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Bundesfestival junger Film: Die Preisträger 2020

Der Filmreif – Preis für den besten Film geht 2020 an das Team von Fischstäbchen. Ihnen gelingt, so die Wettbewerbsjury, eine stille und einfühlsame filmische Annäherung eines jungen Vaters mit seinem Sohn.

Gerade das Spiel von Jack Hofer und dem herausragenden Kinderdarsteller Benedikt Haager weiß zu überzeugen und macht die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Welt aus den Augen eines Kindes und eines Erwachsenen glaubhaft.

Das Rennen um den Filmreif – Publikumspreis konnte Kaiser von Jannis Alexander Kiefer für sich entscheiden, der die Geschichte von Hans Christian Andersens Märchen “Des Kaisers neue Kleider” in modernem Gewand erzählt.

Den Filmreif – Preis für einen besonderen gesellschaftlich relevanten Film sowie den Filmreif-Preis der Nachwuchsjury gewinnt Masel Tov Cocktail. In Co-Regie erzählen Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch davon, was es heißt, als Jugendlicher aus jüdischem Hause in Deutschland aufzuwachsen und sich alltäglichem Antisemitismus und Klischees konfrontiert zu sehen.

Der Filmreif – Preis für eine besondere Regieleistung geht an Andreas Kessler, der an der Filmakademie Baden-Württemberg szenische Regie studiert. In seinem Film Sinkende Schiffe wird uns in schmerzlich präzisen und klar beobachtenden Bildern wird das Bild einer Familie gezeigt, deren Abgründe sich nach und nach entblättern und uns die Brutalität und Grausamkeit häuslicher Gewalt schonungslos darbieten.

Den Filmreif – Preis für eine besondere schauspielerische Leistung erhält Lilian Mazbouh für ihre Hauptrolle in 023_Greta_S. Ihr sensibles Porträt der Figur, die sich in einem übergriffigen Vorstellungsgespräch wiederfindet, ist Opfer und stark zugleich und schafft es, uns an ihrem inneren Konflikten und unterdrückten Emotion teilhaben zu lassen, ohne dass diese jemals konkret ausgesprochen werden.

Ein Thema von hoher politischer Aktualität und Relevanz behandelt Rooftop Refugee von Alexandra Brodski, der mit dem Filmreif – Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wird. Der Film schafft es, den ganz klar vorhanden Alltagsrassismus nicht auszustellen, sondern ihn unvermittelt in einem beiläufigen Teppich von Äußerungen zu zeigen, der während der gesamten Handlung beunruhigend im Hintergrund mitschwingt. Es geht um die Frage, wie sehr wir eigentlich auf die Bedürfnisse anderer Menschen achten und ihnen mit Offenheit begegnen.

Mit dem SR – Innovationspreis zeichnet die Jury In den Binsen aus. „Regisseurin Clara Zoe My-Linh von Arnim und Kameramann Raban Jakob Friedrich inszenieren das dicht gebaute Drehbuch von Andreas Kouba auf eine Art und Weise, die uns unaufdringlich immer wieder in die Irre führt und beim Ausweichen von Klischees und Zuschauererwartungen einen nachhaltigen Gesellschaftskommentar hinterlässt, der zeigt, dass kleine Filme auch die größten Veränderungen hervorrufen können“, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Den Filmreif – Musikvideopreis gewinnt Tremore von Anh Tú Nguyen. In zeitlos kunstvollen Bildern im Zeichentrickstil untermalt er die ebenso zeitlos kunstvolle Musik von Giacomo Puccini.

Beim Drehbuchwettbewerb „junger Pitch“ wurden in diesem Jahr gleich zwei Beiträge mit den Filmreif – Stoffentwicklungspreisen ausgezeichnet: White Boxer von Valentin Stejskal erzählt von zwei Ex-Marines, die sich nach fünfzehn Jahren am Meer wiedertreffen, um eine illegale Militärübung als Ritual der Wiedergeburt zu wiederholen. Streuner von Magdalena Jakob ist als Serie konzipiert und handelt von der alternativ lebenden Berlinerin Babsi, die per Anhalterin in ihr niederbayrisches Heimatdorf reisen möchte und dabei allerhand spannende Bekanntschaften macht.

Der Filmreif – Trashfilmpreis geht an Ares Ceylans und Chris Schmiers Innerlich tot, eine romantische Komödie aus dem Obduktionssaal.

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