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Besiedelung des Saarlandes in der Römerzeit

Großes Interesse fand der Vortrag der VHS-Nebenstelle Hassel, der sich mit dem Thema „Die Besiedelung im Saarland in der Römerzeit“ befasste.

Das zeigten auch die viele Fragen, die dem Dozenten Florian Müller (früher archäologischer Grabungsleiter in Reinheim) während und nach dem Vortrag gestellt wurden.

Als die Römer das Saarland besiedelten, wohnten dort die Kelten, die man Mediomatriker nannte, im Norden ab Merzig Richtung Trier die Treverer. Sie passten sich der römischen Gesellschaft schnell an. Die Römer errichteten zahlreiche Gutshöfe von unterschiedlicher Größe, villae rusticae, die zerstreut im Saarland, lagen. Städtische Ortschaften sind in Bliesbrück-Reinheim, Wareswald, Pachten, Saarbrücken und Schwarzenacker bekannt. Die Römer verfügten über Bäder, hatten eine Hypocausta (Fußbodenheizung), die man aber nicht in allen Gebäuden gefunden hat. Die Reichen hatten ein größeres Anwesen mit Gemüsegarten, Obstbäumen, Haupt- und Nebengebäude.

In Reinheim waren Gebäude aus Kalkstein (vor Ort genommen), in Schwarzenacker wurde eher Sandstein. Hauptsächlich wurde Landwirtschaft betrieben. Erntemaschinen wurden als Hilfsmittel eingesetzt, keine Sklaven. Es sind auch Geräte wie eine Hacke, Hammer und Kelle bekannt, man spricht von wandernden Handwerkern. In der Vermessungstechnik konnte man schon den rechten Winkel bestimmen. Ein gut ausgebautes Straßennetz diente dem Handel, aber auch dem guten Vorankommen der Armee. Längs der Straßen gab es Pferdestationen und Gasthöfe. Auch durch Sengscheid soll eine Römerstraße geführt haben. An Münzen gab es Gold- und Silbermünzen (Denare), Sesterzen und As(saria). Viele Obstsorten und Reben kamen aus Italien in das Saarland, Wein wurde meist auf Schiffen der Mosel transportiert.

Archäologe Florian Müller betonte, dass die Römer mit ihren Bädern, in denen man sich jeden Tag mit flüssiger Seife waschen konnte, und ihren immer gespülten Latrinen, viel Wert auf Hygiene legte (es gab zur Römerzeit keinen Seuchen), die aber im Mittelalter bis zur Zeit Ludwig XIV. verlorengegangen war. Ziegelsteine und Luxusgeschirr (terra sigillata) wurden in Blickweiler hergestellt. Blaue Farbe gewann man aus Azurit, der in Wallerfangen gewonnen wurde. Es wurde auch gefeiert bei den Römern, Mosaikfußböden, Liegemöbel und sogar Tischdecken zierten ihre Innenräume. Entgegen der von Hollywood verbreiteten Mär starben die Gladiatoren in den meisten Kämpfen nicht. Seit dem Tod von Kaiser Commodus (192) ging es bergab, bis die Kaiser Diocletian und Konstantin wieder die Ordnung herstellten. Das wird Thema des nächsten Vortrages 2019 sein.

 

PM: Ch. Strobel

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St. Ingberter Anzeiger ·
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