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Citizenfour – Der Film über Edward Snowdon in der Kinowerkstatt St. Ingbert

“Citizenfour” – der Film über Edward Snowdon (USA 2014 – 114 Min.) läuft am heutigen Freitag, 13. Februar 2015, um 21:30 Uhr in der Kinowerkstatt, Pfarrgasse 49.

Regie: Laura Poitras – Produktion: Mathilde Bonnefoy, David Menschel, Laura Poitras, Jeff Skoll, Steven Soderbergh, Diane Weyermann, Dirk Wilutzky, Sara Bernstein, Brenda Coughlin, Kirsten Johnson, Sheila Nevins, Tom Quinn, Katy Scoggin – Kamera: Kirsten Johnson, Trevor Paglen, Laura Poitras, Katy Scoggin – Schnitt: Mathilde Bonnefoy – Darsteller: Edward Snowden, Jacob Appelbaum, Julian Assange, William Binney, Glenn Greenwald, Ewen MacAskill, Lindsay Mills, Jeremy Scahill, Barack Obama.

Nächter Termin: Montag, den 16. Februar, um 20 Uhr

kinowerkstatt.de

Laura Poitras präsentiert in “Citizenfour” erstaunliches Bildmaterial aus dem Sommer 2013: Aufzeichnungen jener Gespräche, die Edward Snowden mit Glenn Greenwald in seinem Hongkonger Exil führte.

Enthüllungen über die Datensammelwut der NSA (und, wie sich schnell herausstellte, zahlreicher europäischer Geheimdienste) waren letztes Jahr in allen Schlagzeilen. Zwar ging (und geht) es darum, dass wir alle nicht wissen, wer wo welche Daten sammelt (und nun immer stets das Schlimmste annehmen) – aber gleichzeitig ging es eben auch darum, dass da ein einzelner Mensch, der Whistleblower Edward Snowden, in einem Hotelzimmer in Hongkong saß … und dann saß er in einem Flugzeug nach Moskau, und dann saß er im Transitbereich des Moskauer Flughafens fest, und dann wähnte man ihn schon in einem weiteren Flugzeug in Richtung Südamerika, und dann blieb er doch in Russland. Vielleicht ist das sogar eine der erstaunlicheren Aspekte der NSA-Affäre!

Das Kino, das sonst fast immer zu spät kommt, wenn irgendwo etwas Interessantes passiert, war diesmal von Anfang an mit dabei. Das Ergebnis heißt “Citizenfour” und ist ein nüchterner, dem großen Thema zum Trotz kleinformatiger, bescheidener Film geworden. “Citizenfour” hat die Ambition, Details der außergewöhnlichen kommunikativen Situation aufzuzeigen, in der Snowden agierte. Wenn die ersten Enthüllungen öffentlich werden, bleibt er noch in der Isolation der Anonymität, im Fernsehen verfolgt er die Reaktion von Medien und Politik und plant mehr oder weniger in Echtzeit die nächsten Schritte. Sobald die Identität des whistle blowers aufgedeckt ist und die weltweite mediale Aufmerksamkeit auf den im Hotelzimmer Eingeigelten umgelenkt wird, bricht sich nicht nur bei Snowden endgültig eine Nervosität Bahn, er verläßt Hongkong, die Filmemacherin war schon vorher abgereist. “Schließlich folgt doch noch ein Wiedersehen mit Snowden, erst in einem aufgrund des jetzt endgültig allgegenwärtigen Überwachungsverdachts fast nur noch über handschriftliche Notizen geführten Gespräch. Kurz vor Schluss die ergreifendste Einstellung des Films: Snowden und seine inzwischen aus Amerika nachgereiste Freundin gemeinsam in ihrer russischen Wohnung, bei den Abendessensvorbereitungen. Poitras filmt durchs Fenster, bleibt selbst außen vor. Edward Snowdens Leben geht nicht länger uns alle an, gehört ihm wieder selbst. Gleich muss man hinzufügen: Zumindest soweit gehört es ihm selbst, wie das unter den gegenwärtigen Umständen möglich ist.” (Lukas Foerster, filmzentrale.de)

 

PM: Wolfgang Kraus

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