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Christian-Morgenstern-Abend

Heute trägt der St. Ingberter Philosoph Harald Köhl um 19:30 Uhr Morgenstern-Gedichte in der Stadtbücherei St. Ingbert vor.

„Morgensterns lautmalerische Poesie lebt ganz aus der Sprache. Dem bloßen Klang entlockte er einen höheren Unfug“ war ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung überschrieben. Harald Köhl, der heute Abend aus dem Werk des Dichters vorträgt, hält diese Sicht auf ihn seinerseits für Unfug. Er präsentiert deshalb eine Gedicht-Auswahl, die einen Morgenstern zeigt, der mit großer Leichtigkeit tiefsinnig und ausgesprochen philosophisch ist. Man darf gespannt sein.

Köhl wird  begleitet vom einheimischen Gitarristen Andreas Usner, der ein Intro und kleine Zwischenmusiken spielt. Es soll auch eine Wolf-Biermann-Ballade für Christian Morgenstern vorgetragen werden  – mit dem Refrain: „Wie nah sind uns manche Tote, doch: wie tot sind uns manche die leben.“

Der neuerdings 60-jährige Köhl verbindet mit diesem Morgenstern-Abend „die Hoffnung, dass es sich um meinen letzten Bühnenauftritt handelt. Man sollte rechtzeitig abtreten, so lange man noch nicht bemitleidenswert ist.“

Christian Morgenstern, geb. 1871, war Schriftsteller, Redakteur, Dramaturg, Übersetzer (von Ibsen, Strindberg und Hansum). Von Schopenhauer und Nietzsche beeinflusst, befasste er sich später mit Mystik, dem Buddhismus und mit Anthroposophie. Bekannt wurde Morgenstern vor allem mit seinen grotesk-fantastischen Gedichten. Er starb 1914 an den Folgen seiner Tuberkulose-Erkrankung.

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