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Badespaß im „blau“ wird teurer

Für Badespaß müssen Erwachsene künftig ein paar Cent mehr berappen. Denn zum zum ersten Mal in der noch jungen Erfolgsgeschichte erhöht das „blau“ seine Tarife für das Hallen- und das Freibad. Warum? Steigende Betriebskosten.

Wasserratten müssen in St. Ingbert etwas tiefer in die Tasche greifen. Denn ab 1. Februar steigen die Eintrittspreise fürs „blau“ ein wenig oder „moderat“, wie es Rainer Hoffmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Bäderbetriebsgesellschaft, der das Bad gehört, kaufmännisch korrekt formuliert. Egal. Fakt ist: 20 Cent mehr, also insgesamt 3,10 Euro, müssen Erwachsene künftig berappen, wenn sie zwei Stunden im Hallenbad plantschen wollen. Eine Tageskarte kostet sie 50 Cent extra. Maximal 20 Cent zusätzlich kostet sie der Eintritt ins Freibad. Kinder, Jugendliche, Studenten oder Menschen mit Sozialpass trifft’s auch. Aber „moderater“. Die leichte Preiserhöhung irritiert beim ersten Hören dennoch. Nicht, weil die Betreiber bereits vor einem Jahr nach dem Umbau der Sauna die Preise dort um bis zu zwei Euro angezogen haben. Nein, es klingt seltsam, weil „das blau eine Erfolgsgesichte ist“. Das sagt selbst der Stadtwerke-Geschäftsführer Hubert Wagner. Es stimmt. Als die Verantwortlichen das Bad planten, rechneten sie mit 150 000 Besuchern pro Jahr in Frei- und Hallenbad. Deutlich über 300 000 Gäste suchen in den vergangenen Jahren tatsächlich im Schnitt Spiel, Spaß, Sport und Wellness am Mühlwald. Das Bad samt Sauna sorgt so für einen Jahresumsatz allein beim Eintritt von über einer Millionen Euro, sagt Wagner. Doch das sei eben nur die halbe Wahrheit. Das St. Ingberter Bad habe seit der Eröffnung 2005 noch nie an der Preisschraube für Bad-Besucher gedreht. Und das würden sie auch jetzt nicht machen, betont der Stadtwerke-Chef. „Es ist eine Preisanpassung und zwar an die seit Jahren steigenden Unterhaltungskosten.“ Also an die Realität. Denn die Kosten für Strom, Wasser, Heizung oder Personalkosten sind durchaus in jüngster Vergangenheit teilweise stark gestiegen. Und davon könne sich das Bad nicht freimachen, ergänzt Hoffmann. Aber was bringen die neuen Eintrittspreise konkret ein? „Ein Plus von ungefähr 40 000 Euro“, kalkuliert Wagner. Reicht das, um das Bad in die schwarzen Zahlen zu hieven? „Nicht wirklich. Aber ein Schwimmbad ist immer ein Zuschussgeschäft“, meint Rainer Hoffmann. Dass Kunden künftig dem „blau“ den Rücken kehren, glauben die Betreiber übrigens nicht. Gerade weil sie mit den Mehreinnahmen das Bad „top in Schuss halten“ können. Und das sei überlebenswichtig im Hinblick auf die neue Konkurrenz- Situation in der Region. Vor zwei Jahren hat in Neunkirchen ein Bad mit ähnlichem Konzept eröffnet. Und auch die Stadt Homburg steht kurz davor, ein eigenes Spaßbad zu bekommen. „Angst vor der Konkurrenz haben wir aber keine“, betont Wagner. Und auch hier sprechen die Zahlen für sich, also fürs „blau“. Als das Neunkircher Bad eröffnet hatte, zog’s zwar einige Neunkircher ins heimische Bad. Die Mehrheit blieb dem St. Ingberter Bad treu. Und so werde es auch mit Homburg sein, legen sich beide schon heute fest. „Wir sehen sehr optimistisch in die Zukunft“ – trotz oder gerade wegen der neuen Preise.

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