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Albrecht Herold ist neuer Ehrenbürger

93 Jahre und kein bisschen ruhig: Ein kleiner, gebückter Mann betritt den Großen Sitzungssaal des St. Ingberter Rathauses und seine Präsenz wird sofort spürbar. Der 1929 in St. Ingbert geborene Albrecht Herold schaut sich mit wachen und blitzenden Augen im Saal um. „Er telefoniert

den ganzen Tag und leitet Sitzungen der Gewerkschaft mit ungebremstem Engagement und Durchsetzungsvermögen“, erzählte einer seiner Genossen. Sein ganzes Leben lang hat er sich „mit Beharrlichkeit, Chuzpe und Freundlichkeit für die Menschen, für unsere Stadt und für das Land eingesetzt“, wie Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer in seiner Laudatio zusammenfasste. Die Zahl der Laudatoren ist lang: Landtagspräsidentin Heike Becker war gekommen und betonte voller Bewunderung: „Ich bin eine recht junge Präsidentin des Hohen Hauses und bin dankbar dafür, dass du mich bei meinem Amtsantritt vor wenigen Monaten gebrieft hast.“ Im Landtag, so erzählte sie, kenne Albrecht Herold immer noch ein jeder, „weil du in deiner Amtszeit immer so freundlich und menschlich warst.“

David Lindemann, Chef der Staatskanzlei, und Stephan Toscani, MdL, sendeten Grußbotschaften. Sie waren sich einig in ihrem Respekt gegenüber Albrecht Herold. „Du bist ein Schlitzohr mit Durchblick“, charakterisierte ihn Lindemann. Als „väterlichen Freund, der nicht nach Problemen sucht, sondern nach Lösungen“, bezeichnete ihn Toscani.

Der Politiker Albrecht Herold setzte sich für die Schaffung neuer Arbeitsplätze in unserer Stadt ein. Durch die Gründung der Wohnungsbaugenossenschaft Albrecht Herold auf der Alten Schmelz trug er maßgeblich zur Sicherung und Weiterentwicklung des Stadtquartiers Alte Schmelz bei. „Du hast dich dafür eingesetzt, dass die Alte Schmelz zu einem Ort zum Leben, für Kultur und zum Arbeiten geworden ist“ unterstrich Maximilian Raber, MdL. Seine Aktivitäten waren der Grundstein zum Erhalt und zur Revitalisierung des alten Industriegeländes und ein wichtiger Faktor zur Ansiedlung des CISPA Innovation Campus. In den 90er-Jahren setzte sich Herold als Arbeitnehmervertreter für die Stahlindustrie im Saarland ein. Als Mitglied der Treuhand war er Mitbegründer der Montan-Stiftung-Saar und schuf damit die Voraussetzungen dafür, dass „12.000 Arbeitsplätze gesichert wurden und das Grünstahlprojekt heute mit einer Investition von 3,5 Milliarden Euro vom Saarland aus gelenkt wird“, wie Reinhard Störmer, Aufsichtsratsvorsitzender der Montan-Stiftung betont. Albrecht Herold war seit 1965 Mitglied des saarländischen Landtags. Zudem war er von 1975 bis 1980 Vizepräsident und danach bis 1994 Präsident des saarländischen Landtags.

Parteiübergreifend handelnder Sozialdemokrat

Als ehemaliger Oberbürgermeister von St. Ingbert lobte Dr. Winfried Brandenburg Herolds Einsatz für seine Partei, die SPD: „Mit allem, was du auf Landes- und Kommunalebene bewegt hast, warst du immer den Menschen und der Sozialdemokratie verbunden.“ Dennoch waren sich alle Laudatoren einig, dass sich Herold unermüdlich über die Grenzen seiner Partei hinaus für die Menschen und die Demokratie eingesetzt hat. Aus diesem Grund habe der St. Ingberter Stadtrat sich auch mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, Albrecht Herold als Ehrenbürger der Stadt zu würdigen, so Ulli Meyer. „Wir haben den Festakt hier im Ratssaal direkt nach einer Stadtratssitzung organisiert, um – ganz in deinem Sinne – ein Zeichen für die Demokratie zu setzen“, erklärte er und bat Herold, sich nach der Überreichung der Urkunde in das Goldene Buch der Stadt St. Ingbert einzuschreiben. Für die musikalische Begleitung des Festaktes sorgte die Musikschule der Stadt St. Ingbert mit Lena Schulte, Cosima Weinand und Simeon Albrech am Cello und Herrmann Müller am Kontrabass.

Nach all den mehr als berechtigten Lobeshymnen bleibt noch der Dank des Würdenträgers. Fast still betritt er das Rednerpult und bedankt sich mit leiser, aber sehr starker Stimme: „Einer allein ist nichts wert und wir sind alle nur Menschen. Diese Urkunde ist mir eine Ehre, aber zufrieden macht mich das, was wir alle gemeinsam für die Bürger und die Stadt geschafft haben.“

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