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In St. Ingbert-Hassel entsteht ein Holzkohlenmeiler SaarForst Landesbetrieb und Stadt St. Ingbert laden Schulklassen und interessierte Gruppen ein

„Holzkohle“ ist ein Wort, das man – gerade im Saarland – häufig mit den Begriffen Feierabend, Geselligkeit und Schwenken verbindet.

Dass die Herstellung der Holzkohle jedoch ein Jahrtausende altes Handwerk ist, das schon seit frühester Zeit in unserer stark bewaldeten Heimatregion ausgeübt wurde, ist heute leider nur noch wenig bekannt. Noch bis vor gut 250 Jahren war die Holzkohle „die“ Energiequelle schlecht hin: Ob bei der Glasherstellung in der Glashütte im Pottaschwald, im Eisenwerk auf der Schmelz, beim Hammerwerk im Rentrischer Lottenhammer oder bei der Salzgewinnung in Sulzbach. Alle diese industriellen Produktionen wären ohne das Holz und ohne die aus dem Holz der heimischen Wälder gewonnene Holzkohle nicht möglich gewesen.

Der SaarForst Landesbetrieb und die Stadt St. Ingbert beginnen in der kommenden Woche unter der Leitung von Köhler Giulio Pupo und SaarForst Mitarbeiter Bodo Marschall, nach traditioneller Handwerkskunst in Hassel einen Holzkohlenmeiler zu errichten. Angezündet wird der Holzkohlenmeiler von Umweltminister Stefan Mörsdorf und von Oberbürgermeister Georg Jung am Sonntag, 11. Juni um 11 Uhr auf dem Platz neben der ehemaligen Kläranlage in Hassel. Die Anfeuerung des Meilers, das Glimmen, die Überwachung und die Pflege des Herstellungsvorgangs können in den kommenden 14 Tagen – denn so lange dauert der Herstellungsprozess der Holzkohle – aus nächster Nähe beobachtet werden. Köhler Giulio Pupo und die Mitarbeiter des SaarForst Landesbetriebes werden vor Ort sein und für Fragen und nähere Informationen zu Verfügung stehen.

Um die Funktionsweise eines Holzkohlenmeilers zu veranschaulichen, errichtet der SaarForst auch einen Schaumeiler, der den Aufbau, die Pflege und schließlich die Gewinnung der Holzkohle verdeutlicht. Vom 6. bis 25. Juni haben interessierte Schulklassen und Besuchergruppen die Möglichkeit, sich über diese uralte Handwerkskunst zu informieren. Das Rahmenprogramm umfasst auch Vorträge zum Thema „Heizen mit Holz“, „Wartung und Pflege der Motorsäge“ und zum Thema „Holz als Generationenvertrag“. Anmeldungen nehmen Frau Schmitt Kulturamt der Stadt St. Ingbert (Telefon: 0 68 94/13-5 20) und Bodo Marshall vom SaarForst Landesbetrieb (Telefon: 01 75/2 20 08 42) entgegen.

Die Köhlerei ist eine alte Handwerkskunst, deren Tradition bis in die Eisenzeit (etwa 1000 bis 500 Jahre v. Chr.) zurückreicht. Die auf diese Weise gewonnene Holzkohle wurde schon damals dazu genutzt, Eisenerz zu schmelzen und zu verarbeiten. Die Vorteile von Holzkohle waren damals schon bekannt: Holzkohle erreicht bei der Verbrennung eine erheblich größere Hitze als Holz und hat darüber hinaus auch den Vorteil, dass sie viel leichter als Holz ist und somit einfacher transportiert und gelagert werden kann.Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Holzkohle von sehr großer Bedeutung für die industrielle Verhüttung von Erzen. Erst mit der Entdeckung der Steinkohle wurde die Holzkohle immer weiter verdrängt und schließlich durch die Verwendung von Koks ersetzt.

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