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Das Bergarbeitermuseum „Musée Les Mineurs Wendel“ in Petite-Rosselle wurde offiziell eingeweiht

SONY DSCAm Montag, den 17. September 2012 ab 17 Uhr wurde das Bergarbeitermuseum Musée les Mineurs in Petite-Rosselle (Lothringen), das schon seit dem 24. Juli für das Publikum geöffnet ist, offiziell eingeweiht. Über 300 geladene Gäste aus Frankreich und Deutschland, darunter zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur und Medien beider Länder, nahmen an der Einweihungsfeier im Saal der ehemaligen Aufbereitungsanlage der Grube Wendel teil.
Von der Kohlegrube zum Schaubergwerk und Museum
Das Musée Les Mineurs bildet den Abschluss eines großen Projekts, innerhalb dessen aus einer ehemaligen Grube ein Museumskomplex entstanden ist, der für spätere Generationen über ein Jahrhundert lothringischer Bergbaugeschichte erfahrbar macht: Im Jahr 1986 wird die Grube Wendel, in der seit 1862 Kohle gefördert wurde, stillgelegt. 1988 erklärt sich der Betreiber HBL (Houillères du Bassin de Lorraine) damit einverstanden, das Grubengelände für die Dokumentation und Bewahrung der Bergbaukultur zur Verfügung zu stellen. Erste Investitionen in Höhe von 6,5 Mio. Euro ermöglichen eine große Ausstellung im Jahr 2000 („L’aventure du travail“, Abenteuer Arbeit) in der ehemaligen Aufbereitungsanlage
der Grube. In den folgenden Jahren wird für weitere 6,5 Mio. Euro das Schaubergwerk „La Mine Wendel“ fertiggestellt, das 2006 eröffnet wird. Im dritten Schritt entsteht schließlich das Bergarbeitermuseum „Les Mineurs Wendel“, das Besuchern das Leben und Arbeiten der ehemaligen Bergarbeiter der Grube Wendel näherbringt. Das gesamte Bergbaugelände erhält nun den Namen „Parc Explor Wendel“, der neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen soll.
Das Museum als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft
Den Festakt zur offiziellen Einweihung des Bergarbeitermuseums eröffnete Gérard Bruck, Präsident des Zweckverbands aus Vertretern der Stadtverbände Forbach und Freyming Merlebach („Syndicat Mixte“), welcher den Museumskomplex verantwortlich betreibt. In
seiner Rede unterstrich Gérard Bruck, der selbst 28 Jahre im Dienst der HBL (Houillères duBassin de Lorraine) tätig war, welche Bedeutung das Bergarbeitermuseum für die regionale Bevölkerung hat: „In fast jeder Familie hier in der Gegend gab es mindestens einen Bergmann und viele Gewohnheiten des alltäglichen Lebens, aber auch Werte wie Solidarität, Zuverlässigkeit und Fleiß, sind mit der Tradition des Kohlebergbaus in der Region
verbunden. Zahlreiche Menschen haben uns Fotos und Gegenstände für das Museum zur Verfügung gestellt, waren in seine Entstehung mit eingebunden und sind stolz, dass sie damit etwas zur Attraktivität der Region beigetragen haben.“Jean-Pierre Masseret, Präsident der Region Lothringen, die neben der Europäischen Union und dem französischen Kultusministerium maßgeblich an der Finanzierung des Museums beteiligt ist, betonte in seiner Rede, das Museum stehe für „die Pflicht zur Erinnerung und zur Dankbarkeit gegenüber der Welt des Bergbaus.“ Heute müssten wir alle an der Zukunft Lothringens arbeiten und sie weiterentwickeln „als Antwort auf das, was hier für die Region und für Frankreich getan wurde, und zwar grenzüberschreitend im Rahmen der Großregion.“
Auch die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die als Vertreterin des Saarlands als auch als Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für die deutschfranzösischen Kulturbeziehungen erschienen war, betonte in ihrer Rede das gemeinsame Interesse Lothringens und des Saarlands an der Bewahrung ihrer bergbaulichen Wurzeln:
„Wir wollen gemeinsam die Erinnerung an den Bergbau und die dauerhafte Anerkennung der Menschen, die ihn betrieben haben, zu einem festen kulturellen Bestandteil unsere Region machen. Dieser Anspruch wurde mit den Bergbau-Museen in Petite Rosselle in vorbildlicher Weise realisiert. Zusammen mit den anderen industriekulturellen Highlights der Region, etwa dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte und dem ehemaligen Bergwerk Reden können wir so ein grenzüberschreitendes Netzwerk der Industriekultur schaffen, das auch touristisch genutzt werden kann.“
Den touristischen Aspekt unterstrich auch Frédéric Néraud, Directeur Général der Fondation du Patrimoine, die an der Finanzierung des Museums ebenfalls beteiligt ist. Das Projekt diene einerseits „dem Erhalt des Standorts Carreau Wendel angesichts des Platzes, den er im kollektiven Gedächtnis und der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region einnimmt“, es eröffne aber gleichzeitig in der Zukunft „ganz reale Vorteile für ihre kulturelle und touristische Entwicklung“ und bilde dadurch eine Brücke zwischen Geschichte und Zukunft.
SONY DSCDie Ausstellung im Musée Les Mineurs Wendel
Im Anschluss an die zahlreichen Festreden durchschnitt Gérard Bruck symbolisch das Band vor dem Eingang des Musée Les Mineurs und eröffneten damit offiziell das Museum. In
mehreren Gruppen hatten die Besucher danach die Gelegenheit zu einer Führung durch die Museumsausstellung.
Sie lässt die Besucher auf 1.800 mL durch über 160 Objekte und Modelle, 25 Audio- und Video-Dateien sowie zahlreiche Fotos und Zeitdokumente in die Kohlegeschichte Lothringens und der grenzübergreifenden Region, das Alltagsleben des Bergarbeiters und seiner Familie sowie in die Sozialpolitik der Bergbaugesellschaften eintauchen. Durch authentische, multimedial aufbereitete Zeitzeugenberichte nehmen die Besucher hautnah am
Alltag der Bergleute teil: in der ehemaligen Lohnhalle, der Umkleide, den Waschkauen usw. Großformatige Schautafeln im Außenbereich des Museums erklären die Geschichte und Funktion der Gebäude auf dem Zechengelände. Alle Informationen und Exponate stehen vollständig in deutscher, französischer und englischer Sprache zur Verfügung.
Praktische Informationen
Das Musée Les Mineurs Wendel ist ganzjährig Di – So von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Am 1. Januar, 1. Mai sowie vom 24.–26. und am 31. Dezember ist das Museum geschlossen.
Letzter Einlass in La Mine ist um 16 Uhr, ins Musée Les Mineurs um 17 Uhr.
Einzelpreis Erwachsene: 8 € La Mine oder Musée Les Mineurs bzw. 12 € La Mine und Musée
Studenten sowie Kinder 6-18 Jahre: 4 € La Mine oder Musée Les Mineurs bzw. 6 € La Mine
und Musée, Kinder unter 6 Jahre: kostenlos
Familienpass: 24 € La Mine oder Musée les Mineurs bzw. 36 € La Mine und Musée

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