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Ausgefallene Kappensitzung

Trotz einiger Ausfallerscheinungen, resultierend aus der kontaktlosen Sektbar, erreichte uns mit Pandemie konformem (mehrfachen)  1,5 h Zeitabstand, ein realer Pressebericht zur gestrigen, sehr ausgefallenen virtuellen Kappensitzung des MGV Frohsinn.

Einer Kappensitzung, wie es sie noch nie in St. Ingbert gegeben hat! MGV Frohsinn feiert Faasenacht: Ihr Leit, ihr Leit es war nedd widder soweit!

Traditionell am Freitagabend, 2 Wochen vor den tollen Tagen, überzeugte der “Frohsinn” mit ausgefallenen Ideen und Beiträgen in einer nie da gewesenen Sitzung.

Aufgrund der außergewöhnlichen Nachfrage in Lockdow-Zeiten wurde erstmals ab 2. Januar eine “onlineplattform” über mehrere Hotspots geschaltet. Trotzdem brach bereits um 10 Uhr morgens die Leitung zusammen. Interessierte konnten sich jedoch auf der Warteliste registrieren lassen, wobei zunächst die Altersgruppe Ü 80 Karten zugeteilt bekam.

Natürlich stand die Sitzung ganz im Zeichen der Pandemie, doch der Verein hatte jegliche erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. So waren sogar die Zeilenabstände auf der Speise- und Getränkekarte auf 1,50 m vergrößert worden.

Die Gäste der BKG Blieskastel waren genauso zahlreich erschienen, wie die Delegation der DNZ, die auf stolze 6 mal 11 Jahre Dengmerter Faasenachtstradition zurückblicken kann. Mit 66 Jahren steht die DNZ zwar kurz vor dem Rentenalter, wurde jedoch noch nicht der Risikogruppe zugeschlagen. Die Freunde der Rohrbacher Faasenacht verzichteten auf Anraten des Außenministers Heiko Maas auf eine Anreise in das aus ihrer Sicht in Grand Est gelegene St. Ingbert. Auch Ehrengast Tobias Hans war nicht online zugegen. Er sendete stattdessen einen landesweiten Corona- Willkommensgruß auf Kosten der Staatskanzlei in jeden saarländischen Haushalt. Ansonsten war der Saal voller Narren.

Nach dem traditionellen, obsoleten und diesmal digitalen Grußwort der BKG, kam mit dem Wuschd aus der Spieser Quarantäne der erste Kracher des Abends. Mit seinem ” Ich bin so gär
sogär dehemm, ich kann nit fort ich hann die Flemm “ kündigte er sich an und hatte das Mitgefühl des Publikums sicher. Thomas Oster gab in gewohnter Manier den “online- Naggischbutzer” mit der FFP 2 Maske. Nachdem er vom Saaldienst aufgefordert wurde die Maske Corona konform vor Nase und Mund zu tragen, wurde der „Naggischbutzer“ auch online von den Damen erkannt. Graziös wie letztes Jahr folgte der Mariechentanz von Jessica Binnettdoh von der Burbacher “Mir sinn nie do”. Beim Beitrag des Faasenachtschors wurde wieder mal unter Beweis gestellt, dass die Corona bedingt ausgefallenen Proben und Singstunden der Qualität des Gesangs keinen Abbruch tun.

Von vielen heiß erwartet, liefen die Krätzjer unter den Klängen des Büttenmarsches ” Es Karlche hat ken Impftermin” ein. Es wurde der mit Abstand beste politische Beitrag der Sitzung. Heribert Wallacher als Luciano Pandemiotti sang in hellem Tenor den Hit der Session „Rar, rar rar sinn jetzt die Dose, Dose, die ich an dich verimpfe”.  Wer nicht genug vom politischen Beitrag der Frohsinnskrätzjer bekommen konnte, hat die Möglichkeit, wie jedes Jahr, den Fernsehauftritt bei der Sendung “Alleh Hopp” der “mir sin nit do” Saarbrücken zu verfolgen.

Überhaupt zog sich das Thema Impfen wie ein roter Faden durch die Sitzung. Seppl Redl als DJ Ötzi landete mit dem Sputnik V und sang “ich komm zu eich mit Aerosol, ich bin der Virus aus Tirol” und Altelferratspräsident Theis, der den Staffelstab an Olli Köhler – Wolf übergab, bedauerte, dass er jetzt im Zuge des Amtsenthebungsverfahrens seine Immunität verloren hat. Ihm drohen nun mehrere Prozesse wegen zahlreicher Übergriffe aus seiner 11jährigen Tätigkeit als Präsident in der Dengmerter Faasenacht.

Das Impffieber infizierte auch das Publikum, das spontan zum Distanzschunkeln mit “Impf, impf, Brüderlein impf” überging. Konrad Weisgerber, bekannt als Querulant und Schrägsinger des MGV, kam erwartungsgemäß als Querdenker getreu dem Motto „Ich kauf mir lieber einen Aluhut”. Die Bergmannsampel vom vorigen Jahr hatte er zur Corona -Ampel umgebaut, die partout nicht auf grün umspringen wollte. Ulli Meyer versprach, die St. Ingberter Ampeln alle umzurüsten, vorausgesetzt der Büttenredner unterlässt in Zukunft seine ausfälligen Bemerkungen über das Stadtoberhaupt.

Seit 20 Jahren ist der Till von den Ramsteiner Bruchkatzen ein fester Bestandteil der Sitzung. Umso bedauerlicher, dass er dieses Jahr ,wie die anderen Akteure nicht kommen konnte, da die zeitgleich stattfindende Ramsteiner Sitzung ebenfalls abgesagt wurde Ein Augenschmaus für die Damen war wie immer das Männerballett. Als Impfdosenarmee brachten sie den leeren Saal zum Kochen. Ein moderna Tanz, bei dem jeder Ausfallschritt gründlich einstudiert war.

Schlusspunkt vor dem großen Finale war der Showteil der Krätzjer als “Proud Boys“. Sie stimmten lautstark auf den bevorstehenden Rathaussturm an. Ulli Meier war zu diesem Zeitpunkt schon sicherheitshalber gegangen. So konnte ihm leider der diesjährige aufwendig gestaltete unsichtbare Sessionsorden nicht verliehen werden.

Bei dem Mitmachlied “Wir sind die Männer mit einem harten Job, wir sind der letzte Mob” stand der Saal. Es war die ausgefallenste Sitzung seit langem und alle freuen sich, wenn es nächstes Jahr wieder heißt “Ohne Frohsinn gibts e echte Faasenacht nit”.

Für den Ausfall von Licht und Ton zeichneten sich Bernhard Wesely und das Hausmeisterteam der Stadthalle zuständig. Wer sich die Sitzung gerne nochmal ansehen will, kann diese bei Neddfix im Darknet streamen. Besonders zu erwähnen ist die Aktion des Vereines 10% der Einnahmen aus dem Kartenvorverkauf dieser noch nie da gewesenen Sitzung dem diesjährigen Fastnachtsumzug in Form einer Ausfallbürgschaft zukommen zu lassen.

Bericht: F. Ake

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