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Fastnacht ohne Kater: Alkoholverteilung vom Prunkwagen ist bei vielen Umzügen tabu

In vielen Städten und Gemeinden im Saarland bleibt in diesem Jahr beim Fastnachtsumzug Alkohol tabu. Karnevalisten dürfen von den Wagen aus keine alkoholischen oder hochprozentigen alkoholhaltigen Getränke an die Narren verteilen. Wie eine SZ-Umfrage ergab, haben die veranstaltenden Karnevalsvereine das unterschiedlich geregelt. Anti-Alkohol-Verträge zwischen den beteiligten Karnevalsvereinen und den jeweiligen Kommunen, wie etwa im rheinland-pfälzischen Landau sind hierzulande nach Angaben des Verbandes der Saarländischen Karnevalvereine (VSK) nicht abgeschlossen worden. Auch Glasverbote an Rosenmontag, wie sie in Trier, Koblenz und Mainz gelten, gebe es im Saarland nicht. In der Landeshauptstadt hat der Veranstalter des Rosenmontagsumzugs in Burbach, die Karnevalsgesellschaft (KG) „Mir sin do“ 1890, dieses Verhalten per Vertrag mit den teilnehmenden Umzugsgruppen geregelt. Danach sei es absolut untersagt alkoholische Getränke von den Fahrzeugen aus zu verteilen, sagt der Präsident der „Mir sin do“, Peter Lang. Grund war unter anderem, dass sich seinerzeit junge Leute mit hochprozentigem Alkohol eingedeckt und diesen während des Umzugs konsumiert hatten. Wie der SR meldete würden Fastnachtsvereine zunehmend Probleme haben, ihre Umzüge zu organisieren. Grund seien die verschärften Sicherheitsauflagen nach dem Love-Parade-Unglück im Jahr 2010. So müssen etwa die „Mir sin do“ für den Rosenmontagsumzug in Burbach 5000 Euro für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ausgeben.

Ähnlich wie beim Saarbrücker Umzug verbietet der Neunkircher Karnevals-Ausschuss (NKA) seit drei Jahren seinen Zugteilnehmern Alkohol an die Narren am Straßenrand auszugeben. Als Gründe führte der Zugmarschall des NKA, Friedel Wagner, die Verletzungsgefahr mit Glas- und Dosenbehältnissen sowie das Jugendschutzgesetz an. Für die Akteure auf den Umzugswagen bestehe jedoch kein generelles Alkoholtrink-Verbot. „Rosenmontag ohne Alkohol ist wie Kirmes ohne schöne Mädchen“, sagte Wagner. Dennoch rät er allen Zugteilnehmern „maßvoll und verantwortungsbewusst“ Alkohol zu trinken. Wie die Vereinskollegen in Saarbrücken regelt der Karnevalverein „Von der Höh“ Göttelborn den Alkoholeinsatz. Die Gruppen dürfen während des Fastnachtsumzug an diesem Sonntag keine hochprozentigen Getränke vom Wagen heruntergeben, sagte die Chefin des Göttelborner Karnevalvereins Monika Arendt. Erlaubt sei es jedoch an die über 18-jährigen Faasebooze Bier und Wein abzugeben. Im Jahr 2008 kam es zu Auseinandersetzungen mit alkoholisierten jungen Narren, die versuchten an Wagen hochzuklettern, um sich dort weiteren Alkohol zu beschaffen.

Derweil mahnte die Gesundheits- und Präventionsministerin Monika Bachmann (CDU) in der Fastnachtszeit zu einem besonnenen Umgang mit Alkohol. Vereine sollten bei den Umzügen keine Schnapsflaschen werfen, denn die Gefahr sei hoch, dass Kinder und Jugendliche diese ergattern und trinken. VSK-Präsident Horst Wagner sagte sein Verband appelliere an die Vernunft der Teilnehmer auf hochprozentigen

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