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Abriss steht kurz bevor

Alte Sporthalle und ehemaliges Hallenbad Rohrbach weichen einem Neubau: Wenn eine geschätzte und lieb gewonnene Einrichtung in einem Ort plötzlich verschwinden soll, ist es verständlich, dass sich der eine oder andere Nostalgiker

im besten Sinne zu Wort meldet. Es handelt sich um das Ensemble aus der Sporthalle der Gemeinschaftsschule (GemS) Rohrbach und dem ehemaligen Hallenbad Rohrbach, das kurz vor dem Abriss steht. Federführend ist der Saarpfalz-Kreis, der Träger der GemS ist.

Das eigene Hallenbad, sozusagen vor der Haustür, wussten die Rohrbacher Bürgerinnen und Bürger nach der Eröffnung 1974 über 30 Jahre zu schätzen. Die Sporthalle war bis Ende April dieses Jahres noch offiziell in Betrieb, stand pandemiebedingt für den Sportbetrieb allerdings schon länger nicht mehr zur Verfügung.

Das alte Ensemble wird nun einem Neubau aus zwei ineinander übergehende Kuben für eine Dreifeld-Sporthalle sowie Räumen für eine gebundene Ganztagsschule weichen. Insgesamt werden schätzungsweise zwölf Millionen Euro in das Gesamtprojekt investiert.

Die Räumlichkeiten im Schulneubau wurden in vielen gemeinsamen Sitzungen an der Schule unter Berücksichtigung des pädagogischen Konzeptes und unter Berücksichtigung der Ganztagsschulverordnung entworfen und ausgearbeitet. Dafür haben ein Team aus Lehrkräften und Mitarbeitenden des Technischen Immobilienmanagements des Saarpfalz-Kreises verschiedene Messen und Seminare sowie Schulen besucht, um einen zeitgemäßen und für die Schule optimalen Schulneubau zu planen. Es handelt sich hierbei um einen weiteren Schritt zum Ausbau der Gemeinschaftsschule als gebundene Ganztagsschule.

Die Pläne wurden auch dem Stadtrat St. Ingbert, der Eltern- und Schülervertretung sowie den Lehrkräften vorgestellt und sie fanden jeweils breite Zustimmung. Jetzt werden diese Pläne realisiert.

Bevor die Schotten in diesem Frühjahr final dichtgemacht wurden, wünschten sich an erster Stelle die Rohrbacher Heimatfreunde, das Bad noch einmal betreten zu dürfen, um sich mit aktuellen Fotos weitere Erinnerungen an ihr Bad zu schaffen. Gerne kümmerten sich Sascha Berndt vom Immobilienmanagement des Saarpfalz-Kreises und Hausmeister Stefan Bastian um den Zutritt. Der wurde natürlich auch weiteren anfragenden Vereinen gewährt. Die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach nutzte die Gelegenheit, an mehreren Terminen verschiedene realitätsnahe Rettungsübungen durchzuführen. Das war durchaus praktisch, denn mögliche Schäden am Objekt konnten ohne Konsequenzen in Kauf genommen werden.

Auch das THW St. Ingbert und das THW Perl zeigten sich dankbar, die Örtlichkeit noch einmal nutzen zu dürfen, beispielsweise für notwendige Ausbildungen: Da wurden
u. a. vermisste Personen von Einsatzkräften mit schwerem Atemschutz gesucht und gerettet und auch Rettungshunde band das THW mit ein. Ebenfalls wurden Teilnehmende der Grundausbildung in den Bereichen Gesteinsbearbeitung und Leitern ausgebildet.

Die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach bei einer Rettungsübung.

Die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Rohrbach zeigten und zeigen sich ebenso rührig, wenn es um diese große Bauaktion geht. So schlugen sie vor, aus den gefällten Bäumen Möbel für ein „Grünes Klassenzimmer“ zu bauen und weiter Frühstücksbrettchen oder andere nützliche Utensilien zu fertigen. Die jungen Menschen aus der Nachhaltigkeits-AG zeigen sich hier besonders ideenreich. Ebenso wird ein Kunstprojekt mit Fotos vorbereitet.

Der Gebäudeabriss wird in den nächsten Wochen beginnen. Bevor der Rückbau des Gebäudes startet, muss eine Baustellenein-/ ausfahrt modelliert werden, damit mit großem Gerät an den Gebäudekomplex herangefahren werden kann. In einem ersten Schritt werden dann alle Schadstoffe gemäß dem Rückbaukonzept zurückgebaut und abgefahren. Den Abbruch selbst betrifft zuerst die Sporthalle, dann die Schwimmhalle. Dadurch wird das Baufeld vergrößert und bietet Platz für den Abbruch des Umkleide-/ Eingangsbereiches als Bindeglied zwischen Sport- und Schwimmhalle. Die gesamte Abrissphase soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Landrat Dr. Theophil Gallo: „Ich bin froh, dass wir nun bald mit dem von langer Hand geplanten Neubau beginnen können, zunächst natürlich mit dem Abriss des bestehenden Gebäudes. Ich freue mich für die Vereine, die sich auch noch am Schluss von dieser Einrichtung inspirieren ließen und einen Nutzen für sich daraus ziehen konnten. Lobenswert ist sicher das Engagement der Schülerinnen und Schülern, die in diesem Zusammenhang nachhaltige Projekte angehen. Wir werden versuchen, die Schulgemeinschaft bestmöglich vor Beeinträchtigungen zu schützen. Dass es nicht ganz ohne Baulärm vonstattengehen wird, liegt in der Natur der Sache. Ich hoffe dennoch sehr, dass die Baumaßnahmen zügig voranschreiten werden und bedanke mich bei allen, die sich bei diesem Großbauprojekt engagiert haben und noch weiter engagieren werden. Dieses Projekt dokumentiert in anschaulicher Weise die Tatsache, dass der Saarpfalz-Kreis auch seine Aufgaben als Schulträger sehr intensiv wahrnimmt.“

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