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Bericht: Gärten mit Geschichte

Am Dienstag, 5. März 2013, überreichte die Ministerin für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes, Anke Rehlinger, im Blumengarten in Bexbach Landrat Clemens Lindemann einen Leader-Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 50 000 Euro für das Projekt „Gärten mit Geschichte“ überreichen.

 Zum Hintergrund des Projekts: In der Saarpfalz gibt es eine Vielzahl und Vielfalt von historischen wie auch jüngeren Park- und Gartenanlagen, die sich in unterschiedlichen Gestaltungs- oder Pflegezuständen befinden. Gleichwohl hat jeder Park oder Garten seine eigene „Biografie“. So sind in der „Karlslust“ im WaldPark Schloss Karlsberg, als „Feen Gewäld“ bezeichnet, sämtliche Bauten verschwunden, aber die gartenkünstlerischen Formationen sind noch vorhanden und können reaktiviert werden. Der 1951 angelegte Blumengarten Bexbach sollte den Menschen in der Nachkriegszeit als Mustergarten und somit als „Quelle der Freude und Entspannung für die ganze Familie“ dienen – ein Alleinstellungsmerkmal. Das Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld (Wittersheim), um ein letztes Beispiel für das breite thematische Spektrum zu nennen, möchte mit seinem Ensemble von Gärten (Obst- und Beerengarten, Rosengarten, Bauerngarten, Weinberg) „Kulturlandschaftsgärten“ präsentieren, um damit wesentliche Ausschnitte der Kulturlandschaft des Bliesgaus widerzuspiegeln.

Dr. Bernhard Becker vom Saarpfalz-Kreis erläuterte: „Jeder Park, jeder Garten hat folglich sein Profil. Eine öffentlichkeitswirksame Präsentation und touristische Vermarktung, im Einklang mit weiteren Ausbau- und Gestaltungsmaßnahmen im Einzelnen, erscheinen jedoch nur in einer Kooperation möglich zu sein, indem die Saarpfalz als „ein Gartenreich“ gemeinsam mit der Biosphäre Bliesgau profiliert wird und damit ein Alleinstellungsmerkmal gewinnt. Gemeinsame Präsentation und touristische Vermarktung könnten wiederum für Reaktivierungs- und Gestaltungsmaßnahmen in den einzelnen Park- und Gartenanlagen zusätzliche Motivationen sein.“

Das Konzept einer gemeinsamen öffentlichkeitswirksamen Darstellung und touristischen Werbung wird im Rahmen einer Marketingstrategie nun entwickelt, die für die Vielfalt unterschiedlicher Park- und Gartenanlagen ein markantes Leitmotiv („corporate identity“) erarbeitet und einen Maßnahmenkatalog kleiner investiver Einzelmaßnahmen und Hinweise auf weitere Fördermöglichkeiten beinhalten wird.

Dies – so Landrat Clemens Lindemann bei der Übergabe des Bescheids – werde einer innovativen Regionalentwicklung und einem nachhaltigen Tourismus weitere Impulse verleihen. Darüber hinaus könnte das Projekt der interkommunalen Identifikationsstiftung dienen.

Und Lindemann weiter: „Im 2010 erschienenen Buch „’Die Mutter Erde schmüket’. Gärten, Parks und Naturdenkmäler in der Saarpfalz“ sind nahezu alle gartenkünstlerischen Anlagen erfasst. Mit ihren Naturdenkmälern schmückt „die Mutter Erde“ unser menschliches Lebensumfeld. Mit den von Menschenhand in unterschiedlichen Formen angelegten Park- und Gartenanlagen schmücken wir Menschen „unsere Mutter Erde“ und damit speziell die Biosphäre Bliesgau. Parks und Gärten verdeutlichen in ihrer gartenkünstlerischen Komponente auch die unterschiedliche Sichtweise und Umgang der Menschen mit der Natur und die Versuche ihrer Ästhetisierung. Die Auseinandersetzung mit der Dialektik von Ästhetisierung und Natürlichkeit könnte insbesondere einer Biosphärenregion für Einheimische wie auch für Fremde zusätzliche Attraktivität verleihen.“

Ministerin Anke Rehlinger bei der Übergabe des Zuwendungsbescheids: „Mit diesem Projekt werden wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft einer systematischen Untersuchung unterzogen und die Grundlagen für eine gemeinsame touristische Vermarktung gelegt. Auf diese Weise können in der Region neue Einkommenspotenziale erschlossen werden.“ Rehlinger sieht in der geplanten Vernetzung und Vermarktung der Gärten „eine Bereicherung für den Saarpfalz-Kreis und im Besonderen der Biosphärenregion“.

Ziel der Studie ist es zudem, das jeweilige kulturhistorische Potenzial der historischen wie auch der jüngeren Park- und Gartenanlagen zu untersuchen und die Möglichkeiten einer kreativen Symbiose mit den Leitgedanken der Leader-Region Biosphäre Bliesgau auszuloten: Welchen Beitrag  kann eine kulturhistorische oder.  Garten-historische Spurensuche für einen naturnahen Kulturtourismus leisten, der sich an Aspekten der Nachhaltigkeit, Ökologie, Einmaligkeit und Regionaler Wertschöpfung orientiert.

Landrat Lindemann abschließend: „Mein Dank geht an die saarländische Landesregierung und die Europäische Union. 85 Prozent der Kosten werden durch das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz aus Mitteln des LEADER-Programms des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und Landesmitteln bezahlt. Gut angelegtes Geld für den Saarpfalz-Kreis.“

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