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Samstag, 3. Dezember 2022 · bedeckt  bedeckt bei 2 ℃ · In eigener Sache :-( Gebaut auf schwarzem Gold – Die Stadt St. Ingbert und der Bergbau Einfach mal was Schönes

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Der Weihnachtsbaum vor der Alten Kirche steht

Eine Zeile aus dem Gedicht „Es treibt der Wind im Winterwalde“ von Rainer Maria Rilke lautet „… und manche Tanne ahnt, wie balde sie fromm und lichterheilig wird …“. Die 11 Meter hohe Tanne aus dem Garten von Frau Brigitte Klein darf nun tatsächlich „lichterheilig“ werden.

Die 90-jährige St. Ingberterin spendet ihre 11 Meter hohe und etwa 30 Jahre alte Fichte als Weihnachtsbaum für die Fußgängerzone in St. Ingbert. „Ich freue mich“, lächelt die rüstige Dame, „dass der Baum nicht einfach zu Brennholz wird, sondern noch einen würdigen Platz bekommt.“

Der Regen drängelt sich in jede Ritze und der Herbstwind pfeift um die Häuser, als früh am Morgen des 17. November der Kran der Firma Hargarter aus Sulzbach in die Straße biegt. Kranführer Alexander Ott ist zwar schon in Rente, doch für seine Stammaufträge – wie das Heben des Weihnachtsbaums – ist er trotzdem noch da. Auch für Christian König vom Container-Dienst Waldi ist dies kein unbekannter Job; er transportiert die weihnachtliche Fracht nun schon zum vierten Mal in Folge. Die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs setzen die Säge an und schon nach wenigen Minuten schwebt der 900 kg schwere Koloss in der Luft. Das Verladen auf dem Container ist Millimeterarbeit, denn es sollen ja keine Zweige abbrechen. Dann geht es langsam unter „Geleitschutz“ per Spezialtransport über die Südstraße in Richtung Innenstadt. Hier haben die Mitarbeiter bereits den Deckel von der Stammgrube vor der Alten Kirche entfernt. Wieder lässt Alexander Ott den Baum „schweben“, setzt in vorsichtig in die Halterung und richtet in langsam mit dem Kran auf.

Und schon klingt es wie zuhause beim Baumschmücken: „Der hat ja Lücken … hier fehlen Zweige. Ist er auch gerade?“, ist von den „Zuschauern“ von rechts und links zu hören. Gerade ist er, die Spitze ragt in den Himmel und von drei Seiten betrachtet hat der Baum wirklich schöne, dichte und geschwungene Zweige. Doch auf einer Seite ist er etwas kahler. Dazu Alexander Schneider von der Stadtgärtnerei: „Wir freuen uns sehr über die Spende von Frau Klein. Sie war in diesem Jahr die Einzige, die uns einen Baum zur Verfügung gestellt hat. Andere Angebote gab es nicht. Kleine Mängel zeigen einfach, dass es ein natürlich gewachsener Baum ist.“ Und wenn erst einmal die Lichter angebracht sind und der Baum dann endlich „lichterheilig“ werden darf, kann der Advent in St. Ingbert beginnen.

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