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Die Schulen schärfen ihr Profil in Sachen „Gemeinschaftsschulen“

Fünf Schulen in unserer Region werden ab dem kommenden Schuljahr als Gemeinschaftsschulen firmieren. An den bisherigen ERS- und Gesamtschul- Standorten wird derzeit die Anmeldungsphase vorbereitet, parallel dazu die Weichen für den Wandel bei Inhalten und der Organisation gestellt. Vor allem aber feilen die Schulen weiter an ihrem eigenständigen Profil.

Ab dem kommenden Schuljahr wird es bei den weiterführenden Schulen im Saarland ein Zwei-Säulen- Modell geben. Standen bisher neben dem Gymnasium die Gesamtschulen und die Erweiterten Realschulen als Alternative, werden ab 2012/13 die jetzigen Gesamtschulen und Erweiterte Realschulen einheitlich als Gemeinschaftsschulen firmieren. Das Gymnasium führt weiter nach acht Jahren zum Abitur (insgesamt 12 Schuljahre ab Grundschule), die Gemeinschaftsschulen bieten diesen Abschluss nach neun Jahren (13 Schuljahre) an. Dazu natürlich auch noch den Hauptschul-Abschluss und den Mittleren Bildungsabschluss. An den künftigen Gemeinschaftsschulen in unserer Region können die Schulleiter der baldigen Veränderungen viel Positives abgewinnen. Und überall wird der Wandel vor allem als Chance begriffen, das eigene Profil zu schärfen und Eltern und Schülern gerade jetzt zu zeigen, wo die eigenen Schwerpunkte liegen. An der ERS St. Ingbert-Rohrbach einer von ihnen sicherlich die Ganztagsbetreuung, wie Susanne Fritz unterstreicht. „Auch im kommenden Schuljahr werden für die neuen Fünftklässler mindestens eine gebundene Ganztagsklasse anbieten“, sagt die Schulleiterin der Johannesschule. „Und bleibt die Nachfrage so groß, wird vielleicht sogar eine zweite Fünfer-Klasse bis zum Nachmittag bereut.“ Der Erfolg der Ganztagsbetreuung spreche für sich, so Fritz: „Kinder, die länger gemeinsam lernen, zeigen bessere Leistungen.“ Zweiter Schwerpunkt der ERS Rohrbach ist nach Angaben ihrer Rektorin die berufsorientierte Ausrichtung, die während der gesamten Schulzeit gezielt auf das „Leben nach der Schule“ vorbereite. „Die Geschwister- Scholl-Schule wird auch weiterhin an ihrem Konzept festhalten, den Fünftklässlern einen sanften Übergang von der Grundschule zu bieten“, sagt Schulleiterin Sylvia Behet. Die ERS in Blieskastel sieht nach ihren Angaben einen Schwerpunkt in der Pflege echter Klassengemeinschaft sowie im Aufbau sozialer Kompetenz: „Die Schüler lernen neben Methodenkompetenz, also der Fähigkeit zu eigenständigen Lernen, auch Streitigkeiten selbst zu schlichten.“ Mit gezielten Schulungen bereiteten sich aber auch die Lehrer auf ihre Rolle in der Gemeinschaftsschule vor. Behet: „Unsere Rolle entwickelt sich zusehends vom Stoffvermittler zum Lernbegleiter.“
Die Gesamtschule Gersheim sieht gute Chancen, ihre bewährten Schwerpunkte als künftige Gemeinschaftsschule fortzuführen. „Das soziale Lernen wird bei uns gleichwertig zum fachlichen Lernen angesehen“, sagt Schulleiter Gerd Bermann. Zudem werde der Umgang mit neuen Medien im Unterricht in Gersheim eine wichtige Rolle spielen. Im Zuge von Veränderungen im Wahlpflichtfachbereich ab Klassenstufe 7 soll weiterhin bewusst ökologische Fragen aufgegriffen werden, eine Orientierung, die schon bisher zum besonderen Profil der Gesamtschule gehörte. Sportförderung und Leseförderung sind auch fortan Schwerpunkte an der Schmelzerwaldschule in St. Ingbert, wie deren Konrektor Burkhard Maurer betont. Auch im kommenden Schuljahr wird die Schmelzerwaldschule in einer fünften Klasse eine Sportklasse einrichten, für die am 24. Januar – und damit vor der eigentlichen Anmeldung – der sportmedizinische Test stattfindet. Die Ganztagsklassen, das „Lernen lernen“ in Klassenlehrerstunden sowie im Sozialkompetenztraining und diverse Arbeitsgemeinschaften tragen aus Sicht von Schulleiterin Hildegard Buhmann-Högel zum besonderen Profil der Mandelbachtalschule bei. Auch die Methodenkompetenz werde an der ERS Ommersheim gefördert – durch Angebote für Schüler wie Lehrer.
Mit Einführung der Gemeinschaftsschule wird sich nach Einschätzung der Schulleiter auch der Blick auf die erste Fremdsprache „etwas an Bedeutung verlieren“. An den Schulen, an denen die Gemeinschaftsschüler mit Englisch beginnen, wird ab der fünften Klasse parallel wöchentlich Französisch in einem zweistündigen Sprachkurs geboten. Mit Französisch als erster Fremdsprache werden umgekehrt erste Englischkenntnisse in dem Sprachkurs vermittelt.

Die Anmeldungen an allen künftigen Gemeinschaftsschulen sind vom 8. bis 14. Februar möglich:
Mandelbachtalschule: Infoveranstaltung für Eltern der Viertklässler am Donnerstag, 19. Januar, 17 Uhr, im Neubau der Mandelbachtalschule in Ommersheim; www.mandelbachtalschule.de
Geschwister-Scholl-Schule Blieskastel: Tag der offenen Tür am Samstag, 28. Januar, von 8 bis 12 Uhr, Schulzentrum Blieskastel; www.ERS-Blieskastel.de
Schmelzerwaldschule: Am Donnerstag, 2. Februar, von 17 und 20 Uhr informiert die Schulleitung über die neue Gemeinschaftsschule; www.ers-schmelzerwaldschule.de
Gesamtschule Gersheim: Tag der offenen Tür am Samstag, 21. Januar; www.gesamtschule-gersheim.de
ERS St. Ingbert-Rohrbach: Tag der offenen Tür am Samstag, 4. Februar;www.ers-igb-rohrbach.de.

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