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Ein geringer Primärenergiebedarf bedeutet nicht geringe Heizkosten

Die Energieberater der Verbraucherzentrale  warnen vor falschen Erwartungen beim Brennstoffverbrauch nach einer Gebäudesanierung. Speziell die Effizienzhaus-Sanierungsförderung der KfW bezieht sich im Wesentlichen auf den Primärenergiebedarf. Reinhard Schneeweiß, Architekt und Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes erläutert, dass es sich bei dem Primärenergiebedarf um einen errechneten Wert handelt, der den ökologischen Schaden des Brennstoffs  zum Maßstab nimmt. Dieser ist bei einer Beheizung mit Holz als nachwachsendem Energieträger deutlich geringer als bei einer Beheizung des Hauses mit  Öl. Dementsprechend wird Holz deutlich positiver bewertet als z. B. Öl. In der Folge ist beim gleichen Gebäude der Primärenergiebedarf mit einer Holzheizung nur ca. 20 % im Vergleich zu dem mit Öl beheizten Gebäude. Schneeweiß weist  darauf hin, dass dieser Wert  gar nichts über die Menge an Holz oder Öl aussagt, die für das Gebäude eingekauft werden muss.

Mehr Auskunft über die benötigte Brennstoffmenge gibt ein anderer Wert. Dies ist der sogenannte Endenergiebedarf des Gebäudes. In diesem Wert werden die Wärmeverluste und –gewinne in Kombination mit der Heizungs- und Warmwasseranlage berechnet. „Allerdings ist auch diese Kenngröße mit Vorsicht zu bewerten“, warnt der Energieberater. Grundlage der Berechnung sind normierte Nutzungsbedingungen des Gebäudes. Die Berechnungskriterien beziehen sich z. B. auf die Raumtemperatur, die Häufigkeit des Lüftens, die Dauer der Nachtabsenkung, die Menge an verbrauchtem Warmwasser etc.. Diese Vorgaben können von der realen Benutzung stark abweichen. Sparsame Bewohner können Werte von lediglich 50 Prozent des errechneten Bedarfs erzielen, luxuriöse Nutzer können deutlich über dem errechneten Bedarf liegen. Wie hoch der Endenergieverbrauch tatsächlich ist, lässt sich nur anhand der jährlichen Brennstoffabrechnung im Nachhinein ermitteln.

Die Energieberater der Verbraucherzentrale empfehlen Verbrauchern daher auf folgende Aspekte zu achten: Welche Art von Kennwert wird in Werbeaussagen benannt? Bei den energetischen Berechnungen von KfW-Effizienzhäusern darf der primärenergetische Kennwert nicht mit der benötigten Brennstoffmenge verwechselt werden. Die vermeintlich ökologisch bessere Bewertung einer Holzheizung sollte nicht dazu verführen, an der energetischen Qualität der Bauteile, sprich Wärmedämmung, zu sparen.

Anbieterunabhängige Informationen zu Förderprogrammen und Modernisierungen bieten die Energieberater der Verbraucherzentrale: Mehr Informationen gibt es auch auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

In St. Ingbert finden die Energieberatungen jeden ersten und dritten Montag im Monat im Rathaus, Am Markt 12, Zimmer 203 statt. Anmeldung unter 06894 / 130 oder 0681 / 50089 – 15.

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