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Entwicklung des WVD-Geländes

Im Folgenden eine Pressemitteilung der Familien-Partei zum Thema: „Entwicklung des WVD-Geländes“:

 

Entwicklung WVD – Gelände / Änderungsantrag

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Wagner, sehr geehrter Herr Hansen, sehr geehrter Herr Ruck, sehr geehrte Frau Flierl,

die Koalition im St. Ingberter Stadtrat hat sich im Zuge ihres Aufgabenschwerpunktes, der Stadtentwicklung, einhellig dafür ausgesprochen das WVD-Gelände zügig zu erschließen. Die Familien- Partei gibt allerdings einer inhaltlich stimmigen, vernunft- und gemeinwohlorientierten Planung den Vorzug vor Schnellschüssen aus der Hüfte. Haben wir (und ich nehme uns alle ins Boot) als Stadt nicht noch viele andere wirklich offene Flanken?

Sogenannte Investoren haben in aller Regel ein nicht geringes Eigeninteresse; und oftmals wird hierbei öffentliches Eigentum in privaten Reichtum transferiert, ohne dass der „normale“, im Regelfalle finanziell eher übersichtlich aufgestellte Bürger hieraus einen erkennbaren Nutzen zieht.

Neben den Bestrebungen, bedarfsgerecht – nicht hochpreisig – bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sieht die Familien-Partei für die Folgenutzung dieses Areals – wie bereits wiederholt mit Argumenten unterlegt vorgetragen – die Notwendigkeit den erschlossenen Raum auch (wenn nicht gar überwiegend) öffentlichen gemeinwohlorientierten Nutzungen zuzuführen. Sieht man hierzu heute keinen Bedarf, so bietet sich an, auf dem Filetstück der Stadt Reserveflächen als Freiflächen vorzuhalten.

Die Familien-Partei beantragt daher in alle weiteren städtebaulichen Planungen zur Entwicklung des WVD-Geländes einen Neubau einer hochmodernen Kita- und Jugendbetreuungseinrichtung mit breitestmöglicher Flexibilisierung einzubeziehen. Man sollte hier auf das Bundesprogramm Kita plus zurückgreifen.
Mit dem vor Jahren geschaffenen Angebot der FGTS in der Grundschule und einer zunehmenden Annahme dieses Angebotes werden auf weitere Fragen der Betreuung und Bildung Antworten zu finden sein. Dieses wird künftig verstärkt auch die Ferienzeiten betreffen und über das Grundschulalter der Kinder hinausgehen. Um eine zentrale gebundene Ganztagsschule wird eine Stadt in der Größenordnung von St. Ingbert mittelfristig nicht herumkommen. (Zu diesen beiden Abschnitten bitten wir gesondert im Ausschuss für Bildung und Soziales zu beraten).

Sollte man im heute tatsächlich keinen Bedarf sehen an Freiflächen, bleibt die Frage, was zwingt uns so, das Gelände JETZT endgültig herzurichten und Spielraum für Stadtentwicklung zu verspielen? Wer sagt, dass es im morgen nicht für sinnvollere, eigene Verwendung Raumerfordernisse geben wird?

Entwickeln des Areals heißt für die Familien-Partei auch im Center-Gedanken die Stadt St. Ingbert zu denken. Eine zu schaffende Betreuungseinrichtung auf dem WVD-Gelände sollte hier Räumlichkeiten der Kinder-Betreuung im „City-Center St. Ingbert“ vorhalten.

Eingebettet in eine Konzeption des schwerpunktmäßig jungen Wohnens (als Kontrapunkt zu den massiven Investoren-Anstrengungen des Seniorenwohnens an diversen anderen Stellen) kann sich St. Ingbert so in einem strategischen Ziel „familienfreundliche Wohnstadt“ mit Hilfe des WVD-Geländes entwickeln.

Nicht aus den Augen verloren werden darf dabei ein öffentlich gestütztes Wohnungsertüchtigungsprogramm für die Altbausubstanz in der Stadt. Die Infrastrukturkosten der Mittelstadt sind dauerhaft nur erträglich zu halten, wenn in der Fläche die Wohnungen auch tatsächlich genutzt werden und so auch die Infrastruktur stützen. Es geht hier um Versorgungsleitungen, Kanäle, Straßenbeläge, Straßenbeleuchtung und nicht zuletzt auch um Kindergärten, Schulstandorte und Busanbindungen.

Wenn die Stadt hier ihr Tafelsilber „WVD-Gelände“ in alleinige Wohnungsbauprojekte für Gutbetuchte in fremde Hand gibt, werden die von den Käufern investierten Gelder in der Breite des Stadtgebietes fehlen.

Beschlussvorschlag für den nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt:

Die Familien-Partei beantragt daher alle weiteren städtebaulichen Planungen zur Entwicklung des WVDGeländes als Mischbebauung anzugehen. Speziell Anfordernisse einer modernen Daseinsvorsorge sind zu berücksichtigen.

In nächsten Schritten ist das Areal zu erschließen und die „grünen“ Querverkehre bzw. neu anzulegenden Verkehrsachsen zu planen und anzulegen.

Eine Wohnbebauung für junges bis Mehrgenerationenwohnen wird im Quartier von der Kohlenstraße her, ggf. als Terrassenwohnen geplant (überwiegend Erneuerung des Vorhandenen). Die für geringes Geld beauftragten Vorschläge von Prof. Ziegler dienen als Idee, als Input; aber nicht als Leitplanung.

Das restliche Areal wird vorerst als Reservefläche vorgehalten bzw. entwickelt.

Mit freundlichen Grüßen

Roland Körner,
Fraktionsvorsitzender

 

PM: Albrecht Hauck,
Öffentlichkeitsarbeit

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