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Sonntag, 20. August 2017 · sonnig  sonnig bei 16 ℃ · Dorffest mit KirmesÜ30-Party im Eventhaus St. IngbertHasseler Dorffest 2017

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Themenwochende Paris vom 28. – 30. April

Noch bis zum 7. Mai kann der interessierte Kunstfreund im Museum St. Ingbert die eindrucksvollen Fotografien eines der berühmtesten französischen Fotografen dieses Jahrhunderts sehen: “ Willy Ronis – en passant“. Seine Bilder erzählen von dem alltäglichen Paris, dem Paris der Straße und seinem Charme. Bei seiner Ausstellung im Pariser Rathaus stehen seit Monaten jeden Tag Warteschlangen, die Dutzende Meter lang sind. Die Ausstellung im St. Ingberter Museum präsentiert mit 150 Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein fotografisches Lebenswerk, das sich über fünf Jahrzehnte entwickelte. Willy Ronis ist der letzte lebende Repräsentant der französischen Schule der „humanistischen Fotografie“, zu der auch Robert Doisneau und Henri Cartier-Bresson gehörten. Seine ersten Bilder veröffentlichte Ronis 1936 in der Zeitung Humanité und dem Magazin Regards.

Die Ausstellung im Museum ist Anlass für die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, sich der Liebeserklärung und Hommage an Paris filmisch anzuschliessen und ein Wochenendprogramm mit Filmen zusammenzustellen, die alle in Paris spielen. Ein erklärter und umfassender Paris-Kenner ist zweifelsohne Georg Stefan Troller, dessen Film „Tage und Nächte in Paris“ (BRD 2004, Buch und Regie: Georg Stefan Troller, Kamera: Roland Wagner, 60
Min.) zum Auftakt am Freitag, den 28. April um 19 Uhr läuft (Wiederholung am Sonntag, den 30. April um 19 Uhr): Georg Stefan Troller nimmt uns mit auf einen Streifzug durch Pariser Stadtviertel und Milieus und auf eine Zeitreise, die deutlich macht, dass Paris mit all seinen Gegensätzen und Spannungen bis heute seinen Mythos unermüdlich selbst schafft. Seit 1949 lebt der Autor und Regisseur in Paris. Zwischen 1962 und 1972 entstand hier, im Auftrag des WDR und für die ARD, die vielfach ausgezeichnete, inzwischen legendäre Sendereihe Pariser Journal. Troller entwickelte damals den für ihn typischen Stil der poetischen Reportage. Im Jahr 2004, mehr als drei bis vier Jahrzehnte später, will Troller herauszufinden, wie sich Paris und seine Bewohner verändert haben. „Ein sehenswerter Film. Stern: Auch in seinem neuen Werk ist er wieder Flaneur und scharfer Beobachter mit kritisch-ironischem Blick…“

Am Freitag, um 20 Uhr folgt der Spielfilm „Before Sunset“ (USA, 2004) von Richard Linklater. Es ist die Weiterführung der Geschichte des Films Before Sunrise 1994, in der das Paar, das sich einst in Wien begegnete und eine gemeinsame Nacht verbrachte, zehn Jahre später in Paris erneut trifft. Der Mann, inzwischen erfolgreicher Schriftsteller, und die Frau nehmen ihre Gespräche über das Leben, die Liebe und das Universum wieder auf und suchen weiterhin nach Gewissheiten, wobei sie das eigentliche Leben ein wenig aus den Augen verlieren. Ein dialogreicher, dabei angenehm entspannter und mit schlafwandlerischer Sicherheit gespielter Film, der mit minimalem Budget innerhalb von 15 Tagen in Paris gedreht wurde,

Die Filme an diesem Wochenende sollen ein bisshen die Lust wecken auf Paris, und einen Blick werfen auf die Menschen, deren Geschichten in Paris spielen. So wie die Geschichte der schüchternen Kellnerin Amelie, die sich in “ Die fabelhafte Welt der Amelie“ (Frankreich, 2001) Regie: Jean-Pierre Jeunet mit Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Yolande Moreau, Artus de Penguern u. v. a. (Frankreich, 2001) Regie: Jean-Pierre Jeunet mit Audrey Tautou, Mathieu Kassovitz, Rufus, Yolande Moreau, Artus de Penguern u. v. a.) fantasievoll durch den tristen Alltag im Pariser Stadtteil Montmartre träumt. Eine Schachtel mit alten Spielsachen inspiriert sie dazu, ihren Mitmenschen Gutes zu tun. Sie hilft Kollegen und Nachbarn und findet wie nebenbei die Liebe. Das detailreich ausgestattete Märchen um eine außergewöhnliche junge Frau zeigt Paris in verzauberter Gestalt. “ Die fabelhafte Welt der Amelie“ läuft am Samstag, den 29. April um 21 Uhr.

Zum Abschluss am Sonntag, den 30. April, läuft um 18 Uhr noch einmal „Tage und Nächte in Paris“ (BRD 2004, Buch und Regie: Georg Stefan Troller,
Kamera: Roland Wagner, 60 Min. Im Anschluss am Sonntag um 20 Uhr ist ein Klassiker aus den 30er Jahren zu sehen: „Unter den Dächern von Paris“ (SOUS LES TOITS DE PARIS, Frankreich 1930) von Rene Clair. Ein Film aus dem Pariser Alltag der „kleinen Leute“, der Straßensänger, leichten Mädchen und
Ganoven: Albert liebt die schöne Pola, kommt irrtümlich ins Gefängnis und muß nach seiner Entlassung erkennen, daß sein Freund Louis in der Zwischenzeit Pola aufrichtig lieben gelernt hat. Nach einer heftigen Prügelei verzichtet Albert auf die Schöne. Rene Clairs erster Tonfilm hat nichts von seinem Reiz verloren. Er verzichtet unter virtuosem Einsatz von Chansons und Geräuschen, Kamerafahrten und -einstellungen auf jeden vordergründigen Realismus und verdichtet die Ereignisse zu einem poetischen
Bild- und Ton-„Gemälde“. O.m.d.U.
Alle Filme laufen in der Kinowerkstatt, Pfarrgasse 49.
Eintritt: 2,50 Euro und 3,50 Euro pro Film, alle zusammen 7,50 Euro und 9 Eu

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