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Eine neue Partnerschaft im Dienste Europas

Der Saarpfalz-Kreis empfängt Delegationen aus Polen und der Ukraine.

Einige Tage vor dem Empfang der Delegationen erhielt der Kreis eine Nachricht, in der das Auswärtige Amt in Berlin die Relevanz der bisherigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit des Saarpfalz-Kreises untermauerte und die Bestrebungen für eine künftige Partnerschaft mit der Ukraine ausdrücklich begrüßte. In Zeiten politischer Umbrüche und Unsicherheiten seien die Begegnung und der Austausch der Menschen sehr wichtig und werden durch Städte- und Regionalpartnerschaften ermöglicht, weshalb der Saarpfalz-Kreis in dem Vorhaben bestätigt wurde, seine Partnerschaften auf den Rayon Pustomyty in der Ukraine auszuweiten.

Der erste Schritt in diese Richtung war die Unterzeichnung der Absichtserklärung in der Kreistagssitzung am 29. Mai, an der die Delegationen aus dem polnischen Partnerkreis Przemysl und aus der ebenfalls polnischen Gemeinde Wielen sowie aus dem ukrainischen Rayon Pustomyty teilnahmen. Neben den insgesamt 23 Personen aus dem östlichen Europa mit der Generalkonsulin der Ukraine in Frankfurt, Alla Polyova, an der Spitze begrüßte Landrat Dr. Theophil Gallo Herrn Dr. Jean-Paul Petit aus dem Departement Moselle, mit welchem der Saarpfalz-Kreis ebenfalls eine Partnerschaft pflegt. Es war eine hervorragende Gelegenheit zur Begegnung von Menschen, die, obgleich aus verschiedenen Orten stammend, dasselbe Ziel eines friedlichen und partnerschaftlichen Zusammenlebens verfolgen. Mit ihrem Einsatz bekräftigten sie den Beschluss des Kreistags zur Vertiefung und zum Ausbau der internationalen Beziehungen und Partnerschaften des Saarpfalz-Kreises.

Mit Blick auf die künftige Partnerschaft haben die Delegationen ein anspruchsvolles Arbeitsprogramm absolviert und viele Eindrücke aus der Region gewonnen. Anknüpfend an das 200-jährige Jubiläum des Saarpfalz-Kreises nahmen die Gäste an einer historischen Führung teil, bei der Klaus Friedrich auch an die auf das Hambacher Fest zurückgehenden Demokratietraditionen erinnerte. Nach der geschichtsträchtigen Darbietung stellte man den interessierten Herrschaften beispielhafte Kooperationseinrichtungen vor. Im Spohns Haus wurden nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Trägervereins VEUBE e. V. Hans Bollinger die bisherigen internationalen Projekte mit Jugend aus Frankreich, Polen und der Ukraine vom Leiter des Ökologischen Schullandheims Dr. Jerzy Wegrzynowski in Anwesenheit des Gersheimer Bürgermeisters Alexander Rubeck präsentiert. Von dort aus war es nicht mehr weit, um den ukrainischen Gästen die Vorzüge des Schengener Abkommens, das freie Überschreiten der Grenze innerhalb der EU und insbesondere die unsichtbare Grenze als Ergebnis einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu zeigen. Im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim betonte Stefan Munz, der Geschäftsführer der Einrichtung seitens des Saarpfalz-Kreises, die Relevanz der Werte Europas für die gelungene deutsch-französische Kooperation vor Ort unter anderem im Archäologiebereich.

Das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau war das nächste Thema des Besuchs und ein weiterer Anknüpfungspunkt für eine künftige internationale Zusammenarbeit. Im Haus Lochfeld im Herzen der Gemeinde Mandelbachtal wurde die Gruppe durch den Bürgermeister Gerd Tussing begrüßt. Dr. Gerhard Mörsch, Geschäftsführer des Biosphärenzweckverbands und als Geschäftsbereichsleiter in der Kreisverwaltung für die Biosphäre Bliesgau zuständig, trug die Prinzipien der Biosphäre als Lebensraum in der einzigartigen Verbindung von Naturschutz einerseits und wirtschaftlicher Nutzung andererseits vor. Eine Besonderheit weltweit ist die Einbeziehung einer Mittelstadt (hier St. Ingbert) in ein Biosphärenreservat. Dies bietet Chancen, ist aber auch eine Herausforderung, die die Kollegen aus dem Ausland sehr faszinierte.

Die gläubigen Gäste wussten es sehr zu schätzen, zwei wichtige Pilgerstätten des Saarpfalz-Kreises besuchen zu dürfen. In der Gnadenkapelle des Franziskaner-Minoriten-Klosters in Blieskastel wurden die Delegationen in polnischer Sprache vom Guardian Pater Mateusz geführt. Die dort verehrte „Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“ stammt ursprünglich aus dem Kloster Gräfinthal, welches die letzte Station der Kreisvorstellung war. Pater Petrus vom dortigen Benediktiner-Priorat empfing die Gäste in der Kapelle, wo auf ein gemeinsames Gebet ein Schmaus für die Ohren aller Versammelten folgte. Der Bexbacher Schubert-Chor unter der Leitung von Chormusikdirektor Dr. Paul O. Krick sang mehrere, eigens von Dr. Krick arrangierte Marienlieder, so auch die „Schwarze Madonna“ in polnischer Sprache. Wenn sich bei manchem Teilnehmer eine Träne im Auge zeigte, zeugte es nur von Bewunderung, verbunden mit Dank für die Mühe, in der doch schwierigen Sprache Lieder einzustudieren. „Das Singen in der Sprache der Nachbarn ist ein weiterer Schritt im Sinne der Völkerverständigung auf dem Weg zur Sicherung des friedvollen Lebens im gemeinsamen Europa“, so Landrat Dr. Theophil Gallo, der selbst seit über 20 Jahren im Bexbacher Schubert-Chor singt.

Weitere Informationen zur Partnerschaft mit dem polnischen Landkreis Przemyśl bzw. dem ukrainischen Rayon Pustomyty sowie den befreundeten Gebietskörperschaften gibt es im Saarpfalz-Kreis bei der Partnerschaftsbeauftragten Dr. Violetta Frys unter der Telefonnummer 06841/104-8273 oder der E-Mail-Adresse: violetta.frys@saarpfalz-kreis.de.

 

PM: Pressestelle SPK

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