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Dr. Markus Gestier legt Stadtratsmandat nieder

Nach fast 17 Jahren Stadtratszugehörigkeit legt Dr. Markus Gestier zum 1. Februar 2016 sein Mandat nieder.

„Der eindringliche Rat meines Arztes aufgrund gesundheitlicher Probleme in jüngster Zeit, sowie die berufliche Tätigkeit und ehrenamtliches Engagement für Behinderte und in verschiedenen Vereinen, die ebenfalls viel Zeit beanspruchen, haben mich dazu bewogen“, so Gestier.

„Ein Schritt der mir nicht leicht fällt“, wie der unabhängige Christdemokrat betont: In mehr als 700 Rats-, Ausschuss- und Aufsichtsratssitzungen und mindestens ebenso vielen Fraktions-, Partei-, Koalitions- und Bürgermeistersitzungen wurde vieles auf den Weg gebracht, was noch heute die Handschrift des UCD-Fraktionsvorsitzenden Gestier trägt.

50 bis 70 Stundenwochen waren somit über viele Jahre die Regel – und viele interessante Begegnungen und Ereignisse bei rund 2000 öffentlichen Terminen waren in den Jahren zu verzeichnen, die Gestier nicht missen möchte.

Gewandelt hat sich – so Gestier die Arbeit im Stadtrat und das Selbstverständnis der Stadträte: „Waren früher die meisten Stadträte beruflich und materiell, sowie geistig unabhängig, so lässt sich heute feststellen, dass die überwiegende Zahl der Mandatsträger im öffentlichen Dienst, bei Regierung, Staatskanzlei, bei Partei oder Landtagsfraktion beschäftigt ist. Oftmals ist somit der vorgesetzte Dienstherr auch Vorsitzender des örtlichen Parteiverbandes – sachgemäße unabhängige Entscheidungen zum Wohle des Bürgers werden von Parteiinteressen der Funktionäre überlagert. Das ist eine ganz schlechte Entwicklung“, so der Vorsitzende der Unabhängigen (UCD) Bürgerfraktion im Stadtrat.

Der Mehrheit des Stadtrates wünscht Gestier somit auch ein Umdenken in ihrem Verhalten: „Weg vom destruktiven Dagegensein um jeden Preis und hin zur Zusammenarbeit mit unserem Oberbürgermeister – auch wenn dieser andere politische Ansichten vertritt.“ Auch mit der undemokratischen Ausgrenzungspolitik wie gegenüber der UCD, deren Mitarbeit in städtischen Gremien – entgegen der gesetzlichen Bestimmungen – von der Ratsmehrheit abgelehnt wurde, müsse Schluss sein. „Persönliche Befindlichkeiten und gar Feindschaften, wie jüngst beim EVS-Austrittsbeschluss, haben in der Politik nichts verloren“, so Gestier. „Ich wünsche mir zudem, dass man wieder mehr auf die Sorgen und Nöte der sogenannten einfachen Leute eingeht, die selbst sehr gut wissen, was nötig und richtig ist – das ist etwas, was die Funktionärspolitiker in ihren Amtsstuben verlernt haben“!

„In diesem Zusammenhang möchte ich allen Bürgern, von denen ich mein Mandat erhalten und die mich gewählt haben, danken für Ihre Unterstützung, ihr Vertrauen und ihre Anregungen in all den Jahren.“

Ganz zurückziehen aus der Politik wird sich Gestier, der aus einer Familie von Kommunalpolitikern stammt und dessen Großvater schon Bürgermeister in St. Ingbert war, dennoch nicht: „Ich werde selbstverständlich weiterhin als Unabhängiger sehr rege teilnehmen am kommunalen Geschehen und weiterhin Einfluss nehmen, wo immer es nötig sein wird zum Wohle der Menschen in unserer Stadt“.

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