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Baumwollspinnerei: An die Arbeit!

Hans Wagner: „Es fließt im Moment, die Kommunikation stimmt, wir haben ein Ziel und eine Baubeschreibung …“

„Jetzt sich hier hin zu stellen und zu sagen: Wir sind im März 2016 fertig– das traut sich keiner. Aber natürlich wollen wir früher fertig werden, denn jeder Tag kostet uns Geld.“ Unter Hinweis auf zwei möglicherweise milde Winter in der kommenden Endbauphase ein vorsichtiger Optimismus: „… und wenn es keine größeren Überraschungen am Bau mehr gibt“ sei eine Fertigstellung im Frühjahr 2016 durchaus denkbar – so der Vertreter der OBG, Walter Eberhardt, bei der gestrigen Pressekonferenz zur inzwischen insgesamt rund 17 Millionen teuren Baumwollspinnerei.

Die in das Großprojekt involvierten Stadt St. Ingbert, vertreten durch OB Hans Wagner, Michael Werner von der Unteren Bauaufsichtsbehörde, Margret Welsch von der Abteilung Stadtentwicklung und Hauptamtsleiter Reinhard Bläs, der Bauherr Werner Deller und für die Arbeitsgemeinschaft der Bauträger Walter Eberhardt und Helmut Kruppke von der Ottweiler Baugesellschaft und Peter-Jan Funk von Enerventis, sowie der seit dem Frühjahr als Mediator tätige Saarbrücker Rechtsanwalt Dieter Quack stellten sich den Fragen der Presse zum Zusatzvertrag und zum Baufortschritt bei der Baumwollspinnerei.

„Es ist ja ein schwieriges Projekt – wenn man sich mal die Zeitschiene vor Augen führt: Seit 2003 gab es die ersten Ideen, 2011 wurden die Verträge unterzeichnet. Die entstandenen Probleme sind nach jetzt wieder 3monatigen Verhandlungen gelöst. Das war der Wunsch des Stadtrates, der Wunsch der Landesregierung, der Wunsch der Kommunalaufsicht, der Wunsch aller Beteiligten: Dass es jetzt konstruktiv weitergeht, weil ansonsten der Schaden ja viel zu groß gewesen wäre für alle Beteiligten.“ Mit diesen einleitenden Worten verband OB Hans Wagner auch den Dank an den „kompetenten und einsatzfreudigen“ Mediator Dieter Quack.

„Ich bin froh, dass wir den diesen Stand erreicht haben, geh’n wir mal frohgemut an die Arbeit und gucken, dass wir das Projekt schnellstmöglich zum Wohle aller Beteiligten fertig stellen.“

Quack erläuterte, dass durch den Einsatz von OB Wagner, der – obwohl erklärter Kritiker – „das Heft in die Hand genommen“ habe und insbesondere durch das Engagement von Margret Welsch nicht nur die Ergänzungsvereinbarung unterschrieben werden konnte, sondern auch die Baubeschreibung – soweit irgend möglich – fertig gestellt sei. „Es gibt noch ein paar Dinge, die wir fair untereinander regeln werden, wir sind uns aber sicher, dass wir den Kostenrahmen von 2,5 Millionen € einhalten werden.“ Der Startschuss sei freigegeben, Aufträge im Wert von 1,8 Mio. bereits vergeben. „Es geht voran, wir sind alle optimistisch.“

Zum Stand der Dinge erläuterte OB Hans Wagner, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sei. Jedem Bauschaffenden sei klar, dass ein solches Gebäude immer Risiken und Überraschungen birgt. Das sehe man erst mit dem Baufortschritt. „Wenn jetzt noch Mehrleistungen notwendig wären- wenn es Luxus wäre würden wir’s streichen. Es ist schon soviel Geld verplant, da muss man an der ein oder anderen Stelle eben Low Cost ins Auge fassen.“ Das sei Stand der Dinge, „diese Vereinbarung steht, die Aufträge sind vergeben, man kann jetzt loslegen“. Er versprach, „wenn jetzt noch mal was Größeres aufkommt, dass man beraten muss“,  im Rahmen der vertraglichen Möglichkeiten die Zahlen offen zu legen, es seien ja schließlich Steuergelder. In diesem Zusammenhang verwies Mediator Quack auf  die datenschutzrechtlichen Aspekte der Verträge, und dass es wenig Sinn mache über 3.700 oder 7.300 € im Detail zu diskutieren. Wichtig sei, dass alle Beteiligten sich über die Gesamtsumme von 2.5 Mio einig seien. Der jetzt unterzeichnete Vertrag sei eine Zusammenführung aus „historischen“ Verträgen dazu sei profunde Kenntnis der vorherigen Verträge notwendig – welche aber teils private Verträge zwischen Bauherr Deller und der OBG sind, welche nicht veröffentlicht werden dürften. Ähnliches gelte für die Baubeschreibung, auch diese sei nur im Zuge ihrer Entwicklung zu betrachten.

Margret Welsch erläuterte, nach zähem Ringen habe man beispielsweise gemeinsam die Entscheidung getroffen, dass der ursprünglich geplante Dachpavillon entfallen wird. Abgesehen von dadurch rund 100.000 € Einsparung an nicht mehr notwendigem Fluchttreppenhaus, schwankten die Schätzungen der weiteren Einsparungen zwischen 220.000 und 280.000 €. Das könne sich erst im Zuge der Baumaßnahme verifizieren. Peter-Jan Funk von Enerventis erklärte dazu, man müsse z.B. den bereits fertigen Aufzug noch mal ändern lassen, dazu läge noch kein Angebot des Zulieferanten TKR vor. Man gehe aber offen und fair miteinander um und  habe wie alle Beteiligten das Ziel 2,5 Mio. € vor Augen. Manches sei konstruktiv noch nicht gelöst, daher monetär noch nicht bewertbar. Wesentlich aber sei, dass alle 3 Vertragsparteien nun den gleichen Kenntnisstand bezüglich der Verträge hätten und jeder die Zielsetzungen kenne und akzeptiere.

Dieter Quack erläuterte, dass aus Sicht der Beteiligten die Fördermittel inzwischen gesichert seien: Der Wunsch des Förderungsgebers (Land) bis Ende Oktober möglicht viel – denn bis Jahresende müsse alles von dort geprüft sein –  zu beauftragen sei praktisch bereits erfüllt. Der Bereich Haustechnik sei bereits fast abgeschlossen, auch im Bereich Bau ginge es vorwärts. Darüber hinaus gäbe es auch Bauleistungen, die schon erbracht aber noch nicht abgerechnet seien. Auch die planerische Leistung werde in die Zeit mit eingerechnet. „In Wahrheit ist es Ende Dezember, nicht Oktober, der betreffende Beamte hat auch zugesagt, dass er im Vorfeld schon mal guckt, da sein Prüfungszeitraum verkürzt ist“. Aus Sicht der Beteiligten sei durch die Unterzeichnung des Vertrages das Förderkulissenproblem gelöst. Dass es von Juli bis jetzt gedauert habe, die Zusatzvereinbarung zu unterschreiben, habe an den Juristen gelegen.

Auf die Frage wie es jetzt weitergeht am Bau hieß es, dass bereits ab kommendem Montag eine Kolonne am Bau sei, 2 Wochen später ginge es mit Abstrahlarbeiten und Spritzputz an den Decken weiter. Es werde weiter intensiv an den Planungsarbeiten gearbeitet was sicherlich noch eine Zeit lang dauere, es habe ja auch Änderungen gegeben. Einige Varianten am Bau, die jetzt entschieden seien müssten jetzt eben auch planerisch umgesetzt werden.

Langfristig ist die Bauphase – statt ursprünglich 1 Jahr – nun auf 1,5 Jahre geplant. Man verbaue ja auch 2,5 Millionen/rund 30 % Bauleistung mehr. Problem sei auch, das man zunächst das Dach dicht und die Fenster eingebaut haben müsse – ob das noch vor Weihnachten passieren könne sei derzeit noch unklar. Von der Abfolge der notwendigen Arbeiten komme man jetzt in eine schwierige Jahreszeit. 2.500 qm Dachfläche seien zu sanieren, was kein vernünftiger Mensch im Januar beginnen würde. Auch das Heizen des riesigen Gebäudes sei wirtschaftlich  betrachtet unsinnig. Vor diesem Hintergrund haben sich die Beteiligten auf eine Bauphase von etwa 1,5 Jahren verständigt. Wegen Unverhersehbarem und der 2 kommenden Winter habe man nun den Abschluss der Baumaßnahmen vertraglich auf August 2016 festgelegt.

„Es fließt im Moment, die Kommunikation stimmt, wir haben ein Ziel und eine Baubeschreibung … ein Mediator wird ja nur dann gebraucht, wenn es irgendwo klemmt…“

beantwortete OB Hans Wagner die Frage, ob Dieter Quack die Bauphase weiter begleiten würde. Allerdings werde das wohl ein fließender Ausstieg werden, schließlich hänge man auch an so einem Projekt ergänzte Quack selbst und bemerkte abschließend: „Die Arbeiten könnten jetzt beginnen, nun rechne man mit keinen weiteren größeren Überraschungen mehr. Alles zieht an einem Strang.“

 

PM: PaHo@dengmert.de

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