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Donnerstag, 19. Oktober 2017 · wolkig  wolkig bei 13 ℃ · Bunter Nachmittag für SeniorInnen in der OberwürzbachhalleSaarländische Künstler sind bei Künstlermarkt vertretenVon Kelten und Römern – Zeitreise in die regionale Vergangenheit

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The Fog of War

Die Verbindung von außergewöhnlichem Archivmaterial und neu freigegebenen Aufzeichnungen aus dem Weißen Haus sowie die Filmmusik von „OSCAR“-Preisträger Philip Glass macht den Film zu einem beunruhigenden und kraftvollen Essay über Krieg, Verstand und die menschliche Natur.

The Fog of War zwingt den Zuschauer, sich mit Krieg und den daraus entstandenen Konsequenzen im 20. Jahrhundert zu beschäftigen: Grob geschätzt wurden 160 Millionen Menschen von anderen Menschen in Kriegssituationen getötet. Das 20. Jahrhundert war eines der gewalttätigsten in der Geschichte der Menschheit. Der Film legt uns nahe, dieses tragische Jahrhundert näher zu betrachten, als Anhaltspunkt dafür, wie wir eine Wiederholung im 21. Jahrhundert vermeiden können. Fog of War ist ein hervorragend gemachter Dok-Film, der als interessante Geschichtsstunde dienen kann.

Kern des Films ist das Gespräch zwischen Regisseur Errol Morris (hinter der
Kamera) und dem ehemaligen Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten Robert S. McNamara (vor der Kamera). Das Gespräch geht den umfassenden und vielfältigen Erfahrungen von Robert S. McNamara nach, die vom Ende des 1. Weltkriegs, über den Verlauf des 2. Weltkriegs, dem Entstehen des Kalten Krieges, der Kuba-Krise bis nach Vietnam reichen. Wir werden aufgefordert, das 20. Jahrhundert als Außenstehende mitzuerleben, wobei uns der Regisseur und seine Hauptperson durch die Erfahrungswelt von Führungspersönlichkeiten, die in folgenschwere Ereignisse verwickelt waren, lenken.

Ausführliche Archivaufnahmen der Ereignisse und erst kürzlich freigegebene Tonbandaufnahmen aus dem Weißen Haus helfen dem Zuschauer, die Aussagen des 85-jährigen McNamara dem jeweiligen Kapitel der Vergangenheit zuzuordnen.

Aus mehr als 20 Stunden Interviewmaterial wurde ein 106 Minuten langer Film, der sich um 11 einprägsame Lehrsätze rankt, die McNamara aus seinem nachdenklichen Rückblick auf die Ereignisse entwickelt hat. Diese Lehrsätze
betonen: Die Wichtigkeit, sich in seinen Gegner hineinzuversetzen, die Grenzen des menschlichen Verstands im Treffen von außenpolitischen Entscheidungen, die schmerzhaften moralischen Entscheidungen, die in der Handhabung internationaler Angelegenheiten zu treffen sind und die enorme Bedrohung eines Nuklearkriegs.

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St. Ingberter Anzeiger ·
1865–2017