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Die Straßen des Feuers – Industriekultur in SaarLorLux

Foto- und Buchvorstellung im Kuppelsaal

Die Photoausstellung „Die Straße des Feuers – Industriekultur in SaarLorLux“ wird am 05.10.2011 um 18 Uhr im Kuppelsaal des Sankt Ingberter Rathauses eröffnet und ist dort bis zum 2.11.2011 zu sehen. Während der Veranstaltung sprechen neben Oberbürgermeister Georg Jung auch Josef Scherer und Delf Slotta zum Thema Industriekultur in SaarLorLux. Die Veranstaltung wird von der Bergkapelle St. Ingbert musikalisch umrahmt. Geöffnet ist die Ausstellung während den Öffnungszeiten des Rathauses von Monatag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Technische Innovationen und wissenschaftliche Entdeckungen haben im 19. und 20. Jahrhundert die Industrialisierung in Europa ausgelöst. Davon hat auch das heutige Gebiet des Saarlandes und St. Ingbert profitiert. Es begann unter der bayerischen Verwaltung ab 1816 der Aufschwung St. Ingberts vom kleinen Wald- und Bauerndorf mit 1.905 Einwohnern zur Industriestadt. Ein starkes Siedlungswachstum und die Entstehung einer Reihe von Mittel- und Großbetrieben, Werkstätten und Einzelhandelsgeschäften machten St. Ingbert schon 1858 zum wichtigsten Fabrikort der Pfalz. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dieser rasante wirtschaftliche Aufschwung abgebrochen.
Von dieser Zeit zeugen heute noch verlassene Industrieanlagen, Werkssiedlungen und Industriellenvillen. Sie sind Zeugnisse der industriellen Revolution, die heute ebenso zu unserem kulturellen Erbe gehören wie Schlösser, Burgen und Kirchen. Historiker und Denkmalpfleger haben sich deshalb in den letzten 30 Jahren verstärkt diesen Hinterlassenschaften zugewandt. Trotzdem sind viele Industrieanlagen verschwunden. Auch in St. Ingbert findet sich kein Förderturm mit Grubenanlage, kein Hochofen auf der Alten Schmelz, kein Wannenofen der zahlreichen Glashütten oder Bierbraukessel in Betrieb.
Diese industrielle Hinterlassenschaften zählen zur sogenannten Industriekultur. Dieser Industriekultur haben sich immer mehr Denkmalpfleger, Historiker und zahlreiche Privatpersonen verschrieben. Einer davon ist der Quierschieder Fotograf Josef Scherer, der in den letzten fünf Jahren mit seiner Kamera die verbliebenen Industriedenkmäler fotografierte und für die Nachwelt dokumentierte. 2008 begann Scherer mit der Arbeit an dem Bildband- und Ausstellungsprojekt „Die Straße des Feuers – Industriekultur in SaarLorLux“. In dem Bildband werden 24 Orte in der Großregion in eindrucksvollen, zum Teil historischen schwarz-weiß Aufnahmen aus den verschiedensten Archiven, die durch aktuelle Farbfotos von ihm ergänzt werden, dem Leser vorgestellt. Darunter sind unter anderem so bekannte Orte wie das Weltkulturerbe Völklinger Hütte, das Besucherbergwerk „La Mine Carreau Wendel“ in Petite Rosselle/Lothringen und der Industrie- und Eisenbahnpark Fond-de-Gras in Luxemburg. Auch St. Ingbert werden mit dem Rischbachstollen, der Alten Schmelz einige Seiten gewidmet. Der zweisprachige Bildband (deutsch und französisch) wird nun Anfang Oktober 2011 beim Wartberg Verlag erscheinen.
Mit Erscheinen des Bildbandes finden Fotoausstellungen u. a. mit Bildern aus dem Bildband in der Großregion SaarLorLux mit dem Ziel statt, die Industriekultur hervorzuheben und die Region mit ihren industriekulturellen Sehenswürdigkeiten bekannter zu machen. Ein weiteres Ziel ist die Präsentation des Bildbandes vor einem interessierten Publikum. Die Wanderausstellung besteht aus bis zu 49 großformatigen Fotos. Die Bilder zeigen unter anderem Motive aus dem Bereich Bergbau, Eisen- und Stahl, Transport, Energiegewinnung, Feinmechanik, Industriearchitektur, Glas- und Keramik, sowie Siedlungswesen und entstanden an den verschiedensten industriekulturellen Orten in der Großregion SaarLorLux.
St. Ingbert wird die erste Station in der Großregion SaarLorLux sein, wo Scherer seinen 79-seitigen Bildband und die Fotoausstellung präsentiert.

Zur Person
Alles begann mit 10 Jahren, als sein Vater dem 1953 im saarländischen Quierschied geborenen Josef Scherer seine Balgenkamera schenkte. Mit dieser sammelte Scherer seine ersten fotografischen Erfahrungen. In den 80er Jahren kaufte er sich eine gebrauchte, manuelle Spiegelreflexkamera. Die Ausrüstung wurde später mit einer F 100 und einer D 700 von Nikon mit entsprechenden Objektiven erweitert. Als Autodidakt wurde er im Laufe der Jahre vom ambitionierten Fotografen zum Profi. Schwerpunkte der bisherigen Arbeiten von Scherer sind Porträt-, Reise-, Landschafts- und Architekturfotografie. Industriekulturelle Führungen im Saarkohlenwald weckten sein fotografisches Interesse und so kam ab 2006 die Industriefotografie hinzu.
Von 2000 bis 2005 stellte Scherer bei verschiedenen Institutionen Fotos mit thematischen Schwerpunkten u. a. „Sahara gestern und heute“ und „Menschen, Orte und Landschaften entlang der Seidenstraße“ aus. In den Jahren 2002 und 2003 war er im Wintersemester als Referent im Fachbereich Politische Bildung/Sozialwissenschaften bei der Volkshochschule Bonn tätig und stellte dort im Rahmen seiner Vortragstätigkeit ebenfalls Fotos aus

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