung selber
prüfen und durch entsprechendes Verhalten die Luftqualität verbessern.

Lüften sorgt dafür, dass nicht nur ein Temperaturausgleich erfolgt,
sondern vor allem auch Schwebstaub, Schadstoffe und Feuchtigkeit aus der
Wohnung entfernt werden und somit der Schimmelbildung vorgebeugt wird.

Hier einige Tipps zum richtigen Lüften
– Lüften Sie mehrmals am Tag kurz und gründlich und schließen Sie
danach die Fenster wieder (Stoßlüftung). In der kalten Jahreszeit
(Dezember, Januar, Februar) reichen bereits 4-6 Minuten, im März und
November 8-10 Minuten, im April und Oktober 15 Minuten. Im Sommer sollte
mindestens eine halbe Stunde gelüftet werden.
– Lüften Sie immer dann, wenn Wasserdampf entsteht (Kochen,
Duschen). Im Bad sollte nach dem Duschen das Wasser von den Duschwänden
und vom Boden entfernt werden. In der Küche empfiehlt sich ein
Dunstabzug mit Abführung der Raumluft ins Freie.
– Bei Nutzung des – schwach beheizten – Schlafzimmers sollte durch
gute Lüftung morgens nach dem Aufstehen für die Abfuhr von Feuchtigkeit
gesorgt werden (jeder Schlafende gibt Wasserdampf ab).
– Auch selten benutzte Räume sollen regelmäßig gelüftet werden,
insbesondere vor erneutem Gebrauch.
– Auf zusätzliche Feuchtigkeit durch übermäßig viele
Zimmerpflanzen, Luftbefeuchter, Zimmerspringbrunnen sollte man
verzichten. Zimmerspringbrunnen können evtl. zur Verbreitung von
Krankheitserregern beitragen, wenn sie nicht regelmäßig gereinigt
werden. Auch das Befeuchtungswasser muss regelmäßig gewechselt werden.
Ggf. sollte die Raumfeuchtigkeit regelmäßig gemessen werden.
– Wenn die Wäsche unbedingt in der Wohnung getrocknet werden
muss, sollte der Raum während des Trockenvorgangs geschlossen bleiben
und danach häufig gelüftet werden.
– Arbeiten mit geruchsintensiven Stoffen, Lösemitteln etc. sollten
nur bei gleichzeitiger Lüftung durchgeführt werden.
– Möbel sollten stets fünf bis zehn Zentimeter von der Wand
abgerückt stehen, um auch dahinter die Luftzirkulation zu
ermöglichen.

Bei sichtbarem Schimmelpilzbefall sind normalerweise keine weiteren
mikrobiologischen Untersuchungen notwendig, sondern die Ursachen sollten
sogleich gesucht und beseitigt werden. Hat der Schimmelpilzbefall ein
größeres Ausmaß (größer als 0,5 Quadratmeter) erreicht, ist eine
Sanierung durch Fachpersonal erforderlich. Für Schimmelpilzbefall im
eigenen Wohnbereich (Haus) ist der Eigentümer durch Beauftragung
entsprechender Fachfirmen selbst verantwortlich.

In einer Mietwohnung gilt Schimmelpilzbefall als Mietmangel. Sie
sollten den Wohnungseigentümer daher informieren. Der Schimmelpilzbefall
ist ein wohnhygienisches Problem, das häufig zu Rechtsstreitigkeiten
zwischen Mieter und Vermieter führt. Der Mieter vermutet in aller Regel
Mängel am Haus (z.B. schlecht isolierte Fassade, defektes Dach,
veraltete Fenstersysteme), der Vermieter hingegen, nimmt bei seinem
Mieter häufig falsches Lüftungs- und Heizverhalten an.

Welche Ursachen im Einzelfall wirklich ausschlaggebend sind, lässt sich
meistens nur durch ein Expertengutachten beweisen. Dies ist jedoch unter
Umständen mit hohen Kosten verbunden. Diese müssen vom Auftraggeber
gezahlt werden und können später den tatsächlichen Verursacher in
Rechnung gestellt werden.
Da es sich hier um private vertragliche Vereinbarungen zwischen Mieter
und Vermieter handelt, können Streitigkeiten nicht durch das
Gesundheitsamt reguliert werden. Bei rechtlichen Fragen geben zum
Beispiel der Mieterbund oder die Verbraucherzentralen Auskunft. Das
Gesundheitsamt steht jedoch bei Fragen und zu Beratung gerne zur
Verfügung.

Weitere Auskünfte erteilen beim Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises
die Abteilung Gesundheitsaufsicht unter der Servicenummer 0 68 41 / 1
04-71 32 oder die KUG (Koordinierungsstelle Umwelt und Gesundheit) unter
0 68 41 / 1 04-83 19.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017